05.04.2018 - 02:00 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Sicherheitsgespräch der Polizeiinspektion Vohenstrauß Deutlich weniger Straftaten

Der Einbruch in eine Wohnung ist für die Betroffenen ein massiver Eingriff. Der Sicherheitsbericht der Polizeiinspektion Vohenstrauß enthält auch in dieser Hinsicht Positives.

Dienststellenleiter Martin Zehent (sitzend) und dessen Stellvertreter Thomas Meiler (Sechster von links) zeigen den Vertretern der Kommune die aktuelle Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Vohenstrauß. Bild: dob
von Elisabeth DobmayerProfil

Im Beisein der Bürgermeister und Vertreter aus den einzelnen Gemeinden aus dem Dienststellenbezirk der Polizeiinspektion haben Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent sowie sein Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Thomas Meiler, die Sicherheitslage und Tendenzen in ihrem Zuständigkeitsbereich analysiert. Damit wollen die Polizeichefs die vertrauensvolle Arbeit stärken und mögliche Probleme offen ansprechen und diskutieren. "Die Sicherheitslage ist weiterhin gut", lautete das Resümee.

Den Polizeichefs ist es wichtig, engen Kontakt zu den Kommunen zu halten. Vorrangig ging es um die Entwicklung der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallzahlen. 2017 wurden 1346 Straftaten registriert, die damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (1743) lagen. In diese Zahl fließen ebenso die Aufgriffe der im Dienstbereich tätigen Schleierfahnder der Fahndungsinspektion sowie der Bundespolizei Waidhaus und des Zolls ein. Bei den durch die Beamten der Polizeiinspektion selbst bearbeiteten Delikten ergab sich 2017 mit 669 Straftaten ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. 2016 waren es noch 729. Im Fünf-Jahres-Vergleich bewege man sich damit im durchschnittlichen Bereich.

Taten verhindern

2017 ging auch die Zahl der Wohnungseinbrüche auf eine einstellige Zahl zurück. Nachdem gerade derartige Delikte einen massiven Eingriff in das Sicherheitsempfinden der Betroffenen darstellen, unternehmen die Beamten der Polizeiinspektion weiterhin verstärkt Anstrengungen, um solche Taten aufzuklären und möglichst zu verhindern. Dazu zählen unter anderem Schwerpunktaktionen, eine verstärkte Streifentätigkeit und Präventionsveranstaltungen mit den Kollegen der Weidener Kriminalpolizei. Bei verdächtigen Wahrnehmungen bittet die Polizei, umgehend die Rufnummer 110 zu wählen.

Hilfe von Bürgern

"Bitte helfen Sie uns, Ihnen helfen zu können. Jeder Einbruch ist einer zu viel, jede Mitteilung ist wichtig und wird gerne entgegengenommen", betonte Zehent. Den Menschen soll mit dieser Notrufoffensive die Scheu genommen werden, den Polizeinotruf zu wählen. Aufmerksame Bürger könnten oft den entscheidenden Hinweis geben. Im Bereich der Rauschgiftkriminalität war im vergangenen Jahr glücklicherweise ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen. Insbesondere in diesem Bereich schlagen ebenso die Aufgriffe der bereits genannten Fahndungseinheiten im Durchgangsverkehr zu Buche. Den hohen Fahndungsdruck sehen die Inspektionsleiter als möglichen Grund für den Rückgang der Zahlen.

Mutmaßlicher Brandstifter

In Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Weiden wurden nach einer mutmaßlichen Brandstiftung in Vöslesrieth bei Pleystein, bei dem ein landwirtschaftliches Nebengebäude ein Raub der Flammen wurde, umfangreiche Ermittlungen durchgeführt. Nach zwei weiteren versuchten Brandstiftungen in der unmittelbaren Umgebung, konnte im Februar 2018 ein Tatverdächtiger ermittelt und festgenommen werden. Gegen ihn wurde mittlerweile vom Amtsgericht Weiden Haftbefehl erlassen.

