Realschüler aus Vohenstrauß in Theuern
Wasser wird zur Batterie

Die Sechstklässler waren eifrig bei der Sache. Bild: hfz
Vermischtes
Vohenstrauß
19.05.2017
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Die Vohenstraußer Realschüler erlebten im Strommuseum Theuern einen abwechslungsreichen und informativen Vormittag. Bilder: hfz

Das passte wunderbar zum Thema: Voller Energie erkundeten Sechstklässler der Realschule Vohenstrauß das Strommuseum in Theuern.

Vohenstrauß/Theuern. An einem ziemlich kalten Frühlingstag besuchte die Klasse 6a der Staatlichen Realschule Vohenstrauß auf Einladung des Bayernwerks das Strommuseum in Theuern bei Amberg, wo die Schüler viele spannende Informationen zum Thema Strom in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft erhielten.

Zunächst wollte Johanna Baumann, die durchs Museum führte, wissen, welche Energiequellen derzeit zur Stromerzeugung genutzt werden. Dabei zeigte sich, dass die neugierigen und aufgeweckten Realschüler schon einiges wussten, zum Beispiel, dass es Wind-, Solar-, Wasser- und Kernkraftwerke gibt. Unbekannt war den Jugendlichen jedoch, dass das Bayerwerk für die Verteilung und für die Netze in großen Teilen Bayerns zuständig ist und rund 2800 Mitarbeiter beschäftigt. Auch das Ausmaß des Stromnetzes - fast 200 000 Kilometer Stromleitungen - überraschte die Buben und Mädchen sehr.

Im Lauf der Führung ging es dann um viele technische Fragen. Was ist Niederspannung, was Mittelspannung und was ist Hochspannung? Wie funktioniert zum Beispiel eine Turbine? Geklärt wurde auch der Begriff "regenerative Energieformen". Damit werden erneuerbare Energiequellen bezeichnet, die, im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Öl, Kohle oder Gas, nicht auf endliche Ressourcen zurückgreifen. Es erschien allen logisch, dass man diese Energiegewinnung ausbauen sollte, da die Herstellung von Strom aus erneuerbaren Energien sicher, bezahlbar und umweltfreundlich ist. Natürlich sollte man vor allem auch lernen, Strom zu sparen - auch das leuchtete allen ein.

Bereits auf der Heimfahrt konnten die Schüler ihr Wissen anwenden, dann nämlich, als sie an einer Windkraftanlage vorbeifuhren, deren Rotoren stillstanden. Sie hatten gelernt, dass diese Kraftwerke dann abgeschaltet werden, wenn zu viel Strom erzeugt werden würde.

Schwierige Aufgabe

Die gleichmäßige Versorgung des gesamten Netzes ist nämlich eine der großen Herausforderungen, denen sich das Bayernwerk stellen muss. Da es noch keine Akkus gibt, die große Mengen Strom über lange Zeit "aufbewahren" können, muss Strom immer dann hergestellt werden, wenn er benötigt wird.

Eine Ausnahme stellen in dem Zusammenhang Pumpspeicher-Wasserkraftwerke dar - sie funktionieren wie ein riesengroßer Stromspeicher, da das Wasser mit dem Strom, der gerade zu viel erzeugt ist und nicht unbedingt benötigt wird, nach oben gepumpt wird - sobald Strom benötigt wird, etwa am nächsten Tag, kann dann mit der Wasserkraft Strom erzeugt werden, indem man das Wasser durch die Turbinen fließen lässt. Manchmal weiß man schon im Vorfeld, dass sehr viel Strom benötigt wird, zum Beispiel ist das dann der Fall, wenn alle Haushalte ihre Weihnachtsgans in die "Röhre" schieben.

Interessant wurde es auch im Bereich der Solarenergie. Johanna Baumann erklärte, dass Solarthermie die Produktion von warmem Wasser durch Sonnenenergie bedeutet, während mit Photovoltaik die Stromproduktion durch Lichtenergie bezeichnet wird.

Schier unglaublich klang das, was Baumann zu Nullenergiehäusern erzählte. Diese Häuser brauchen im Durchschnitt keine zusätzliche Energie von außen. Sie kommt nämlich zum Beispiel von der Sonne oder aus der Erde. Geothermie, also die Energiegewinnung aus der Erde, funktioniert genau umgekehrt wie ein Kühlschrank - und man erwärmt sein Haus dabei. Zusätzlich wird durch Wärmerückgewinnung die Wärme genutzt, die man als Lebewesen produziert. Die Jugendlichen fragten sich auf der Heimfahrt, ob das auch mit Schulen funktionieren könnte - schließlich laufen an einer Schule Hunderte kleine und große "Energiekraftwerke" herum.

Eine witzige Energiequelle ist, wie die Kinder fanden, Biogas. Dabei werden Pflanzensilage oder Gülle von unzähligen kleinen Bakterien verwertet, wodurch Biogas entsteht. "Bakterienblähungen" erzeugen also Energie - wer hätte das gedacht.

Rätseln über den Preis

Während der ganzen Führung beteiligten sich die Kinder fleißig und zeigten dabei, dass sie viel Vorwissen mitbrachten - damit war allerdings Schluss, als es darum ging, wie viel der Strom denn kosten würde. In Anbetracht der Tatsache, wie aufwändig er hergestellt wird, schätzten die Jugendlichen diesen Betrag viel zu hoch ein. Zur allgemeinen Erheiterung hatten auch die begleitenden Lehrkräfte keine Ahnung, wie viel der derzeitige Strompreis in etwa beträgt. Jetzt wissen alle, dass eine Kilowattstunde circa 25 bis 30 Cent kostet - damit kann man rund 45 Minuten Staub saugen oder 50 Stunden am Laptop arbeiten.

Johanna Baumann, die die Jugendlichen kenntnisreich und kurzweilig durch das Museum geführt hatte, sparte am Ende nicht mit Lob - die Schüler hatten nicht nur eifrig mitgeschrieben, fotografiert und gefilmt, nein, sie haben sich auch voller Energie beteiligt - und das passt doch wunderbar zu einem Strommuseum.

Klasse 6a der Staatlichen Realschule Vohenstrauß
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