Stoffhandlung Burger in Vohenstrauß schließt
Einschnitt für Hobbyschneider

Den vier Verkäuferinnen (von links) Hannelore Frischholz, Inge Nößner, Margit Kreisl und Renate Wührl ist eigentlich nicht zum Lachen zumute. Sie haben am 31. August ihren letzten Tag in der Stoffhandlung Burger in der Waidhauser Straße. Das Geschäft schließt, der Gebäudekomplex steht zum Verkauf. Bilder: ck (2)
Wirtschaft
Vohenstrauß
30.08.2017
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25 Jahre lang war Vohenstrauß eine wichtige Anlaufstation für Hobbyschneiderinnen. Die Stoffhandlung Burger hielt alles bereit, was man zum Nähen, Schneidern und für Ausbesserungsarbeiten braucht. Zum 1. September schließt das Geschäft. Nicht nur den vier Verkäuferinnen fällt dieser Schritt schwer.

Der Laden in der Waidhauser Straße läuft nach wie vor sehr gut, sagt Prokuristin Renate Wührl. Aber nach dem Tod von Geschäftsinhaber Franz Burger im Juli könne man den Betrieb nicht weiter aufrechterhalten. Zum Leidwesen der insgesamt vier Verkäuferinnen und auch der zahlreichen Kunden. Bis aus dem Schwandorfer, Tirschenreuther und natürlich dem Oberviechtacher Raum seien vor allem Hobbyschneiderinnen nach Vohenstrauß "zum Burger" gefahren und hätten sich mit Stoffen und Näh-Zubehör eingedeckt.

In den letzten Tagen des Räumungsverkaufs haben es die vier Frauen mit einem wahren Kundenansturm zu tun. Schließlich werde es laut der Aussagen einiger Damen im Laden sehr schwierig, nun woanders fündig zu werden. Stoffhandlungen, die auch das nötige Zubehör anbieten, seien mittlerweile in der ganzen Region sehr dünn gesäht. Wie die 67-Jährige erklärt, stehe der gesamte Gebäudekomplex zum Verkauf. Man müsse sehen, was aus den großzügigen Räumlichkeiten dann wird. Die Prokuristin blickt mit Wehmut und Stolz auf die vergangenen 25 Jahre zurück, in denen Franz Burger, der als Industriekaufmann im Vohenstraußer Betrieb Hölzl angefangen hatte und sich dann selbstständig machte, den Laden mit Geschäftssinn und Weitblick mehr und mehr ausgebaut hat.

"Angefangen hat er mit einer Näherei, auch Heimarbeiten hat er angeboten." Burger sah eine Marktlücke im Stoffhandel. Die Nachfrage war groß. Durch seine guten Verbindungen zu den Stoff-Firmen wuchs das kleine Geschäft und war weit mehr als nur ein Geheimtipp für Näherinnen. Knöpfe, Reißverschlüsse, Möbelstoffe - das Sortiment konnte sich sehen lassen.

2006 eröffnete Burger sein Zoigl- und Brotzeitstüberl gleich neben seinem Geschäft. Die Stube wurde von Vereinen und der Bevölkerung ebenfalls sehr gut angenommen. Nach zehn Jahren endete diese Ära. Doch der Stoffladen lief nach wie vor gut weiter. Als Burger dann im Juli mit 69 Jahren verstarb, standen die Angestellten vor einer unlösbaren Aufgabe. So blieb laut Wührl keine andere Wahl, als das Geschäft zu schließen. Die Rentnerin spricht für ihre drei Kolleginnen: "Es ist schade drum. Wir hätten alle noch gerne weitergemacht."

Es ist schade drum. Wir hätten alle noch gerne weitergemacht.Renate Wührl
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