01.03.2018 - 18:06 Uhr
Vohenstrauß

Auszeichnung für Reger Bau Imagepflege als Bewerbermagnet

Ist der Betrieb attraktiv, kommen auch die Bewerber. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Strategie der Reger Bau GmbH bringen. Von der Arbeitsagentur gibt es dafür eine Auszeichnung.

Bereichsleiterin Claudia Wildenauer-Fischer von der Arbeitsagentur Weiden (Zweite von links) überreicht an Unternehmenschef Josef Reger (Dritter von links) das Ausbildungszertifikat für kleine und mittlere Betriebe. Mit dabei auch Unternehmenschefin Michaela Reger und Arbeitsvermittler Lars-Björn Ehrentraut. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

"Wir versuchen über ein vernünftiges Image, für Bewerber attraktiv zu sein", erklärt Unternehmer Josef Reger. Damit verrät er sein Geheimnis, warum er auch in Zeiten des großen Bewerberschwunds in den Handwerksberufen trotzdem noch genügend Nachwuchskräfte bekommen kann.

Internetauftritt, Fuhrpark, Bauhof, Gebäude und alle andere Firmeneinrichtungen will der Bauunternehmer immer so präsentieren, dass sie dieses positive Image fördern. So gelingt es, dass jedes Jahr zwei oder drei neue Auszubildende eingestellt werden können. Damit wird der altersbedingte Abgang ersetzt und so die gesamte Beschäftigtenzahl von circa 120 Arbeitnehmern aufrechterhalten.

Weil das Gesamtkonzept der Firma viele weitere beispielgebende Aktionen enthält, um Nachwuchskräfte anzulocken, wurde es von der Arbeitsagentur Weiden in der Kategorie "kleine und mittlere Unternehmen" mit dem Ausbildungszertifikat 2018 ausgezeichnet. Anlass war die "Woche der Ausbildung der Bundesagentur für Arbeit" und "die Woche der Aus- und Weiterbildung" des Bayrischen Wirtschaftsministeriums. Bereichsleiterin Claudia Wildenauer-Fischer überreichte die Auszeichnung in einer Feierstunde.

Dabei betonte sie ausdrücklich, dass das Gesamtkonzept des Unternehmens "von der Bewerberakquise bis zur Mitarbeiterbindung" ausschlaggebend für die Preisvergabe war. Besonders aufgefallen sei der Jury, dass im Unternehmen viel Wert auf die Imagepflege gelegt werde, was sich als Bewerbermagnet erwiesen habe. Ein Beispiel beschrieb Wildenauer-Fischer mit Hinweis auf den sehr attraktiven Internetauftritt, in dem Schüler zur "Bewerbung ohne Unterlagen" aufgefordert würden. Dazu bemerkte Reger: "Schulnoten sind für uns überhaupt kein Kriterium." Das Schulsystem belohne diejenigen, die besonders viel Wissen lernen können. Dies sei kein Indiz dafür, ob jemand ein guter Handwerker werden könne.

Ein positives Unternehmensansehen hält der Vohenstraußer deshalb für wichtig, weil das Hauptproblem des Handwerks "unser schlechtes Image ist". Dem Facharbeiter müsste viel mehr Wertschätzung entgegengebracht werden, "schließlich verdient ein ausgelernter Mauer zwischen 3300 und 3500 Euro". Schon in der Schulausbildung müsste das Handwerk mehr Gewicht haben, fordert Reger.

Das positive Image solle auch die jährliche Aktion "Lehrlingshaus" vermitteln. Sie stoße regelmäßig auf große Aufmerksamkeit, weil dabei Auszubildende in eigener Organisation und Verantwortung ein Wohnhaus errichten. "Das Lehrlingshaus ist Werbung für den Berufsstand", kommentierte Klaus Gredinger, Teamleiter des Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur. Auch heuer soll diese Aktion durchgeführt werden.

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