01.09.2017 - 16:04 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Förderprogramm für Waldbesitzer Im Wald Platz schaffen

Karl Schmidt von der Wilhelmshöhe bei Vohenstrauß macht seinen jungen Wald fit für die Herausforderungen des Klimawandels. Dafür bekommt er staatliche Förderungen.

"Der Eiche soll geholfen werden. Sie braucht mehr Platz", erklärt Forstamtmann Stefan Stangl (rechts). Daher sägte Karl Schmidt eine Fichte um. Bild: rti
von Martin Maier Kontakt Profil

Eindringlich wirbt Forstamtmann Stefan Stangl für die Pflege von jungen Waldbeständen. Ziel müsse sein, unterdrückte Baumarten wie Kiefer, Lärche, Eiche, Buche oder Tanne zu erhalten. Im Gegenzug müssten sogenannte "Bedränger" umgesägt werden. Oft seien dies Fichten.

"Das große Thema bei der Bewirtschaftung der Wälder ist künftig der Klimawandel", ist sich der Leiter des Forstreviers Vohenstrauß sicher. Mit Blick auf immer längere Trockenperioden sei die Fichte als Flachwurzler besonders betroffen. "Daher ist es sinnvoll, das Risiko auf verschiedene Baumarten zu streuen."

Außerdem sollten die Fichten nicht eng aneinander stehen. Somit seien sie nicht "dem Stress durch Wassermangel" ausgesetzt, und könnten sich besser gegen den Borkenkäfer wehren. Denn eine gesunde Fichte "versucht, den Käfer zu verharzen".

Um den Wald in diesem Bereich fit für die Zukunft zu machen, gibt es nach rund einjähriger Unterbrechung wieder die Möglichkeit, das Förderprogramm der sogenannten "Jugendpflege" in Bayern zu beantragen. Der Fördersatz liegt bei 400 Euro pro Hektar. "Das ist nichts, womit man reich wird, aber wenn der Antragsteller die Arbeiten selbst durchführt, sind zumindest die Unkosten gedeckt", erläutert Stangl. Karl Schmidt hat zusammen mit seiner Frau Edeltraut den Antrag beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaften und Forsten (AELF) in Weiden schon gestellt. Vorher hatte Stangl ihn beraten. Den zuständigen Förster vor Ort findet jeder Waldbesitzer im Internet auf der Seite des Bayerischen Forstministeriums ("Försterfinder").

Schmidt, den Stangl als "einen vernünftiger Waldbesitzer, der frühzeitig reagiert", bezeichnet, ist momentan mit den Maßnahmen beschäftigt. Zum Großteil ist das die Pflege der jungen Waldbestände. In reinen Fichtenbereichen müssten die Besitzer vorwüchsige Bäume mit guter Qualität freistellen. "Diese sollen eine große Wurzel und ebenso große Krone entwickeln. Damit sind sie vital und widerstandsfähig gegen Borkenkäfer und Windwurf", macht Stangl deutlich.

Zwar sollten die Bestände schon in jüngeren Alter gepflegt werden, allerdings sei bei der Förderung die Grenze erst bei 15 Meter Oberhöhe erreicht. Für einen reinen Fichtenwald gebe es kein Geld. Ebenso reiche es nicht, nur bereits abgestorbene "Zahnstocher" umzusägen, oder ausschließlich Birken aus Fichtenkulturen zu entnehmen. "Es geht darum, die Mischung zu erhalten. Wir wollen keine Monokultur", erklärt der Forstamtmann.

Borkenkäfer: "Keine Entwarnung"

In einigen Teilen Bayerns ist der Borkenkäfer extrem auf dem Vormarsch. Für den Vohenstraußer Raum ist dies bisher noch nicht der Fall, wie Forstamtmann Stefan Stangl bestätigt. Allerdings appelliert er eindringlich an die Waldbesitzer, "ihren Bestand regelmäßig auf Befall zu untersuchen". Wer dies zeitlich nicht schaffe, sollte sich Hilfe holen. Dabei verweist er auf die Waldbesitzervereinigung und die Förster. Der Borkenkäfer sei auch bei uns unterwegs. "Man kann noch keine Entwarnung geben. Ich hoffe, dass uns der nahe Herbst hilft." (rti)

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