18.03.2018 - 20:00 Uhr
Vohenstrauß

Wärmetauscherschaden im Hackschnitzelheizwerk kostete Nerven Zwei Tage frieren

Bis zum 28. November war es für die Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß ein relativ ruhiges Geschäftsjahr. Doch dann kamen unabwendbare Probleme.

Das Hackschnitzellager am Biomasseheizwerk der Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß quoll fast über. Die Hälfte aller gelieferten Hackschnitzel der Waldbesitzer müssen anderweitig vermarktest werden. Bild: dob
von Elisabeth DobmayerProfil

"Ich hoffe, dass das laufende Jahr wieder besser wird", erklärte der Geschäftsführer der Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß, Markus Schaller, mit Blick auf die Zahlen in der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Eslarn-Vohenstrauß. Am 28. November ereignete sich im Heizwerk ein größerer Schaden mit einem Wärmetauscher, wie schon ein Jahr zuvor.

Nachfolgend wurde dieser Wärmetauscher repariert und ging wieder in Betrieb. Mit dem Kesselhersteller wurde bereits vereinbart, in der heizarmen Zeit die beschädigten Teile komplett zu wechseln. Ursachenforschungen wurden betrieben, jedoch gebe es verschiedene Faktoren, die in Frage kommen. Ausgerechnet am 25. Dezember erhielt Schaller erneut eine Störungsmeldung, und es stand wieder der gesamte Keller unter Wasser. Wegen der Feiertage war die Herstellerfirma erst wieder ab 8. Januar mit Technikern und Statikern besetzt.

Bis die komplette Reparatur in die Wege geleitet werden konnte und wegen der Lieferzeit der zu tauschenden Rohrbündel konnte schließlich erst wieder Anfang Februar mit Hackschnitzel angeheizt werden. Das Resultat aus diesem Schadensereignis war beträchtlich: "40 Tage Stillstand. Deshalb wurden 36 000 Liter Heizöl verbrannt, und außerdem froren die Kunden an zwei Tagen, nachdem auch der Ölofen auf Störung lief." An diesen Tagen hätten sich alle Kunden persönlich bei ihm gemeldet. Seit der Reparatur funktioniere wieder alles gut.

Insgesamt hatte das Biomasseheizwerk 5086 Megawattstunden (MWh) ins Wärmenetz gespeist. Davon wurden 4087 MWh (80 Prozent) vom Biomasseheizkessel erzeugt. An den Übergabestationen wurden 4238 MWh gemessen, die an die Kunden verkauft wurden, berichte Schaller.

Der Erzeuger verzeichnete einen Verlust in Höhe von 848 MWh (16,67 Prozent). Dies sei einem größeren Abnehmer geschuldet, der die Wärmezufuhr mit einem falschen Rücklauf belastete. Im Abrechnungsjahr 2017 wurden zudem etwa 290 MWh weniger an Wärme an die Kunden verkauft, was dem milden Wetter zuzuschreiben sei, aber auch der energetischen Sanierung im Walter-Siegert-Caritasheim, die dadurch 10 Prozent weniger Bedarf hatten.

Außerdem wurde die Heizanlage in der Stadtpfarrkirche mit dem Neubau des Pfarrheims umgehend saniert. Im Pfarrheim brauche man nun rund ein Drittel weniger an Wärme als vor dem Neubau.

Zu viel Hackschnitzel

Beim Hackschnitzelverkauf für die Privathaushalte wurden rund 1350 Schüttraummeter (Srm) abgesetzt. Im vergangenen Jahr waren es noch 1600 Srm. 1900 Srm wurden an die verschiedenen Abnehmer wie das Heizwerk in Neustadt/WN verkauft. Der Eigenverbrauch liege bei 6010 Srm, was 49 Prozent des gesamten Hackschnitzeleinkaufs entspreche. Ohne Fremdfirmen fielen von den regionalen Waldbauern 12 240 Srm an, informierte Markus Schaller. Die Hälfte aller gelieferten Hackschnitzel seien damit zu viel und müssten deshalb so gut wie möglich vermarktet werden.

Für das Heizwerk in Neustadt/WN habe man eine große Menge an Hackschnitzeln vorgehalten. Leider konnte der Betrieb erst mit Ablauf Januar 2018 aufgenommen werden, bedauerte Schaller. Bekanntlich sei das Biomasseheizwerk an den Heizölpreis gekoppelt. Die Umsatzerlöse hätten sich im Geschäftsjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 92 246,72 Euro (18,87 Prozent) vermindert. Den Jahresfehlbetrag nach Handelsrecht gab der Sprecher mit knapp 50 000 Euro an, den man leider hinnehmen müsse. (dob)

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