Obertresenfelder feiern Patrozinium der Marienkapelle
Leben in relativ kleinem Raum

Mit der Muttergottes im Rücken zelebrierten der ehemalige Vohenstraußer Stadtpfarrer und Initiator des Kapellenbaus, Bischöflich Geistlicher Rat Franz Winklmann, Kaplan Ulrich Eigendorf und Dekan Alexander Hösl (von links nach rechts) den Patroziniumsgottesdienst in Obertresenfeld.
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Vohenstrauß
04.09.2017
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Dunkle Regenwolken können die Obertresenfelder nicht davon abhalten, das Patrozinium ihrer Dorfkapelle zu feiern. Und sie sollten Recht behalten, denn kein einziger Tropfen fällt beim Gottesdienst.

Obertresenfeld. Die Dorfbewohner um Kapellenvereinsvorsitzenden Josef Fritsch bauten am Sonntagvormittag unbeirrt auf der Staatsstraße vor der Kapelle zum Freiluftgottesdienst auf. Zu Gast war auch wieder einmal Ruhestandspfarrer Franz Winklmann, unter dessen Amtszeit der Bau der Marienkapelle verwirklicht wurde, die 2003 schließlich vom bereits verstorbenen Regensburger Bischof Manfred Müller geweiht wurde. Seither hält Maria ihren Schutzmantel über das Dorf.

Dekan Alexander Hösl unterbrach eigens seinen Urlaub, um mit Kaplan Ulrich Eigendorf und Winklmann den Festgottesdienst zu zelebrieren. Die Moosbacher Straßenmusikanten unter Leitung von Alexander Gruber reihten sich vor der Muttergottes im Altarraum auf, um die Feier zu begleiten. Als Lektorinnen brachten sich Doris Frischholz und Maria Bäumler ein. Im von Pfarrer Winklmann vorgetragenen Evangelium ging es um den Stammbaum von Jesu, der zurückging auf Josef, der nur sein Ziehvater war.

Thema Ahnenforschung

"Bis zu welcher Generation kennen Sie Ihre Familie?", fragte Kaplan Eigendorf. Ahnenforschung sei eine interessante Sache, wenngleich man dabei oft auf Geschichten treffe, die man lieber nicht im Stammbaum haben möchte, und für die man sich schäme. Jeder habe Tausende von Vorfahren und da sei mit Sicherheit jemand dabei, der keine "weiße Weste" habe, mutmaßte der Prediger. Der Stammbaum Jesu klinge sehr monoton, und nur zu der ein oder anderen Person gebe es eine spannende Geschichte, eventuell sogar Anstößigkeiten. Wie viel werde im Leben vorherbestimmt und wie viel sei frei?

Kaplan Eigendorf verglich das Leben mit einer Autobahn, auf der man zwei Fahrbahnen benutzen könne. Es sei ein relativ kleiner Raum, auf dem man sich bewegen könne, und es sei gewiss nicht einfach, auszubrechen. Umwege müssten manchmal in Kauf genommen werden. Der Geistliche ermunterte die Gläubigen, "mit Gott unsere Wege zu gehen und nicht aufzugeben".

Vor der Opferung bat Dekan Hösl für eine großzügige Spende für das Kirchlein, denn die Verantwortlichen hätten kürzlich die Fassade erneuern lassen. Am Ende der Messe hieß Fritsch neben Bürgermeister Andreas Wutzlhofer auch dessen Waldthurner Kollegen Josef Beimler mit den Stadtrats- und Marktratskollegen sowie alle kirchlichen Gremien und Fahnenabordnungen willkommen. Außerdem hob er den immensen Zusammenhalt der Dorfbewohner heraus, die sich alle um das Kleinod sorgten.

Gesellig im Stodl

Beim geselligen Beisammensein im Feststodl von Christine und Konrad Kindl spielten auch die Straßenmusikanten zum Frühschoppen und Mittagessen zünftig auf. Die Mitglieder des Katholischen Burschenvereins bewirteten die Gäste.

Wutzlhofer erinnerte außerdem an die Einweihung vor 14 Jahren. Er dankte allen, die an der Verwirklichung dieser Kapelle beteiligt waren. Immer wieder gelinge es den Dorfbewohnern seither, dieses kirchliche Fest wunderbar aufzuziehen. "Kümmert euch weiterhin um dieses Kleinod, das ihr jetzt wieder frisch aufgepeppelt habt", bat das Stadtoberhaupt. "Mit dem Bau der Kapelle habt ihr etwas ganz besonderes in eurem Dorf geschaffen."
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