Parken in zweiter Reihe
Laster lassen Rupprecht rasen

Beim Verlagsgebäude der Versandbuchhandlung Rupprecht suchen die Mitglieder des Verkehrsausschusses nach einer verträglichen Lösung für den Unternehmer. Parkende Lastwagen blockieren die Zufahrt. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
29.03.2018
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Johannes Rupprecht ärgert sich über doppelreihig parkende Sattelzüge an seiner Versandbuchhandlung. Lieferfahrzeuge, die zu seinem Betrieb wollen, können die Zufahrt nicht mehr ungehindert passieren. Jetzt hat er die Polizei informiert.

Nachdem die Beamten mit den Speditionen Kontakt aufgenommen hatten, hat sich die Lage etwas entzerrt, aber für den Unternehmer ist die Situation nach wie vor nicht zufriedenstellend. Jetzt war der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss gefordert. Auch Rupprecht und Daniela Ogarek kamen zur Ortsbegehung und teilten die Probleme mit. Rupprecht forderte das Gremium auf, für eine Lösung zu sorgen.

"Durch die Straßenverkehrsordnung ist klar geregelt, dass gegenüber einer Grundstücksausfahrt nicht geparkt werden darf", sagte Verkehrssachbearbeiter Jakob Stahl. Eine von Heinrich Rewitzer ins Spiel gebrachte Feuerwehranfahrtszone einzurichten, wurde schnell wieder verworfen. "In diesen Fällen müsste die Polizei konsequent überwachen und bei Nichtbeachtung sofort abschleppen lassen, was den Firmen horrende Kosten verursachen würde", gab Stahl zu bedenken.

Die Entscheider rangen sich schließlich durch, das Verkehrszeichen "Durchfahrt verboten" mit dem Zusatzzeichen "Anlieferverkehr frei" anzubringen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vermutete, dass es durch diese Anordnung einen gewissen Verdrängungswettbewerb für die Sattelzüge und Brummis geben werde.

Man wolle die schweren Maschinen auch nicht auf dem Gelände rund um die Stadthalle haben. Zum Abstellen der Brummis würde sich während der Fahrverbotszeiten das Gebiet des Gewerbegeländes "Am Forst" in der Nähe des Postvertriebszentrums als Ruhezone eignen. "Da stören sie am wenigsten", sagte Wutzlhofer. Allerdings müssten die Fahrer, die sich in ihren Trucks auch versorgen, weite Strecken in die Stadt in Kauf nehmen. Rupprecht fand diese Entscheidung einen annehmbaren Weg. Zudem bot der Rathauschef dem Unternehmer an, die im Weg stehende Straßenlaterne zu versetzen, was ebenfalls von großem Nutzen für den Anlieferverkehr wäre.

Die eingeschränkte Sicht im Einmündungsbereich von der Prager Gasse in die Friedrichstraße müssen Autofahrer wohl hinnehmen. Jedenfalls sehen die Gremiumsmitglieder keine Beeinträchtigung durch parkende Autos entlang der Häuserzeile an diesem Straßenzug. Die Autofahrer sind verpflichtet, sich zentimeterweise in die vielbefahrene Friedrichstraße hineinzutasten.

Die Räte erkannten darin sogar gewisse Vorteile, da dann langsamer gefahren werde. "Die Geschäftsleute würden eine weitere Reduzierung von Parkplätzen wohl nicht verstehen", war sich Wutzlhofer sicher. "Die bezeichnen uns doch glatt als Parkplatzfeinde." Der Ausschuss hatte es mit vielen weiteren Anträgen zu tun, die bis auf einen alle einstimmig beschieden wurden.

Lediglich Hans Bayerl tanzte in Roggenstein an der Pfarrer-Kreuzer-Straße aus der Reihe. Dort sollte ein Haltverbot oberhalb des Sportgeländes des FC Roggenstein angeordnet werden, da bei Spielen beidseitig geparkt wird und größere landwirtschaftliche Fahrzeuge kein Durchkommen hätten. Nachdem die Begegnungen jedoch meist nur sonntags stattfinden, meinte Volker Wappmann im Hinblick auf die Landwirte: "Die sollen doch am Tag des Herrn Ruhe geben."

Stahl gab zu bedenken, dass trotz parkender Fahrzeuge die gesetzliche Durchfahrtsbreite von drei Metern gegeben sein müsse. Wenn auf der einen Seite schon Fahrzeuge stünden, dürften sich auf der gegenüberliegenden Seite sowieso keine hinstellen und somit erledige sich die Aufstellung eines Parkverbots. Auch Bernhard Kleber meinte, dieses Parkverbot sei überflüssig. Anwohner Josef Wolfrath bestätigte, dass die "Großbauern" bei beidseitig parkenden Autos ein Problem haben.

Mit der Gegenstimme von Bayerl waren jedoch alle der Meinung, trotzdem kein Parkverbotsschild anzubringen. Martha Bauer plädierte dafür, an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer zu appellieren, die gesetzlich geforderte Durchfahrtsbreite von drei Metern unbedingt einzuhalten, um auch den Rettungsfahrzeugen oder der Feuerwehr bei Noteinsätzen keine Probleme zu bereiten.
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