Jobabbau bei Kennametal: Mitarbeitern fällt es schwer, offen zu sprechen
"Eine Enttäuschung"

"Wir wissen: 17 Stellen müssen auf jeden Fall abgebaut werden. Keiner weiß jedoch, wen es treffen wird." Zitat: Mario Thalhauser, Betriebsrat Kennametal
Wirtschaft
Vohenstrauß
13.12.2016
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Schichtwechsel: Die Angst ist am Dienstag vor dem Tor des Kennametal-Werks greifbar. Es steht fest: 17 Mitarbeiter werden ihren Job verlieren. Unklar ist, wer gehen muss. Das ist derzeit Gesprächsthema Nummer eins unter den Beschäftigten. Nur mitteilungsfreudig ist kaum einer. Das zeigte die Umfrage am Werkstor.

"Kein Kommentar", heißt es. Oder: "In die Zeitung will ich nicht, sonst muss ich vielleicht deshalb gehen." Hinter vorgehaltener Hand aber wird deutlich, Verständnis für den Stellenabbau hat keiner. Aufträge gebe es genug, Arbeit deshalb auch. Und keiner hat eine Vorstellung, wie der Arbeitsanfall mit 17 Leuten weniger gestemmt werden soll.

Betriebsrat Mario Thalhauser formuliert es so: "Für die Leute ist es nicht einfach momentan. Wir wissen: 17 Stellen müssen auf jeden Fall abgebaut werden. Keiner weiß jedoch, wen es treffen wird."

Ein, zwei reden dann doch. Katja Ring etwa. Sie ist Angestellte im Werk und meint: "Die Situation ist schwierig. Es schwingt eine gewisse Unsicherheit mit. Man weiß nicht, wen es erwischt. Ab September 2017 wäre ich 20 Jahre hier." Herbert Biermeier, Schleifer, erklärt: "Es ist eine Enttäuschung. Wir werden für die Fehler des Managements herangezogen, für die wir nicht verantwortlich sind. Die sollten mal genauer hinschauen, wo eigentlich die Ursachen für die Probleme liegen."

Wir wissen: 17 Stellen müssen auf jeden Fall abgebaut werden. Keiner weiß jedoch, wen es treffen wird.Mario Thalhauser, Betriebsrat Kennametal
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