16.02.2018 - 11:52 Uhr
Vohenstrauß

Rathausrenovierung in Vohenstrauß geht in Verlängerung Schicht im Schacht

Etwa ein halbes Jahr länger als geplant wird die Renovierung des Vohenstraußer Rathauses dauern. Während die Mitarbeiter Lärm und Schmutz als notwendiges Übel hinnehmen, ist Bürgermeister Andreas Wutzlhofer langsam am Ende mit seiner Geduld.

Der Aufzug im Rathaus ist seit Freitag fertig. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) und Bauamtsleiter Johann Balk (Mitte) verfolgen die Arbeiten. Alexander Dohnalek von der beauftragten Firma baute mit seinem Team in den vergangenen zwei Wochen rund 4,3 Tonnen Metall in den 14,5 Meter hohen Schacht ein. 8 Personen oder 630 Kilogramm kann die Anlage befördern. Bilder: ck (2)
von Christine Walbert Kontakt Profil

"Ich bin manchmal den Tränen nahe, wenn ich den vielen Staub und Dreck sehe", gibt der Rathauschef unumwunden zu. Das "sportliche Ziel" der Fertigstellung zum 31. November 2017 habe man leider weit verfehlt. Nach der kurzen Winterpause werden seit 20. Januar die Arbeiten im Gebäude fortgeführt.

Nachdem für die Aufzugsanlage der Schacht durch die vier Geschosse kurz vor Weihnachten fertiggestellt worden war, begann die Firma "Schmitt & Sohn" aus Bayreuth mit dem Einbau des Aufzugs. Nach rund zwei Wochen wurden die Arbeiter am Freitag damit fertig. Nach den Tür- und Bodenanschlussarbeiten wird der TÜV die Anlage in Augenschein nehmen. "Wir rechnen Ende März mit der Inbetriebnahme", sagt Bauamtsleiter Johann Balk.

83 Rauchmelder

Wie Alexander Dohnalek von der ausführenden Firma erklärt, wurden insgesamt 4,3 Tonnen Metall in den 14,51 Meter hohen Schacht eingebaut. Die Förderhöhe beträgt fast 10 Meter. Maximal 8 Personen oder 630 Kilogramm können in dem Aufzug befördert werden. "Da es sich hier um einen Altbau handelt, mussten wir alles bohren und kleben", meint der Fachmann. Weiter geht es mit dem Einbau der Brandschutz-Elemente. Allein 83 Rauchmelder sind noch zu installieren. Außerdem, so Wutzlhofer, habe man sich entschieden, einzelne Fußböden auszubessern beziehungsweise zu erneuern. Architekt Josef Schönberger aus Tännesberg, der die Geduld und Kooperationsbereitschaft der Rathaus-Mitarbeiter ausdrücklich lobt, geht davon aus, dass sich die Gesamtkosten im geplanten Rahmen belaufen werden.

Lediglich durch die zusätzlichen Leistungen wie die Erneuerung von Bodenbelägen und die Auflage der Behörden, dass die Brandmeldeanlage eine direkte Schaltung zur Integrierten Leitstelle in Weiden erhält, könnten Mehrkosten von etwa 35 000 Euro ergeben. Schönberger gibt zu Bedenken: "Wenn auch gewisse terminliche Verzögerungen entstanden sind, so ist trotzdem zu sagen, dass trotz der starken Baukonjunktur jede Firma und auch der Architekt stets bemüht waren, das Beste zu geben."

Mitleid mit den Bräuten

Der Bauamtsleiter bleibt angesichts des zeitlichen Verzugs gelassen: "Ich sehe die Zeitüberschreitung nicht als schlimm an. Schlimmer wäre eine drastische Kostenüberschreitung." Schließlich werde es bei den geplanten 1,5 Millionen Euro bleiben. Eine Million steuert das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) bei. Trotzdem sehnt der Bürgermeister das Ende von Lärm und Schmutz herbei: "Ich leide jedes Mal mit den Bräuten, wenn sie im weißen Kleid durch die Baustelle laufen müssen." Wutzlhofer lobt sein "Bauleitteam" (Hans Balk, Markus Wildenauer, Christoph Weiß und Karl Frey), das immer mitdenkt und selber hinlangt. Kleine Leitungen verlegen die Spezialisten im Rathaus schon mal in Eigenregie, damit es vorangeht im Haus.

Bis zum Ende der Sanierungsarbeiten Ende Mai muss sich der Bürgermeister noch in Geduld üben. Ganz zum Schluss muss nämlich die Rückseite des Rathauses noch einmal eingerüstet werden, da dort bislang aufgrund feuchter Mauern der Farbanstrich nicht angebracht werden konnte. Beim Blick auf das vergangene Jahr mit den vielen Beeinträchtigungen für Bedienstete und Besucher des Rathauses überwiegt bei Wutzlhofer dennoch die Freude: "Wir wussten, dass auf uns einiges zukommt. Aber als Belohnung dürfen wir uns dann auf ein schönes Haus freuen." Balk ist ganz seiner Meinung und ergänzt: "Das Rathaus Vohenstrauß ist damit zeitgemäß und zukunftssicher." Angemerkt

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