Neuwahlen bei Forstrechtsablöseverband
Zeit'lwaid stellt sich neu auf

Jürgen Schwägerl (vorne, rechts) ist neuer Vorsitzender des Forstrechtsablöseverbands. Ehrenvorsitzender ist Andreas Beer aus Iltismühle (vorne, Zweiter von links). Bild: dob
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Vohenstrauß
22.03.2018
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Beim über 200 Jahre alten Forstrechtsablöseverband "Zeit'lwaid" geht vorzeitig eine Ära zu Ende. Vorsitzender Hubert Krapf muss sein Amt niederlegen.

Waldau. Nötig wurde die Umstrukturierung durch die schwere Erkrankung des Erpetshofers, der alles in wohlgeordnete Hände übergeben wollte. Ein Abschied, der beiden Seiten schwer schmerzte. "Krapf soll sich nun ganz auf seine Genesung konzentrieren", wünschte sein Nachfolger Jürgen Schwägerl. In der Jahreshauptversammlung gab es deshalb vorgezogene Neuwahlen, bevor in zwei Jahren in der Mitgliederversammlung wieder die reguläre Abstimmung auf der Tagesordnung steht. Die Amtsübergabe erfolgte im Gasthof Zilbauer.

Krapf leitete den Verband 13 Jahre mit viel Herzblut und leistete enorme Aufklärungsarbeit, damit die Besitzer überhaupt wieder wussten, was dieses Recht bedeutet. Es sei nicht so wie bei anderen Rechtlerhölzern, bei dem man Anteile bekomme, sondern: "Uns gehört der Wald", unterstrich Schwägerl. Langwierigen Recherchen zufolge gelang es Krapf, der mittlerweile auch zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, die ursprünglichen historischen Flächenmaße der "Zeit'lwaid" in den Staatsarchiven Landshut und Amberg aufzuspüren, zusammenzutragen und eintragen zu lassen, wer Rechtler ist.

Insgesamt gehören zum Forstrechtsablöseverband 187,5 Bayerische Tagwerk, die sich auch auf die Waldkomplexe "Trüffelschlag" und "Tellertspaintholz" ziehen. Stets lag dem scheidenden Vorsitzenden die schonende Bewirtschaftung des Walds am Herzen. "Unter seiner Regie gab es keinen Kahlhieb", lobte sein Nachfolger. Bei mancher Durchforstung habe so mancher Rechtler oft gestöhnt, wenn das Holz aus unwegsamem Gelände geschafft werden sollte. "Da mussten die letzten Ecken sauber gemacht werden", wussten die Holzarbeiter.

Überdies war Krapf der Zusammenhalt der Rechtler ein vorrangiges Anliegen, die er mit persönlichem Anschreiben zu den Versammlungen einlud. Vor allem bei den Jungen wollte der Erpetshofer das Interesse wecken. Oft seien die älteren Generationen verstorben und die Nachfolger wussten gar nicht um dieses wertvolle Recht. Weiter führte Krapf akribisch die Chronik, unterstützt von seiner Tochter. Grenzfeststellungen und ein Grundstücktausch mit der Stadt gehören ebenfalls zu den unbezahlbaren Verdiensten in seiner Amtszeit. Um den Wald sauber zu bekommen wurde der Absatz von Dürrholz eingeführt, erläuterte Schwägerl. 1300 Ster wurden abgesetzt. Schwägerl errechnete, das während Krapfs Amtszeit 2600 Ster Rechtlerholz bewilligt wurden. Zusätzlich kamen 1500 Festmeter Langholz dazu, die verkauft wurden, um den Rechtlern, die selbst kein Holz abschlagen wollten, anteilsmäßig das Geld auszuzahlen. Zur nachhaltigen Bewirtschaftung gehörten Anpflanzungen, Wegeinstandsetzung oder Kontrollgänge, um Windbruch oder Käferbefall festzustellen.

Krapf schuf die Basis für die nächsten 100 Jahre, um den Forstrechtsablöseverband erfolgreich in die Zukunft zu führen. Drei offene Fälle müssen noch beurkundet und der Grundbucheintrag vollzogen werden. Für Krapf sei der Forstrechtsablöseverband stets eine Herzensangelegenheit gewesen, beteuerte er. Krapf übergab Schwägerl feierlich den Urgrundsteuerkataster, übrigens das einzige Original, das sich im Besitz der Vereinigung befindet.

Ergebnis der NeuwahlenDie vorgezogenen Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Neu ist Vorsitzender Jürgen Schwägerl aus Waldau, der Schriftführer war. Zum Kassier und Schriftführer wählten die Mitglieder Alexander Koller, der bisher Kassenprüfer war. Künftig übernehmen diesen wichtigen Part Inge Schacht aus Neustadt/WN und neu Georg Striegl aus Lohma. Zum Ausschuss gehören: neu Karl Kirner (Waldau), Ludwig Hanauer (Lohma), Anton Beier (Moosbach), Hans Eckl (Braunetsrieth), Georg Ertl (Altenstadt) und Albert Beer (Vohenstrauß). (dob)
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