22.03.2018 - 20:00 Uhr
Vohenstrauß

Kommandantenversammlung im Kreisbrandinspektionsbereich Ost Über 1800 Aktive leisten Dienst

Kreisbrandrat Richard Meier und Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer freuen sich, dass es im Landkreis noch genügend Feuerwehrleute gibt, die rund um die Uhr Dienst leisten. Trotzdem ist im KBI-Bereich Ost ein jährlicher Rückgang von 30 Aktiven zu verzeichnen.

Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer weiß, was er an seinen 1837 Dienstleistenden im rund 415 Quadratkilometer großen Inspektionsbereich hat.
von Elisabeth DobmayerProfil

"Die Augen dürfen wir davor nicht verschließen. Bei uns müssen die Alarmglocken läuten", sagten die Verantwortlichen in der Kommandantenversammlung im Lehrsaal des Gerätehauses. Im KBI-Bereich Ost stellen 42 Feuerwehren die Sicherheit der Bevölkerung auf einem rund 415 Quadratkilometer großen Einsatzgebiet her.

Unter den 1575 Aktiven sind 272 Frauen. 262 Feuerwehranwärter, davon 118 Mädchen, sind in 33 Jugendgruppen organisiert. Insgesamt leisten so 1837 Aktive Dienst in Rewitzers Zuständigkeitsbereich. 251 Atemschutzträger üben einen unersetzlichen aber auch gefährlichen Part aus. In aller Kürze zählte Rewitzer die wichtigsten Fahrzeuge und Geräte auf. Mit einem Rüstwagen RW 2 und einer Drehleiter ist vor allem die Stützpunktwehr bestens für Notfälle ausgerüstet, auch über Ortsgrenzen hinweg.

Zwei Millionen Euro

Die Stadt investierte seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vor 10 Jahren bis heute rund 2 Millionen Euro in die 7 Ortsteilwehren, informierte der Rathauschef. Den durchschnittlichen Unterhalt pro Jahr für Verwaltung, Geräte und Kfz-Versicherungen bezifferte er mit 164 000 Euro.

Zu den 12 Löschgruppenfahrzeugen, 1 Tanklöschfahrzeug 4000 und 17 Tragkraftspritzenfahrzeugen kommen 2 Versorgungslastwagen, 3 Mehrzweckfahrzeuge und 6 Mannschaftstransportwagen. Im Umlauf sind 227 Sprechfunkgeräte und 50 Fahrzeug-Sprechfunkanlagen. Im KBI-Bereich Ost sind weiterhin 1 Schlauchwagen SW 2000, 1 Einsatzleitwagen, 12 Tragkraftspritzenanhänger, 3 Anhänger Ölwehrgeräte, 1 Gasmesskoffer mit Exmeter, 8 Gas-Mess-Warngeräte und 36 Tragkraftspritzen TS 8 abrufbereit.

8 hydraulische Rettungssätze stehen zur Verfügung, 452 analoge Meldeempfänger sind im Einsatz, 67 Atemschutzgeräte, 8 Insektenschutzanzüge, 22 Motorsägen, 180 Meter Ölsperre, 1 Hochleistungspumpe, 7 Drucklüfter und 9 Chemikalienschutzanzüge werden vorgehalten. Zusätzlich gebe es Sondergeräte wie für einen etwaigen Einsatz bei der Mitteleuropäischen Rohölleitung (MERO) in Waidhaus, informierte Rewitzer. Dafür sind ein Ölwehranhänger mit Bandskimmer, 2 Ölsperranhänger, 1 Rettungsboot und 195 Meter Tauchwandsperre auf verschiedene Lagerhütten verteilt. 1 Stromerzeuger sowie 1 ortsfestgebundene Sprechfunkanlage im 4-Meter-Band für die Befehls- und Sammelstelle Eslarn sind einsatzfähig.

43 Mal absolvierten Feuerwehrleute die Leistungsprüfung "Gruppe im Löscheinsatz": 84 Mal gab es Bronze, 50 (Silber), 39 (Gold), 34 (Gold/Blau), 35 (Gold/Grün) und 31 (Gold/Rot). 34 Abzeichen wurden zudem in technischer Hilfeleistung absolviert. 32 Jugendliche nahmen an der Deutschen Jugendleistungsspange als höchste Auszeichnung teil. 125 Kameraden ließen sich als Ergänzungsteilnehmer einbinden.

Jugendliche brennen

Im vergangenen Jahr wurden 339 Leistungsabzeichen überreicht. Vor allem den Kommandanten, Schiedsrichtern sowie Cheforganisator und Kreisbrandmeister Markus Kindl gebührte der große Applaus aller Teilnehmer. "Es ist eine wahre Freude, wie die Jugendlichen auf diese Kurse brennen", lobte der Redner.

