Kaimling noch immer ohne Netzempfang
Verbindung spielen lassen

Ein toller Ausblick über den Luhetalort Kaimling. Allerdings haben die Bewohner bis heute keinen Netzempfang. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ist stinksauer. Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht (links) sieht nun eine Chance, über den Bundesminister Andreas Scheuer, der für die digitale Infrastruktur zuständig ist, Druck auf den Mobilfunkbetreiber auszuüben. Bild: dob
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Vohenstrauß
12.04.2018
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Mobilfunkanbieter locken die Kunden derzeit mit einer Reihe von Angeboten. Doch was helfen die billigen Datentarife, wenn die Bewohner im Luhetal das Handy oder Internet nicht nutzen können, weil sie "im Tal der Ahnungslosen" leben.

Kaimling. Vermutlich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis der Ortsteil auf Empfang gehen kann. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer schwillt der Kamm, wenn er nur an den Mobilfunkbetreiber Vodafone denkt, der die Stadt trotz unterschriebenem Vertrag seit sechseinhalb Jahren hinhält. "Die Baugenehmigung für den Mobilfunkmast ist bereits seit drei Jahren ausgesprochen." Mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht traf sich der Rathauschef auf der Anhöhe über Kaimling beim geplanten Standort für den Mobilfunkmasten.

"Wir haben bereits ausgepflockt", stellte Wutzlhofer fest. Die Stadt halte ein bebauungsfähiges Areal vor. Besonders pikant: Im Vertrag wurde keine Bauverpflichtung festgehalten. "Das passiert mir nicht mehr. Der Betreiber denkt nur wirtschaftlich", ärgert sich der Bürgermeister. Nachdem nun der bayerische Bundesminister Andreas Scheuer in Berlin für Verkehr und digitale Infrastruktur genau dafür zuständig ist, sieht Wutzlhofer eine neue Chance. Noch dazu, weil eindeutig im Koalitionsvertrag steht, dass Deutschland eine Vorreiterrolle beim Ausbau eines flächendeckenden Netzes mit dem Echtzeitmobilfunk-Standard 5 G übernehmen wird.

"Es ist der klare politische Wille, weiße Flecken auf der Landkarte zu schließen und eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten", sagte Rupprecht. "Das werde ich zum Politikum machen und penetrant an diesem Thema dranbleiben", versprach der Bundespolitiker. "Früher ist man zum Telefonieren in eine Telefonzelle gegangen. Heute muss man auf einen Berg steigen. Zurück zur Natur", juxte dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer. Nur auf dieser Anhöhe haben die Kaimlinger Bewohner eine Netzverbindung, unten in der Ortschaft funktioniere kein Handy.

Scheuer kündigte bereits ein Gespräch mit allen Mobilfunkbetreibern an und forderte deswegen die Kommunen auf, bestehende Funklöcher bei ihm zu melden. "Da wollen wir vorne mit dabei sein", so Wutzlhofer. "Wenn eine kleine Landgemeinde wie Vohenstrauß beim großen Mobilfunkbetreiber Vodafone anruft, dann sind nur lapidare Antworten zu hören", ärgert sich der Bürgermeister maßlos. Vorkehrungen in Sachen Naturschutz wurden bereits von der Kommune getroffen, da dies ursprünglich ein kleines Handicap bei der Baugenehmigung war. Rupprecht will unverzüglich die notwendigen Schritte einleiten. "Der ländliche Raum darf nicht zurückgesetzt werden", waren sich die CSU-Stadträte einig.
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