16.08.2013 - 00:00 Uhr
VorbachOberpfalz

Vorbach kämpft um neuen Bahn-Haltepunkt - Grüne sichern Unterstützung zu Zug noch nicht abgefahren

Großer Bahnhof wegen eines möglichen, vielfach ersehnten Bahn-Haltepunkts in Vorbach: Bürgermeister Werner Roder informierte Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen über die Anstrengungen der letzten Jahre, einen Bahn-Haltepunkt einzurichten. Dabei versprachen die Grünen, das Projekt bezirksübergreifend zu unterstützen und voranzutreiben.

Die Landtagskandidaten der Grünen, Heidrun Schelzke-Deubzer und Jürgen Mistol besichtigten den alten Bahnhof Bilder: fra (2)
von Autor FRAProfil

Der Gemeindechef verwies auf die Besonderheit von Vorbach. Die Gemeinde gehöre zwar zum Landkreis Neustadt, tendiere jedoch aufgrund der Entfernung eher in Richtung Bayreuth. Die negativen Auswirkungen einer mitten durch die Ortschaft führenden Bahnlinie seien bekannt und würden durch die Bürger hingenommen, umso mehr wünschten sich die Anwohner jedoch eine Anbindung an das Schienennetz.

Bahnhof ein Schandfleck

Das noch vorhandene, einer Bahn-Tochter gehörende Bahnhofsgebäude stelle mittlerweile einen Schandfleck dar und könne nicht mehr als Bahn-Halt dienen. Vielmehr habe die Gemeinde eine Alternative beim "Durchlässl" ausgemacht, wo die Bedingungen für einen Bahn-Halt schon teilweise gegeben seien. Der Bürgermeister wies eine wirtschaftlich begründete Ablehnung des Vorhabens zurück, "denn dann muss man wohl jeden Bahnhof in Frage stellen".

Heidrun Schelzke-Deubzer, Direktkandidatin der Grünen für die Landtagswahlen, hatte Jürgen Mistol, Oberpfälzer Spitzenkandidat der Grünen, die Landtagsabgeordnete Ulrike Gote aus Bayreuth, die Bayreuther Kreisrätin Helga Raab, die Bayreuther Stadträtin Sabine Steininger, Georg König vom Kreisverband der Grünen Neustadt/Weiden und Renate van de Gabel-Rüppel vom Kreisverband der Grünen Bayreuth nach Vorbach eingeladen. Neben Bürgermeister Werner Roder, den Gemeinderäten Gerd Retzer und Eduard Stopfer waren vier Vorbacher Bürger dabei.
Jürgen Mistol, der derzeit in der Region zum "Wahlkampf-Wandern" unterwegs ist, berichtete von Anfragen bezüglich des Bahn-Haltepunkts im Landtag und einer Prüfung der Staatsregierung. Er wollte ausloten, wie die Gemeinde und die Bürger zu dem Thema stünden. Dabei informierte sich Mistol über die vorhandenen Nahverkehrsanbindungen.

Kein politischer Wille

Der Politiker machte deutlich, dass er den politischen Willen vermisse. Das riesige Straßenbau-Projekt durch den Hessenreuther Wald werde trotz des geringen Verkehrsaufkommens und die Umgehung der B 299 um Pressath wegen einer Entlastung um zehn Autos im Ortszentrum durchgesetzt. "Und in Vorbach soll an einem kleinen Projekten gespart werden", echauffierte sich der Landtagskandidat.

Roder vermutete, dass der Schülertransfer eher nicht relevant sei, da die meisten Schüler nach der 5. Klasse Richtung Eschenbach, Kemnath oder Weiden müssten. Ein großes Potenzial hingegen sei das an der Bahn angesiedelte Unternehmen. Hier kämen sehr viele Beschäftigte aus dem oberfränkischen Raum, die nach seiner Einschätzung vielfach einen Bahn-Haltepunkt nutzen würden.

Bis zu 70 Bahnreisende

Gemeinderat und Mitarbeiter der Deutschen Bahn Gerd Retzer berichtete von ähnlichen Bahn-Haltepunkten in der näheren Umgebung und verwies auf das große Nutzungspotential. Als die Züge am Bahnhof noch Halt machten, stiegen bis zu 70 Personen zu. Er vermutete, dass es in Zeiten von Alterung und Energieeinsparungen zu einer steigenden Frequentierung kommen würde. Kirchenlaibach als auch Schnabelwaid werden bahntechnisch bedient, eine Lücke stelle nur Vorbach dar.

Jürgen Mistol und die Gemeinde wollen zukünftig versuchen, parteiübergreifend ein Bündnis zu bilden, um den Wunsch eines Bahn-Haltepunktes zu realisieren. Bürgermeister Roder nutzte zudem die Gelegenheit, um weitere Themen anzusprechen. Es sei nicht verständlich, warum offene Ganztagsschulen an Grundschulen weniger gefördert werden als an Mittelschulen.

Auch sei nicht nachvollziehbar, warum bei ausreichender Anzahl von Schülern an kleinen Schulen Lehrerstunden gespart und ohne Grund Kombi-Klassen gebildet werden müssen. Landtagsabgeordnete Gote versicherte Unterstützung und konnte trotz anderslautender Versprechungen der Staatsregierung dieses Handeln nicht erklären. Jürgen Mistol, Heidrun Schelzke-Deubzer und Georg König besichtigten später das Gelände um das "Durchlässl".

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