13.04.2018 - 20:00 Uhr
VorbachOberpfalz

Kommunales Mietshaus soll nicht in der Nähe des Dorfladens, sondern in der Hauptstraße entstehen Wohnprojekt zieht um

Die Verabschiedung des Vorbacher Gemeindehaushalts offenbart Spektakuläres: Zu den guten Nachrichten gehört die positive Entwicklung der Finanzen, und auch die neuesten Grundstücksinitiativen von Räten und Bürgermeister überraschen die vielen Zuhörer. Größter Gewinner dieser Aktivitäten ist möglicherweise die Vorbacher Feuerwehr.

Nun steht das Grundstück mit der Flurnummer 60 an der Ortsdurchfahrt der Kreisstraße im Fokus des kommunalen Wohnungsbaues in Vorbach. Erste Gespräche bei der Regierung und mit Landrat Andreas Meier auf finanzielle Förderung des Projekts waren ermutigend. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Das Projekt eines kommunalen Mietwohngebäudes am Dorfweiher, das sich bereits in einem fortgeschrittenen Planungsstadium befindet, wird wohl im Papierkorb kommunalpolitischer Überlegungen landen. Bürgermeister Werner Roder gab in der Sitzung am Mittwochabend überraschend eine Rückzugsankündigung bekannt. Der geplante Standort am Dorfweiher südlich des Dorfladens ist Vergangenheit.

Die Feuerwehr wird's freuen: Die Brandschützer favorisieren an gleicher Stelle ein neues Gerätehaus. Roder wollte diese Entwicklung in der Sitzung zwar nicht bestätigen, deutete aber vielsagend an: "Wie das Grundstück mit der Flurnummer 20 künftig genutzt werden soll, muss noch gesondert festgelegt werden."

Dennoch ist der kommunale Wohnungsbau in Vorbach weiter fester Bestandteil künftiger Ortsentwicklung. Der Bürgermeister informierte über den Erwerb eines Grundstücks, ebenfalls mitten im Ort und an der Hauptstraße gelegen. Es handelt sich um einen künftigen Leerstand. Neue Zielsetzung sei die Realisierung des Mietwohnprojekts auf der Fläche des Anwesens Hauptstraße 9, teilte Roder mit. Mit dem Abbruch aller vorhandenen Gebäude eröffne sich zudem die Möglichkeit zur Beseitigung einer Engstelle an der Kreisstraße.

Der Bürgermeister berichtete von Gesprächen mit der Regierung der Oberpfalz zur "Förderunschädlichkeit" des Wohnprojekts auch am neuen Standort und der Zusage von Landrat Andreas Meier zur Beteiligung des Landkreises an den Abbruchkosten. Der Kreis verspreche sich davon eine Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Ortsdurchfahrt der Kreisstraße, erläuterte Roder.

Zügige Neuplanung

Der neue Standort des Wohnprojekts hat auch eine Änderung des Bauzeitenplanes zur Folge. Der Gemeindechef rechnet mit einer zügigen Neuplanung und einer Ausschreibung der Bauarbeiten in den Wintermonaten 2018/2019. Deshalb sei die Veranschlagung der Bauarbeiten schon im Haushaltsjahr 2018 verankert, merkte Roder an. Er zeigte sich optimistisch, die bauliche Umsetzung im Jahr 2019 zu bewältigen.

Die Restfinanzierung zur Verbesserung und zum Abschluss der Breitbandversorgung findet sich in den Haushaltsausgabenresten 2017 wieder. Der Bürgermeister bedauerte, dass die Telekom und die von ihr beauftragte Firma mit den Arbeiten trotz wiederholter Aufforderungen im zeitlichen Verzug seien.

Zu Freudensprüngen bei den Vorbacher Brandschützern dürften die für ein neues Löschfahrzeug veranschlagten Summen im Finanzplan und in der Investitionsplanung führen: In den Jahren 2020/2021 sind dafür 300 000 Euro eingeplant. Kräftig investieren will die Gemeinde auch in die Erneuerung von Straßen und Wegen vor allem außerhalb der Ortskerne. In der Finanzplanung sind 2021 dafür insgesamt 200 000 Euro vorgesehen.

Einstimmige Billigung

Werner Roder nannte als weitere "Baustellen" beispielhaft den Ausbau des Biberbaches und der Bachgasse in Oberbibrach sowie die Erweiterung des Baugebiets "Dornäcker" in Vorbach. Vor diesem Hintergrund empfahl der Gemeindechef den Räten die Zustimmung zum Haushaltswerk von Michael Eisner.

Die Handschrift des Kämmerers der Verwaltungsgemeinschaft offenbarte sich im Vorbericht und im Satzungsentwurf. Eisner verwies - bedingt durch hohe Steuereinnahmen - auf ein stark gestiegenes Haushaltsvolumen im Verwaltungshaushalt, gab Erläuterungen zu den Einzelplänen und betonte die wichtigsten ausgabenwirksamen Investitionsvorhaben.

Das deutliche Einnahmeplus im Verwaltungshaushalt ermöglicht eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 1 651 350 Euro. Die Restmittel zur Finanzierung des Vermögenshaushalts stammen aus der allgemeinen Rücklage. Das gesamte Haushaltsvolumen beträgt in Einnahmen und Ausgaben 6 338 850 Euro. Der Gemeinderat billigte ohne weitere Debatte das Haushaltswerk einschließlich Satzung, Finanzplanung und Investitionsprogramm einstimmig.

Alexander Goller neu als Gemeinderat und CSU-Fraktionssprecher

Feierlich hatte die Sitzung begonnen: Da der langjährige CSU-Gemeinderat Peter Stickling sein Mandat niedergelegt hatte, stand die Vereidigung seines Nachfolgers an. Alexander Goller aus Höflas hatte bei der Kommunalwahl 2014 für die CSU die siebtmeisten Stimmen erzielt und war damit erster Listennachfolger.

Künftig bekleidet Goller alle öffentlichen Ämter, die bereits Peter Stickling innehatte. Dazu gab es im Gremium Einstimmigkeit. Gleichzeitig stellte sich der neue Gemeinderat als künftiger Sprecher der CSU-Fraktion vor.

Die vorgesehene Verabschiedung von Peter Stickling nach 22-jähriger Tätigkeit entfiel. Der langjährige Kommunalpolitiker und bisherige Sprecher der CSU-Fraktion verzichtete auf eine offizielle Verabschiedung. Deshalb konnte Bürgermeister Werner Roder nur in Abwesenheit einem "verdienten Mitglied des Gremiums" für seinen ehrenamtlichen Einsatz danken und alles Gute wünschen. (do)

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