Interview mit Tom Nickl von der Bourbon-Blues-Band
Live-Blues aus der Oberpfalz

Die Bourbon-Blues-Band in Aktion. Bilder: edo (2)
Kultur
Vorbach
03.12.2016
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Tom Nickl schreibt Texte und spielt Gitarre.

Geographisch kommen sie aus der nördlichen Oberpfalz, stilistisch aus dem Süden der USA: Die Bourbon-Blues-Band legt mit "The Attic Sessions Part 1" ihr erstes Album vor. Live präsentieren sie es im MCO- Heim in Oberbibrach. Passend, denn "dort hat alles begonnen", sagt Tom Nickl.

Oberbibrach. Der Gitarrist aus Kemnath spricht im Interview über das Konzert am Samstag, 3. Dezember, seine Arbeit als Textschreiber und mehr.

Ihr habt eine Fanbasis in ganz Deutschland, der breiten Öffentlichkeit seid ihr noch nicht so bekannt. Wer gehört zur Bourbon- Blues- Band?

Tom Nickl: Unser Frontmann Andreas Karl alias "Doc Drown" aus Thomasreuth lenkt das Publikum. Julian Nelhiebel an Organ und Piano ist der geschulte Musiker, der einzige, der Noten lesen kann. Er stieß mit 17 Jahren zur Bourbon-Blues-Band, dabei war er aber abgeklärt wie mit 40. Seine Stärke ist sein Improvisationstalent.

Die Band ist auch ein kleines Familien-Unternehmen?

Zur Band gehören auch meine Brüder. Johannes am Bass stieg 2013 aus, um sich anderen Projekten zu widmen. Vor zwei Jahren ist er als verlorener Sohn heimgekehrt. Michael alias "Steering Mike" lenkt das Geschehen am Schlagzeug. Er ist unser Ruhepol.

Und wer ist der blonde Hüne an den Trommeln?

Christoph Kukla aus Wolframshof. Er ist der Band-Latino. Der Schlagzeuger verleiht unserem Sound südamerikanischen Einschlag.

Seit wann spielt ihr zusammen?

Die Bourbon-Blues-Band gibt es seit 2004, damals als Bourbon-Power-Trio. Seit 2008 spielen wir zu sechst. Unsere Wurzeln liegen in anderen Richtungen: Rock, Punk, Metal. Am freisten können wir uns aber im Blues entfalten.

Ihr seid aus der Region, lebt aber in ganz Bayern. Wie oft probt ihr?

So oft es geht, sind wir in unserem Southern Room, dem Keller der Familie Nickl in Kemnath. Allerdings ist es nicht leicht. Wir sind als Physiotherapeut, Doktor für Maschinenbau, Software-Entwickler, Patentingenieur und Filmemacher über ganz Bayern verstreut.

Ihr habt einige Auftritte absolviert. Welcher war der denkwürdigste?

Der denkwürdigste Auftritt war in München. Johannes war damals nicht in der Band, musste aber aushelfen. Wir hatten nur eine Probe Zeit, um 25 Songs einzustudieren. Als dann alles schief ging, beschlossen wir in der Pause unsere Set-Liste wegzuschmeißen und zu improvisieren. Auf der Bühne entstanden dann noch zwei Songs, die bis heute fest im Programm stehen. Es war einer der besten Auftritte der Band - zumindest die zweite Hälfte.

Wie entstanden die Songs fürs Album?

Die Texte schreibe ich, die Musik kommt von der Band. Meistens komme ich mit einer Idee. Nach und nach kreieren wir daraus den Song.

Der Titel lautet "The Attic Sesseions Part 1". Wie darf man sich die Aufnahmen vorstellen?

Die Aufnahmen sind rau eingespielt. Wir haben mit Robert Babutzka gearbeitet. Er war Produzent und Tontechniker und ist mittlerweile Unikatschreiner. Momentan ist er nur für die Bourbon-Blues-Band tätig - worauf wir sehr stolz und ihm dankbar sind. Drei Tage hatten wir im Haus der Familie unseres Pianisten viel Spaß, waren sehr produktiv. Part 1 bedeutet, dass noch mehr kommen könnte.

Worauf können sich die Gäste am Samstag beim MCO freuen?

Auf "RiotPat", einen Freund der Band, im Vorprogramm. Und dann auf einen Bluesabend mit dem Album Live in voller Länge. Außerdem wird es einiges an Merchandise geben. Das Album wird an diesem Tag offiziell veröffentlicht und ist vor Ort zum Release- Sonderpreis erhältlich.
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