18.08.2017 - 20:00 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Junge Vohenstraußer in Barcelona Terrorattacke am 18. Geburtstag

Der Terroranschlag am Donnerstag in Barcelona schockt die Welt. Zum Zeitpunkt der Tat sind auch einige junge Urlauber aus Vohenstrauß in unmittelbarer Nähe der bekannten Flaniermeile Las Ramblas. Bis die erlösende Nachricht aus Spanien ankommt, durchleben die Angehörigen qualvolle Minuten.

Max Biehler (sitzend, rechts) wird seinen 18. Geburtstag nie vergessen. Es ist der Tag, an dem in Barcelona 13 Menschen bei einem Terroranschlag sterben. Mit seinen Freunden hatte er die Flaniermeile, Las Ramblas, gerade verlassen, als Terroristen einen Kleintransporter in die Menschenmenge lenkten. Das Bild entstand in der Nähe der berühmten Straße, etwa 30 Minuten nach der Attacke. Die jungen Leute waren noch ahnungslos. Bild: exb
von Christine Walbert Kontakt Profil

"Unsere zwei Buben waren drei Minuten vor dem Anschlag auf den Ramblas unterwegs", erzählt der Vohenstraußer Peter Biehler. Zusammen mit neun weiteren jungen Leuten hatten Konstantin (20) und Max (18) die berühmte Straße passiert, als sie plötzlich ein enormes Aufgebot an Polizei- und Rettungswagen bemerkten.

Max, der am Donnerstag seinen 18. Geburtstag feierte, ging im ersten Moment von keinem tragischen Ereignis aus: "Wir dachten lange Zeit, es handelt sich um eine Razzia." Menschen mit erhobenen Armen hätten die Ramblas verlassen. Erst als die besorgten Eltern anriefen und den jungen Leuten von den Toten und vielen Verletzten erzählten, hätten sie sich einen sicheren Platz am Strand gesucht. Auf dem Weg zur Ferienwohnung umgingen sie die Rambla weiträumig. Panik hätten die Urlauber nicht verspürt. Max: "Wir merkten schon, dass die Einheimischen sehr schockiert sind. Aber die Spanier vermitteln auch den Eindruck, dass sie sich vom Terror nicht unterkriegen lassen werden. Auch wir werden unseren Urlaub möglichst normal fortsetzen. Große Touri-Massen werden wir aber natürlich meiden."

Der Vater in der Heimat klingt einen Tag nach dem Anschlag fast schockierter als sein 18-jähriger Sohn. "Anfangs konnten wir unsere Kinder nicht erreichen. Die Handys sind natürlich heiß gelaufen. Das war schon eine besorgniserregende Zeit. Ich saß vor dem Computer und habe da die Ereignisse verfolgt", so Biehler.

Auf Meldungen im Netz war auch ein junges Vohenstraußer Paar angewiesen, das seit Dienstag einen einwöchigen Urlaub in Barcelona verbringt. Die 23-jährige Studentin und ihr 26-jähriger Freund saßen in der U-Bahn, als der Kleintransporter ganz in der Nähe in die Menschenmenge fuhr. "Die U-Bahn ist einige Zeit stehen geblieben. Wir dachten an eine technische Störung. Dann ist sie drei Stationen einfach durchgefahren. Als wir ausgestiegen sind, waren wir etwa 600 Meter von der Rambla entfernt", erzählt die Vohenstraußerin. Die Menschen seien keineswegs panisch geworden. "Viele haben auf ihre Handys geschaut. Das ist uns schon aufgefallen."

Durch die WhatsApp-Nachricht eines Arbeitskollegen ihres Freundes erfuhren sie dann vom Anschlag. "Wir haben dann gleich unsere Familien informiert, dass bei uns alles gut ist. Wir verschanzten uns in kleinen Gässchen und warteten dann vor einem Museum, weil wir dachten, da sind wir sicher. Wir durften ja nirgends mehr rein." Ihre Unterkunft steuerten die beiden zu Fuß über einen großen Umweg um die abgeriegelte Rambla an. "Es war unmöglich, ein Taxi zu bekommen. Und die U-Bahn war gesperrt."

Nach einer unruhigen Nacht überlegten die beiden Vohenstraußer am Freitagvormittag, wie sie den Rest ihres Urlaubs gestalten wollen. Ein ungutes Gefühl werde in jedem Fall bleiben, vermutet die junge Frau.

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