VdK Vohenstrauß feiert 70-jähriges Bestehen
Anwälte des Sozialen

Festrednerin Dagmar Mittelmeier ist seit jeher durch ihren Vater Georg Bauer, der bereits verstorben ist, mit dem VdK-Ortsverband verbunden. "Der VdK gehörte einfach zu unserer Familie". Georg Bauer war stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbands.
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Vohenstrauß
05.09.2017
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In Vohenstrauß gehört der VdK seit 1947 zum gesellschaftlichen Bild der Stadt. Zum Jubiläum erinnern die Verantwortlichen an die Geschichte und an unvergessene Mitstreiter.

Der VdK-Ortsverband feierte am Sonntag mit einem Herbstfest im evangelischen Gemeindehaus 70-jähriges Bestehen. "Von einem ehemaligen Kriegsopferverband heraus entwickelte sich der VdK über Jahrzehnte zu einem modernen Sozialverband, der erfolgreich für Mitmenschlichkeit und soziale Gerechtigkeit kämpft", unterstrich Vorstandsmitglied und Festrednerin Dagmar Mittelmeier, die seit Kindertagen durch ihren Vater und ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Georg Bauer eng mit dem VdK verwurzelt ist. An großen Schautafeln waren die sieben Jahrzehnte des Ortsverbands zu sehen.

Der Erfolg der Kampagne "Weg mit den Barrieren" sei mittlerweile erkennbar, denn die Bahnhofstraße sei erneuert und eine Behinderten-Toilette im Rathaus errichtet worden. Jetzt werde sogar ein Aufzug ins Rathaus eingebaut, für den sich besonders Vorsitzender Erich Völkl seit jeher einsetzte, merkte Mittelmeier an. Die Erfolgsgeschichte des VdK zeige sich aber vor allem in den Mitgliederzahlen. Ende 2016 wurde der historische Höchststand von 664 000 Mitgliedern in Bayern erreicht.

In Vohenstrauß gehöre der Sozialverband seit 1947 zum gesellschaftlichen Bild der Stadt. Die Gründung künde von der Bereitschaft, sich gegenseitig zu unterstützen, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen und dem Willen, den Wiederaufbau aktiv zu gestalten, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Nur ein Jahr später als der VdK-Landesverband formierte sich in Vohenstrauß der Ortsverband. Das Grundprinzip habe sich bis heute bewährt. "Der VdK-Ortsverband wirkte mit, unser soziales Netz enger zu knüpfen und auszugestalten." Dafür dankte der Rathauschef allen Mitstreitern der vergangenen sieben Jahrzehnte.

"Wir leben heute glücklicherweise in einem Sozialstaat, in dem es Hilfen für Schwerbehinderte, Pflegebedürftige, Alte und Kranke gibt. Materielle Absicherung ist ein hohes Gut, aber keine Selbstverständlichkeit. Vieles musste erstritten und hart erkämpft werden", anerkannte das Stadtoberhaupt. Dem VdK sei es zu verdanken, dass viele Menschen in schweren Zeiten Hilfe erfuhren und ihnen Hoffnung gegeben wurde. Menschen mit Behinderungen und sozial bedürftige Menschen bräuchten eine Lobby und eine Stimme. Gerade die vielen Ehrenamtlichen in den Ortsverbänden seien dafür ein Garant. "Für mich seid ihr kompetente Anwälte des Sozialen."

In Sachen Barrierefreiheit habe sich auch in Vohenstrauß viel getan. Abgeflachte Bordsteinkanten, ein behindertengerechter Eingang im Rathaus und künftig der Aufzug im denkmalgeschützten Gebäude. "Unser Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen wurde durch den VdK geschärft." Es sei das gemeinsame Anliegen, "dass sich Vohenstrauß als eine Stadt mit menschlichem Gesicht bezeichnen kann". Wutzlhofer wünschte dem Ortsverband mit seinen rund 420 Mitgliedern auch zukünftig eine erfolgreiche Arbeit. Kreisvorsitzender Josef Rewitzer lobte Völkl, der seit fast 20 Jahren an der Spitze des Ortsverbands steht und als einer der besten Sammler der Aktion "Helft Wunden heilen" im gesamten Kreisverband gilt. Völkl machte den Vohenstraußer VdK zu dem wie er sich heute in der Öffentlichkeit präsentiere.

Als viertgrößter Ortsverband im Kreisverband genieße die Gemeinschaft großes Vertrauen "als Garant für soziale Gerechtigkeit und Verlässlichkeit". Völkl dankte für das Geldgeschenk des Bürgermeisters zum VdK-Geburtstag. Nach dem offiziellen Teil bewirteten die Vorstandsmitglieder die Gäste mit selbst gebackenen Kuchen, Kaffee und später mit Grillspezialitäten. Das Pfalzgraf-Duo Horst Peugler und Karl Völkl begleitete die Veranstaltung.
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