MGV Kaimling singt in der Roggensteiner St.-Erhard-Kirche an St. Stephanus das letzte Mal
Aus für Männergesangverein Kaimling

Der Männergesangverein Kaimling um Leiter Adolf Rösel (Mitte) schickte am Stephanustag in der St.-Erhard-Kirche einen letzten musikalischen Gruß in den Himmel. Bild: dob
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Vohenstrauß
27.12.2016
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Das endgültige Aus des Männergesangvereins Kaimling "Liederkranz" ist besiegelt. Ausgerechnet an Weihnachten, wo alle die Geburt Jesu feiern, wird im Luhetal ein großes Stück Kultur zu Grabe getragen.

Roggenstein. (dob) Viele Gläubige in der Pfarrkirche St. Erhard trockneten sich am zweiten Weihnachtsfeiertag Tränen der Rührung ab, als sie noch einmal Applaus für die Gemeinschaft spendeten. Zum letzten Mal erklangen die Männerstimmen zur Ehre Gottes. Unter Leitung von Adolf Rösel nahmen die Sänger noch einmal alle Kraft zusammen, um die Kirchenbesucher mit Weihnachtsliedern im Gottesdienst zu beschenken.

Glanzvolle Zeiten

Nach 113 Jahren setzten sie den Schlussakkord hinter eine erfolgreiche Ära. Schweren Herzens blieb den Sängern nichts anderes übrig, als sich das Ende einzugestehen. Wegen Überalterung, Krankheit und ausbleibender Neueintritte war es nicht mehr möglich, den Verein aufrecht zu erhalten. Der Auflösungsbeschluss steht fest. Die vergangenen Jahre wurden so manches Mal zu einer regelrechten Zitterpartie. Für die meist älteren Herren waren die Probenabende oft schon eine große Herausforderung, denen sie sich aber immer wieder gerne stellten. In Erinnerung werden vielen Roggensteinern und Kaimlingern die stimmgewaltigen Höhepunkte in glanzvollen Zeiten bleiben. Pfarrer Gerhard Schmidt wollte es am Ende des Gottesdiensts nach dem verklungenen "Geh', ruf es von den Bergen" nicht versäumen, dem MGV ein herzliches "Vergelt's Gott" auf die Empore für die Prädikatsarbeit zu schicken.

Ende mit Andachtsjodler

Der MGV stand seit jeher für Professionalität und gründliche Vorbereitung, denn akribisch hatte Rösel die Lieder einstudiert. Josef Ertl leitete die Geschicke des Vereins als Vorsitzender und hielt die Gemeinschaft zusammen. Etliche Sänger kamen von auswärts dazu und standen treu zur Seite. Verschleißerscheinungen seien nicht nur bezüglich des MGV in der Pfarrei festzustellen. "Das Bild der Pfarrgemeinde hat sich seit meiner Übernahme 1978 gravierend verändert", stellte Pfarrer Schmidt fest. Einen großen Dank schickte der Geistliche an die Ehefrauen der Sänger, die ihre Männer stets bei ihrem Hobby unterstützten. Nach dem Andachtsjodler trat die Männerschar ab - ein letztes Mal.
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