514 Floriansjünger absolvierten die Lehrgänge, darunter 213 Feuerwehrleute, die sich der Modularen-Truppmann-Ausbildung (MTA) unterzogen. 101 Mal rückten die Rothelme im Landkreisosten zu Brandeinsätzen aus. 382 Mal leisteten sie technische Hilfe. 24 Fehlalarme liefen auf, und 70 Sicherheitswachen wurden übernommen. Unter sonstige Tätigkeiten fielen 101 Einsätze. Weiter gab es 187 Übungen. 678 Einsätze wurden gefahren. Dieses enorme Aufgabenpensum konnte nur durch das gemeinsame Zusammenwirken aller Feuerwehren im Zuständigkeitsbereich bewältigt werden, lobte Rewitzer. Die Dienste kämen allen Bürgern zugute. Dafür dankte Rewitzer allen Verantwortlichen.

Der Brandübungscontainer und Fahrsimulator stehen den Feuerwehren nach wie vor zur Verfügung, informierte Rewitzer noch. Abschließend warnte Kreisbrandrat Meier, Schaumteppiche zur Kinderbelustigung zu legen. "Das ist nicht ungefährlich." Es gebe für derartige Zwecke andere Möglichkeiten.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer setzt sich zur Wehr: "Wertvollen Dienst nicht kaputtmachen"

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wird seit den kritischen Anmerkungen des Ehrenkommandanten Erhard Friedrich in der Jahreshauptversammlung am 2. März im Feuerwehrhaus (wir berichteten) von allen Seiten immer wieder auf diese Vorkommnisse angesprochen: "Was ist denn bei euch in Vohenstrauß bei der Feuerwehr los?"

Deswegen nahm er in der Kommandantenversammlung am Dienstagabend ausführlich zu dieser Angelegenheit Stellung, denn er wolle keinesfalls seine Feuerwehren in ein schiefes Licht geraten lassen. "Unsere Feuerwehren sind der beste Beweis für Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und Sicherheit für unsere Bürger. Außerdem sind unsere Feuerwehren jederzeit bereit und in der Lage, bestmögliche und hochqualifizierte Hilfe zu leisten." Doch dann müsse man als Bürgermeister bei der Jahreshauptversammlung miterleben, dass ein Ehrenvorsitzender, der sich mehr oder weniger zum Objekt von anderen machen ließ, eine Generalabrechnung mit gewissen Teilen des Vorstands macht.

Wenn dann von Missgunst, Neid, Selbstherrlichkeit, Intoleranz, Geiz und vor allem von "persönlicher Vorteilnahme" die Rede sei, dann müsse er tief durchschnaufen, um sich zu beruhigen. "Ich bin voll von der Arbeit meiner Aktiven überzeugt und ich weiß, wie viel Arbeit Stadtkommandant Mario Dobmayer mit seinen verantwortlichen Führungskräften hier in seiner Freizeit investiert, damit unsere Bürger beruhigt schlafen können. Wir sind gut aufgestellt, und ich bedanke mich ganz offiziell bei der Feuerwehr Vohenstrauß und bei allen Aktiven, dass sie für uns diesen so wichtigen Dienst erledigen. Ich lasse mir den wertvollen Dienst der aktiven Seite von einer tiefen Respektlosigkeit nicht kaputtmachen." Für diese Feststellung brandete Applaus aller Teilnehmer auf.

Vor allem den Vorwurf, dass zu wenig in die Geselligkeit investiert werde, könne er nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, er sei froh und dankbar, dass die Feuerwehr ihre Hauptaufgabe nicht im Feiern sehe, sondern in der Ausbildung und in der Sicherheit der Bürger. Sich dann zu beklagen, dass man bei einem Auftritt bei einem Festzug nur fünf Euro bekommt, darüber könne er nur den Kopf schütteln.

Das Feiern sehe der Rathauschef nicht als Hauptaufgabe der Aktiven. Deshalb sei es für ihn nicht nachvollziehbar, wie damals über die aktiven Feuerwehrleute hergezogen wurde. Mit diesem klaren Bekenntnis wolle er diesen unschönen Vorfall bewenden lassen. Wutzlhofer könne die Reaktionen aus den Reihen der Aktiven sehr gut nachvollziehen, die damals den Kritiker deutlich aufgebracht entgegneten: "Solche Leute sollten sich schämen." Kreisbrandrat Richard Meier und Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer pflichteten den Ausführungen bei. "So kann man es nicht machen, und so lassen wir mit unseren Aktiven nicht umgehen." Die Bevölkerung habe von der Feuerwehr Vohenstrauß schon so viel Gutes erfahren. Dass darunter auch die Geselligkeit nicht leidet, wisse er aus eigener Erfahrung, bestätigte der Kreisbrandinspektor. (dob)

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/1821265

Seit sechs Jahren laufen sämtliche Notfallmeldungen für Feuerwehr und Rettungsdienst und Katastrophenschutz bei der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS) in Weiden auf. In der Kommandantenversammlung unterstrich der stellvertretende Leiter Jürgen Meyer die harmonische Zusammenarbeit mit den Feuerwehrleuten. Insgesamt setzen sich die ILS-Verantwortlichen im Einsatzbetrieb mit mehr als 450 Ansprechpartnern auseinander. Heuer wolle man die Alarmierung nach Mannschaftsstärken anpacken. Die tageszeitlich schwankende Verfügbarkeit von Einsatzkräften spiele eine große Rolle. Meyer sprach in diesem Zusammenhang die eventuelle ortsübergreifende Zusammenarbeit der Wehren an.

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