Waldbesitzervereinigung Eslarn - Vohenstrauß vor Kalamitäten verschont geblieben
Stabile Wälder trotzen Stürmen

141 Stimmberechtigte wählen Hans-Peter Lang (vorne, Dritter von rechts) wieder an die Spitze der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß. Hinter ihm steht eine schlagkräftige Mannschaft. Bild: dob
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Vohenstrauß
16.03.2018
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Borkenkäferplage, Sturmschäden und der Klimawandel stellen die regionalen Waldbesitzer vor große Herausforderungen. Extreme beim Wetter sind nicht zu übersehen. "Lassen wir nicht den nächsten Sturm über unser Holz entscheiden", sagt Hans-Peter Lang.

Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Eslarn-Vohenstrauß sprach in der Jahresmitgliederversammlung in der voll besetzten Stadthalle von einem etwas ruhigeren Jahr. Die WBV sei vor größeren Kalamitäten verschont geblieben. Erfreulicherweise gab es in den vergangenen Monaten auch genügend Niederschlag, so dass die Wasserspeicher im Boden wieder gut gefüllt seien.

Von Stürmen werde man auch zukünftig nicht verschont bleiben. Deshalb riet der Vorsitzende den Waldbauern, kontinuierlich Holz einzuschlagen, um es zu einem angemessenen Preis verkaufen zu können. Außerdem werden die Bestände durch die Durchforstung gestärkt und so die Anfälligkeit für Sturmereignisse gemindert. Die WBV sei eine Art "Vollkaskoversicherung" für den Notfall, denn die Organisation helfe jedem Waldbesitzer, Schadensereignisse in Ruhe aufzuarbeiten.

1173 Mitglieder

Es sei äußerst wichtig, dass eine Kontrolle der Abrechnungsmengen stattfindet, was aber nur gewährleistet sei, wenn durch einen Dritten und nicht durch den Holzaufkäufer selbst die Mengen erfasst werden. Derzeit gehören 1173 Mitglieder der WBV an. Nachdem einige "Karteileichen" entsorgt wurden, verzeichnete die Gemeinschaft einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Forstdirektor Gerhard Hösl appellierte an die Waldbesitzer, bei Problemen mit der Waldverjüngung auf die Jagdpächter zuzugehen und möglichst ehrlich miteinander umzugehen. Ein großes Anliegen war ihm das Pflanzen von Mischbaumarten für stabile Wälder.

Verlässlicher Partner

Dies werde auch gefördert. Unter wirtschaftlichem Aspekt seien 30 Prozent Mischbaumarten sinnvoll. "Wenn wir es schaffen, dass zu den 30 Prozent Mischbaumarten auch die Tanne und Douglasie und andere dazugehören, dann bin ich froh." Bei den Förderungen habe sich nicht viel geändert. "Wir haben wieder genug Geld und können alle Maßnahmen bedienen." Deshalb würden auch Rückewege und steile Gelände bezuschusst. Die Revierleiter Stefan Stangl (Vohenstrauß), Albert Urban (Irchenrieth) und Sebastian Höllerer (Floß) stehen hier gerne zur Seite. Im Hinblick auf den Privat- und Körperschaftswald oder des genossenschaftlichen Walds habe die Stadt mit der WBV einen sehr guten Partner an der Seite, auf den stets Verlass sei, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Vor allem bei der Holzvermarktung klappe alles perfekt.

Nachdem sich der Freistaat langsam aus der Aufgabe der Betriebsleitung des Körperschaftswalds herausnimmt, sei die Stadt froh, mit WBV-Förster Andreas Eiser auf einen absoluten Fachmann bauen zu können. Josef Ziegler, Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz, ging auf den Waldzuwachs in Deutschland ein. Die Bundesrepublik besitze elf Millionen Hektar Holz. Drei Milliarden Festmeter Holz stehen in Deutschland. Eine Milliarde Festmeter wachse allein in Bayern. Im Durchschnitt kommen so auf einen Hektar knapp 400 Festmeter. Deshalb riet er, die Wälder gehörig zu durchforsten, damit sie gegenüber Stürmen widerstandsfähiger werden.

Ergebnis der NeuwahlenBei den Neuwahlen gab es nur geringfügige Veränderungen. Vorsitzender bleibt Hans-Peter Lang (Peugenhammer). Stellvertreter sind Markus Stahl (Heumaden) und Hans Kleber (Eslarn).

Rechnungsführer ist Bernhard Wittmann (Isgier) und dessen neuer Stellvertreter Wolfgang Uschold (Unterlind). Schriftführer ist Johann Hanauer (Moosbach), Kassenprüfer sind Hermann Helm (Pleystein) und Michael Bauer (Heumaden). Zu Beisitzern wählten die 141 Stimmberechtigten Christian Albrecht (Fiedlbühl), Hans Bayerl (Linglmühle), Georg Völkl (Zeßmannsrieth), Andreas Demleitner (Oberaltmannsrieth), neu Andreas Bodensteiner (Albersrieth), Martin Kick (Tännesberg), neu Dietmar Troidl (Steinach), Josef Neuber (Riedlhof), Markus Schaller (Bibershof), Peter von Heemskerck (Waldau), Wolfgang Beierl (Obernankau) und ebenfalls neu Albert Beer (Vohenstrauß). (dob)
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