Vohenstraußer Stadtteil bekommt Glockenturm
Der Glöckner von Unterlind

Alfred Uschold zeigt den Plan des Glockenturms, der die Dorfmitte in Unterlind prägen soll. Bild: tss
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Vohenstrauß
05.01.2017
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Als Alfred Uschold noch im Außendienst unterwegs ist, freut er sich immer besonders, wenn in einem Ort Glocken läuten. In seinem Heimatort Unterlind fehlt ihm das. Doch Mitte August geht nun der Wunsch des Rentners in Erfüllung.

Unterlind. Die Idee hatte Dorfsprecher Uschold schon länger, konkret wurde das Vorhaben vor drei Jahren. "Zu den Grundvoraussetzungen, den ländlichen Raum bei uns in der nördlichen Oberpfalz auch für künftige Generationen als Wohnraum attraktiv zu erhalten, gehören gepflegte Dörfer. Wo es optisch ansprechend ist, dort hält man sich gerne auf. Von besonderer Bedeutung für ein Dorf und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist eine ansprechende Dorfmitte, ein Platz, der verbindet." Da die Stadt heuer den Dorfplatz samt Bushäuschen im Vohenstraußer Ortsteil umgestaltet, bekommen die 64 Einwohner nämlich auch gleich einen Glockenturm, der den Dorfplatz künftig prägen soll. "Alle waren damit einverstanden, der Zusammenhalt im Ort ist sehr gut", betont Uschold. Das Material zahlt die Kommune, aufbauen werden ihn die Unterlinder mit Hilfe der Zimmerei Schmid aus Oberlind selbst. Das Geld für die Glocke müssen die Bürger ebenfalls aufbringen. "Zur Finanzierung werden unter anderem die Erlöse aus dem Dorffest hergenommen", erklärt Uschold.

Spendenkonto

Auch viele Spenden sind bereits eingegangen. Für weitere Zuwendungen gibt es beim katholischen Pfarramt in Vohenstrauß außerdem ein Konto: DE47 7536 3189 0000 4249 00 (Raiffeisenbank). Eventuell kommen noch weitere überregionale Zuschüsse. Die Anträge sind jedenfalls gestellt.

"Die Glocken aus Oberlind hören wir nicht, obwohl es so nah ist. Da müsste schon ein extrem guter Wind sein, was eher selten ist", sagt der Dorfsprecher. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten für den sechs Meter hohen und 2,50 mal 2,50 Meter breiten Glockenturm in der Ortsmitte beginnen. Den Plan hat Außendienstleiter Karl Frey skizziert. Die Glocke hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern, ist 55 Zentimeter hoch und wiegt etwa 65 Kilogramm. Uschold hat bereits zwei Angebote von Glockengießereien vorliegen, will aber noch weitere einholen.

Spätestens Mitte August muss alles fertig sein, "damit die Glocke zum Dorffest das erste Mal läuten kann". Statt wie bisher am Tag vor Mariä Himmelfahrt ist die Veranstaltung diesmal eventuell schon am 13. August. Das steht aber noch nicht fest. Sicher ist, dass es eine Glockenweihe mit Dekan Alexander Hösl geben wird. "Dann wird mir das Herz aufgehen", hofft Uschold.
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