12.01.2018 - 11:32 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Unfall bei Wieselrieth: 600 Liter Diesel ausgelaufen - B 22 einseitig gesperrt Sattelzug wird geborgen

Das kolossale Ausmaß der Auswirkungen des Verkehrsunfalls auf der Bundesstraße 22 bei Wieselrieth, bei dem sich vier Personen verletzten, wurde erst Stunden später bei Anbruch des Morgens so richtig sichtbar.

Mit schweren Bergefahrzeugen der Firma Balk aus Waidhaus wurde der verunfallte Sattelzug zurück auf die Straße befördert. Das neuwertige Zugfahrzeug dürfte wirtschaftlichen Totalschaden aufweisen. Die Bergungsarbeiten dauern an.
von Elisabeth DobmayerProfil

Wenige Minuten nachdem die Stützpunktwehr aus Vohenstrauß am Donnerstagabend, nach dem Unfall-Einsatz,  ins Gerätehaus am Fluderweg zurückkehrte, alarmierte die Integrierte Leistelle (ILS) Weiden die Feuerwehr um Stadtkommandant Mario Dobmayer noch einmal - aus einem alten Klärteich, unweit der Unfallstelle, ist beißender Dieselgeruch festgestellt worden.

Aus dem beschädigten Dieseltank des unfallbeteiligten Sattelzugs liefen nicht wie ursprünglich angenommen 200 Liter, sondern die dreifache Menge aus. Das Tankvolumen umfasst laut des Spedition-Chefs Otto Obendorfer aus Altenstadt bei Vohenstrauß 990 Liter. Zum Unfallzeitpunkt dürften sich noch rund 600 Liter im Tank befunden haben, die letztendlich vollständig ins Erdreich versickerten und über die Drainageleitungen in den alten Klärteich gelangten, der als Auffangbecken für Oberflächenwasser dient.

Klärbecken komplett befreien

Ludwig Reitinger von der technischen Gewässeraufsicht vom Wasserwirtschaftsamt Weiden nahm die Gesamtsituation noch am selben Abend in Augenschein. Das kontaminierte Erdreich muss schnellstmöglich abgetragen und fachgerecht entsorgt werden, hieß es. Gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer war sich Reitinger einig, dass das Klärbecken vollständig vom Dieselkraftstoff zu befreien ist.

Das Wasser gelangt sonst in die Luhe und könnte dort verheerende Schäden anrichten. Erste Gegenmaßnahmen trafen die Einsatzkräfte der Feuerwehr Vohenstrauß noch in der Nacht und richteten eine Ölsperre um den Ablaufmönch ein.

Mit mehreren Schwerlastbergefahrzeugen rückte am Freitag eine Waidhauser Spezialfirma zur Unfallstelle aus, um den im tiefen Erdreich versunkenen Sattelzug zu bergen. Mit einem speziellen Abschlepp-Bergekran versuchen die Mitarbeiter den verunglückten Koloss auf sicheres Gelände bringen.

Geschätzter Schaden: 200.000 Euro

Den von den Polizeibeamten ursprünglich geschätzten Schaden von insgesamt 20.000 Euro revidiert Obendorfer - mittlerweile geht man von einer Summe von rund 200.000 Euro aus, da es sich bei der Sattelzugmaschine um ein erst zwei Monate altes Fahrzeug handelt. Nach derzeitigem Stand dürfte das Gefährt wirtschaftlichen Totalschaden aufweisen.

Weil das Lenkgetriebe des Sattelzugs durch den Unfall defekt ist, gestaltete sich die Bergung zusätzlich als äußerst schwierig. Mitarbeiter der Straßenmeisterei sperren während der mehrstündigen Bergungsmaßnahme die vielbefahrene Bundesstraße einseitig ab.

Mittlerweile erhielt das Speditionsunternehmen einen Anruf aus Hamburg. Dort werden die Stapler-Teile sehnsüchtig erwartet. Der Sattelzugfahrer kam mit der Ladung aus Vilshofen, wäre in Weiden durch einen Kollegen abgelöst worden und hätte in den verdienten Feierabend gehen können.

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