08.04.2018 - 09:46 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Hildegard und Helmut Ludwig feiern Diamantene Hochzeit Mord an Enkelin Stephanie vor sechseinhalb Jahren überschattet seither das Leben der Familie

Hildegard und Helmut Ludwig feierten Diamantene Hochzeit. Leider ist die Ehefrau schwer erkrankt und wird derzeit im Walter-Siegert-Caritasheim gepflegt. Urenkelin Sophia (rechts) ist der ganz große Stolz der Urgroßeltern.
von Elisabeth DobmayerProfil

Vor 60 Jahren haben sich Hildegard und Helmut Ludwig im Vohenstraußer Rathaus das Ja-Wort gegeben. 60 Jahre später feiern sie nun ihre Diamantene Hochzeit. Sie trafen sich damals in ihrer neuen Heimat, es wurde mehr daraus und es reichte für ein ganzes Leben. Beide sind Heimatvertriebene. Hildegard Ludwig wurde vor 80 Jahren als Hildegard Graf in Haid im Sudetenland geboren. Helmut Ludwig erblickte im selben Jahr in Pankow im Kreis Neustettin das Licht der Welt. Durch die Kriegswirren kam Hildegard Ludwig nach Waldau, da ihr Vater eine Anstellung im Schloss der Baronin von Heemskerck gefunden hatte. So wurde der kleine Ortsteil auch für das achtjährige Mädchen zur neuen Heimat. Jahre später traf sie dann auf ihren Ehemann, der sich ebenfalls hier niederließ. Nachdem sie damals nur standesamtlich heirateten und erst drei Jahre später kirchlich, meinte die Jubilarin zu Dekan Alexander Hösl bei der Gratulation: „Da kommen Sie dann wieder“. Hildegard Ludwig ist mittlerweile schwer krank. Ihr einziger Wunsch, gesund zu werden und wieder nach Waldau in ihr eigenes Heim zu dürfen. Derzeit lebt sie vorübergehend im Walter-Siegert-Caritasheim und ihr Ehemann bei Tochter Dunja Schober, damit er täglich zu ihr auf Besuch kommen kann. Helmut Ludwig war Justizbeamter beim Amtsgericht Vohenstrauß und Hildegard Ludwig Porzellanmalerin und in erster Linie Mutter von vier Kindern, einer Tochter und drei Söhnen. 4 Enkel und die Urenkel Sophia und Simon sind der Stolz der Groß- und Urgroßeltern. Ein harter Schicksalsschlag, den die Familie Zeit ihres Lebens wohl nie verwinden wird, war am 4. November 2011 der Mord an Enkelin Stephanie, der damals deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte. Auch am Ehejubiläum ist die Erinnerung an dieses schreckliche Ereignis allgegenwärtig. Umso mehr ist Urenkelin Sophia der ganze Augenstern und Erinnerung an die tote Mutter. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer gratulierte im Namen der Stadt und übergab eine Urkunde und auch Heimleiterin Rita Gilch schloss sich den vielen Glückwünsche an. Mit einem Glas Sekt stießen die Gäste mit dem Jubelpaar auf weitere gemeinsame Jahre an.

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