20.11.2017 - 20:54 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Heimatkundlicher Arbeitskreis mit schwieriger Aufgabe Museumswart gesucht

Der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) ist auf der Suche nach einem neuen Museumswart. Josef Karl will sein Amt im zu Ende gehenden Jahr niederlegen. Die Suche gestaltet sich eher schwierig, wie in der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Schübl'adl" zu erfahren ist.

Dieses Kinderservice und eine Gratulationstasse der Porzellanfirma Seltmann sowie ein Poesiealbum aus dem 19. Jahrhundert sind neue Exponate im Heimatmuseum. Bilder: dob (2)
von Elisabeth DobmayerProfil

Vor allem die unmittelbare Nähe zum Heimatmuseum war ein Riesenvorteil des bisherigen Museumswarts. Dies werde so wahrscheinlich nicht mehr zu erfüllen sein. "Mit Josef Karl geht eine Ära zu Ende", bedauerte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, der die zuverlässige Arbeit des Seniors herausstellte. Mit einem Durchschnittsalter der wenigen noch verbliebenen Mitglieder von 73 Jahren sei die Stelle auch nicht vom HAK zu besetzen.

Nachdem man bei den Stadtführern eine Talsohle durchschritten habe, seien mittlerweile durch das Bestreben der Stadträte Uli Münchmeier und Anna Wutzlhofer von stellvertretendem HAK-Vorsitzenden Peter Staniczek jüngere Nachfolger ausgebildet worden, begrüßte HAK-Chef Heiner Aichinger.

Zum Internationalen Museumstag im Mai mit dem Thema "Spurensuche" war das Heimatmuseum geöffnet, um Besitzern bei der Entzifferung alter Schreiben behilflich zu sein. Da die Anzahl der eingesetzten Betreuer die der Besucher um das Doppelte übertraf, ist die Ignorierung dieses alljährlich wiederkehrenden Tags eine ernsthafte Überlegung wert. Bei der Kulturnacht wirkte der HAK ebenfalls wieder mit. Aichingers Vortrag über die Hochzeit Pfalzgraf Friedrichs vor 430 Jahren lauschten etwa 40 Besucher. Nachdem Reiner Claußen schwer krank ist, wurde der von ihm erstellte und zusammengefasste Bericht über die vergangenen zwei Jahre von Aichinger vorgetragen. Trotz einer großzügigen Spende der Sparkasse, der Stadt und von Dr. Heinrich Gref nahm das Vereinsvermögen leicht ab. Claußen attestierte jedoch einen soliden Finanzstand.

Staniczek will in Zusammenarbeit mit Claußen ein Schönwerth-Büchlein gestalten, in dem auch die von Klaus Bäuml geschaffenen Figuren Platz finden werden. Bäuml starb am 29. Januar nach langer Krankheit. Schönwerth sei eine Fundgrube authentischer Sagen aus der Region.

Terminüberschneidung

Volker Wappmann bemängelte die Terminüberschneidung der HAK-Jahreshauptversammlung mit der in Weiden, zu der er ebenfalls wie der Vorsitzende geladen war. Nachdem die Weidener den Termin dreimal verschoben, sei es schwierig, einen Konsens zu finden. Darauf Rücksicht zu nehmen, sei schlichtweg unmöglich, hieß es. Der Verkauf der alten "Streifzüge" zum Preis von drei Euro wurde zum Kassenschlager. Lediglich das Heft 31/2009 mit dem Schönwerth-Jubiläum 2010 und dem Titel "Der Hoymann kehrt zurück" seien Ladenhüter. Von diesem Werk seien noch über 300 Stück vorrätig.

Weniger Besucher

Rückläufig sind nach Auskunft von Aichinger die Besucherzahlen im Vohenstraußer Heimatmuseum, genauso wie in anderen Orten. Im vergangenen Jahr besuchten nur noch 136 Einzelpersonen und 17 Gruppen den Ausstellungsort in den ehemaligen Ackerbürgerhäusern. Neu in der Ausstellung sind ein Paar sehr alte Skier, ein "Schwingel" und drei Brotlaib-Schüsseln aus Stroh zu bestaunen. Karin Gilch aus Braunetsrieth stellte diese Gegenstände zur Verfügung. Außerdem gesellten sich ein Poesiealbum aus dem 19. Jahrhundert von Gerhard Götz aus Gröbenstädt und ein Seltmann-Kinderservice, das Kurt Fiala dem Heimatmuseum überließ, sowie eine Glückwunschtasse (ebenfalls von Seltmann) von Franziska Rileit-Jürgens aus Langenhagen bei Hannover, als neue Exponate dazu. Letztere gewann die Tasse bei einer Betriebsfeier-Tombola und wollte den Gewinn wieder an den Herstellungsort zurückgeben, berichtete der HAK-Vorsitzende.

Am 11. Dezember um 19 Uhr wird im Heimatmuseum der neue Streifzug mit dem Titel "Burgen - Bayern Hochzeit feiern" vorgestellt.

Ausstellung mit Schmuckstück

Im Mai 2018 plant der HAK eine Ausstellung im Heimatmuseum über die bayerische Verfassung im Jahre 1818, die in erster Linie für Schulen gedacht ist. Vom ehemaligen Schulamtsdirektor Engelbert Vollath erhielt das Museum über Rektor a. D. Karl Senft ein 800-seitiges Buch ab dem Jahr 1953, in dem sich auf Wunsch des damaligen Schulrats Anton Kurzka alle Schulen des Altlandkreises verewigten. Jeweils ein Schüler übernahm den Eintrag in Schönschrift, das damals noch als Unterrichtsfach galt.

"Es ist ein richtiges Schmuckstück", schwärmte Peter Staniczek, der das Buch derzeit an der Universität Regensburg einscannen lässt, damit es später in einer PDF-Datei von Interessenten abgerufen werden kann. Darin wird die Geschichte des jeweiligen Orts sowie Brauchtümer dokumentiert, und es ist reich illustriert. (dob)

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