08.02.2014 - 00:00 Uhr
VorbachOberpfalz

Bürgermeister Werner Roder feiert 50. Geburtstag - Turbulente Karriere Freitags zum Stammtisch

Im Büro war Werner Roder an seinem Geburtstag dann doch nicht. "Ich bin jetzt auch schon ruhiger geworden", meint der Bürgermeister. Seinen 50. hat er mit Ehefrau Irene am Dienstag im kleinsten Kreis gefeiert. Die richtig große Feier mit rund 100 geladenen Gästen steigt am heutigen Samstag.

von Autor LYProfil

Zu den Gästen zählen Landrat Simon Wittmann aus Neustadt/WN und der oberfränkische Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, denn dieser ist Roders Dienstherr. Seit 2007 ist der Jubilar Geschäftsleiter des Bezirks Oberfranken und Denzlers persönlicher Referent.

Der Aufstieg bis zu dieser Stelle war für den Vorbacher steil. Nach einem Studium an der Beamtenfachhochschule Hof, an der er später auch selbst Lehrbeauftragter für Kommunalrecht war, stehen Stellen in der Stadt Nürnberg, der Personalabteilung der Universität Bayreuth und der Stadt Bayreuth im Lebenslauf. Ins Bayreuther Ausländeramt hatte er sich freiwillig versetzten lassen. "Es hat mir Spaß gemacht", erklärt Roder. Dort habe er gute Erfahrungen gemacht und seine englischen Sprachkenntnisse gepflegt.

Sprung zum Kämmerer

Als Leiter der Zulassungsstelle übernahm er früh die Rolle des Vorgesetzten. Im Herbst 1991 wechselte Roder zum Bezirk. Nach der Stabsstelle, bei der er hauptsächlich die Bezirkskrankenhäuser verwaltete, kam der Sprung zum Kämmerer. Der Kirchenthumbacher Eckhard Wiltsch hatte den Posten aufgegeben, um Geschäftsführer bei der Oberfrankenstiftung zu werden.
Mit der Klage gegen den Finanzausgleich sorgten Roder und der Bezirk 2004 für Furore. Mit dem Ausgang konnte nicht nur der Bezirk Oberfranken zufrieden sein. In der ersten Instanz wurde die Klage gewonnen und in der zweiten verloren. "Damals bekam der Bezirk zwischen fünf und sechs Millionen Euro pro Jahr, heute sind es 70 Millionen Euro", untermauert Roder den Erfolg mit Zahlen.

Frühes Interesse für Politik

1964 kam er im Auerbacher Krankenhaus zur Welt, in Metzenhof bei Kirchenthumbach wuchs er auf. Von seinen beiden älteren Brüdern übernahm er vor allem das frühe Interesse am politischen Leben und der Kommunalpolitik. "Mein ältester Bruder war JU-Vorsitzender und mein zweiter Bruder SPD-nahe, und ich bin in der Mitte", so der Freie Wähler.

Seit nunmehr 18 Jahren ist Roder Bürgermeister der 1000-Seelen-Gemeinde Vorbach. Schon 1990 kandidierte er für den Gemeinderat. Dass die Stimmen damals nicht reichten, war in der turbulenten Zeit mit Hausbau, Arbeitsplatzwechsel und der Geburt seines Sohnes nicht schlimm. "1990 wurden wir Weltmeister und mein Sohn Matthias kam auf die Welt", fasst Roder die bedeutenden Ereignisse in einen Satz zusammen. Bei der nächsten Kommunalwahl klappte es schließlich und Roder wurde Bürgermeister.
Aktuell steuert er wohl einer vierten Amtszeit entgegen, denn er hat im März keinen Gegenkandidaten. Doch auch er selbst hat lange mit sich gerungen, ob er erneut antreten soll. "Ich hänge mehr an der Arbeit und habe mehr Herzblut dafür entwickelt, als ich selbst wahrhaben wollte." Als Tiefpunkt seiner Amtszeit gilt der finanzielle Gau der Gemeinde durch die Gewerbesteuerrückzahlung in Höhe von 1,2 Millionen Euro im Jahr 2011. "Die Krise ist zwar überstanden, aber der Sparkurs muss für die Gemeinde noch anhalten." Zu den Höhepunkten und Erfolgen zählt Roder die Sanierung der Grundschule und Turnhalle sowie den Umbau des Gemeindezentrums.

Trotz des zeitraubenden Amtes findet Roder Zeit, um mit seinem Beagle Amadeus spazieren zu gehen: "Die ersten fünf Kilometer zieht der Hund, dann muss ich ziehen." Als "gute Gewohnheit" bezeichnet er den Stammtisch am Freitagabend, mit dem er seine Arbeitswoche regelmäßig abschließt.

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