07.04.2017 - 20:00 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vortrag von Dr. Markus Lommer zu Martin Luther Glauben bewusster und öffentlicher leben

(dob) Ob dieselben Initialen von Martin Luther und Dr. Markus Lommer ausschlaggebend für das riesige Interesse am großen Reformator sind, bleibt dahin gestellt. Doch der Sulzbach-Rosenberger Pastoralreferent, der an der OTH Amberg-Weiden unterrichtet, setzt sich mit beiden Konfessionen auseinander.

Dr. Markus Lommer aus Sulzbach-Rosenberg.
von Elisabeth DobmayerProfil

Seine familiären Wurzeln reichen bis in die Großgemeinde. Hans Kemnitzer war sein Firmpate. Verwandtschaftliche Beziehungen unterhält er außerdem zur früheren Konditorei Gilch in Altenstadt, verriet der Referent im Pfarrheim St. Marien beim Vortrag "Was Martin Luther den Katholiken zu sagen hätte". Eines sei sicher: "Die Kirche ist immer zu erneuern, auch die katholische".

Bereits zu Lebzeiten Luthers wurde Negatives wie Positives hervorgerufen. In Regensburg gab es vor Jahrzehnten den berühmt berüchtigten "Luther-Beer". Während seines Theologiestudiums durfte Markus Lommer ihn selbst noch öfter erleben. Gemeint war Theobald Beer (1902 bis 2000).

Beer sei wohl unbestreitbar unter Katholiken und Protestanten der profundeste und exakteste Lutherkenner. Vieles sei aber aus dem Zusammenhang gerissen und hineininterpretiert und könne deswegen nicht repräsentativ für das aktuelle katholische Luther-Bild gelten. Weder der drollige Stehbär mit Bibel und Bruststimme noch der idealisierte Kirchenheld ohne Fehl und Tadel werden dem Reformator Luther gerecht. Aber ebenso wenig tauge das Bild vom "ach so bösen, psychopathischen Erzketzer und Kirchenspalter".

Die heutige römisch-katholische Kirche lasse sich mittlerweile durchaus von Martin Luther etwas sagen. "Immerhin sagte Luther viel Wegweisendes und Wertvolles." Ja mehr noch: im Kontext des 500. Reformationsjubiläums seien bisher so aufsehenerregende Dinge von beiden Seiten passiert, die noch vor wenigen Jahrzehnten evangelische und katholische Christen, geschweige denn Martin Luther selbst, nicht für möglich gehalten hätte.

"Wenn wir es schaffen, Martin Luther zwischen fundamentalistischer Verteufelung und unkritischem Starkult richtig einzuordnen als gläubigen Christ und leidenschaftlichen Erneuerer, dann öffnen sich unsere Ohren auf beiden konfessionellen Kopfseiten für das, was er wirklich zu sagen hat." Man müsse den Glauben bewusster und öffentlich wirksamer zu leben. "Damit Gott uns wieder nahe kommt, müssen Glaube und Spiritualität verständlich werden. Dazu sollte das Reformationsjahr 2017 dienen - für Katholiken und Protestanten". Dazu müsse man sich aber auch der Person Martin Luther neu und unvoreingenommen nähern.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.