Fast gleichzeitig ist eine Einbruchserie in Vohenstrauß von Januar und Februar diesen Jahres erfolgreich beendet worden. Ein verdächtiger Vohenstraußer wurde in Kooperation mit der Polizeiinspektion Weiden festgenommen. Er steht im Verdacht, in Vohenstrauß 13 Einbrüche sowie in Weiden und Vohenstrauß rund 10 Pkw-Aufbrüche begangen zu haben. Auch gegen ihn wurde vom Amtsgericht Weiden ein Haftbefehl erlassen.

Eine größere Einsatzlage ergab sich für die Polizeiinspektion im vergangenen Jahr beim "Ostbayerischen Faschingszug" in Vohenstrauß. Immerhin geschätzte 15 000 Besucher verfolgten dieses Spektakel. Deswegen waren großräumige Verkehrsmaßnahmen unter Koordination der Polizei mit den Einsatzkräften der Feuerwehr nötig.

Bei den Heimatfesten in Waldthurn und Moosbach wurden bereits im Vorfeld und während der jeweiligen Veranstaltungen polizeiliche Maßnahmen und Betreuungen in Zusammenarbeit und Absprache mit den Verantwortlichen geplant und durchgeführt. Diese Großeinsätze verliefen völlig problemlos und entspannt. Zehent und Meiler dankten "für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Gemeinden und Organisationen im Dienstbereich". Man wolle die Arbeit für die Bürger fortsetzen und an einem Strang ziehen.

Etwas mehr Unfälle

Auf den Straßen im Inspektionsbereich ereigneten sich im vergangenen Jahr 768 Verkehrsunfälle (2016: 752) und (2015: 732). 347 Mal (45 Prozent) handelte es sich um Wildunfälle. Daher richtete der Dienststellenleiter einen Appell an alle Verkehrsteilnehmer, gerade auf Waldstrecken und in der Dämmerung besonders vorsichtig zu fahren.

Zweimal waren bei Verkehrsunfällen auch Todesopfer zu beklagen. Am 16. Mai 2017 missachtete in Georgenberg, in der Nähe des Kastanienhofs, ein Rollerfahrer die Vorfahrt eines Transporters.

Beim Zusammenstoß erlitt der Rollerfahrer tödliche Verletzungen und am 22. Juni 2017 kam es auf der Bundesstraße B 22 bei Tännesberg zu einem Zusammenstoß zwischen einem VW Caddy und einem Kleintransporter. Der vermutliche Unfallverursacher im Caddy wurde bei dem Zusammenstoß ebenfalls tödlich verletzt. Traurig stimmt der Überblick über Unfälle unter Alkoholeinfluss, die mit 9 Fällen erheblich anstiegen. 2016 waren es 3, 2015 aber 7 Unfälle.

"Das ist leider ein erheblicher Anstieg", sagte Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent. Die Beamten setzen in diesem Bereich weiterhin auf Prävention durch Kontrollen. So gelang es, im präventiven Bereich in 5 Fällen bevorstehende Fahrten unter Alkoholeinfluss zu verhindern. (dob)

Ermittlungserfolge

Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Vohenstrauß führten im vergangenen Jahr immer wieder zu erfreulichen Tataufklärungen. Von Juni bis August gab es 37 Aufbrüche an Schuppen und Scheunen im Dienstbereich. Durch umfangreiche Spurensicherungen und Ermittlungen konnten mittlerweile mehrere tschechische Staatsangehörige als mögliche Tatverdächtige ermittelt werden. Mit noch ausstehenden Spurenauswertungen sind die Beamten sehr zuversichtlich, diese Taten nachweisen zu können. Ein erster Erfolg ist bereits verbucht worden, da es seit einer Kontrolle von Tatverdächtigen im August durch Fahndungsbeamte aus Waidhaus keine neuen Einbrüche gegeben hatte. (dob)

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