16.10.2017 - 18:06 Uhr
VorbachOberpfalz

Kirchhofmauer in Oberbibrach saniert "Notfallmaßnahme" beendet

Die Sanierung der Kirchhofmauer entlang des Schlossgrabens ist abgeschlossen. Seit der Schadensmeldung an die Diözese vergingen gut zwei Jahre.

Vom Schloßgraben aus kann man das gelungene Ergebnis der Sanierung der 18 Meter langen Mauer zwischen Kirche und Lourdesgrotte bewundern. Bild: flk
von Florian KönigProfil

Oberbibrach. Der 18 Meter lange Abschnitt der Mauer zwischen Kirche und Lourdesgrotte war in den vergangenen Jahrzehnten Dauerthema. Als die Mauer vor 250 Jahren gebaut worden war, wurden Steine der benachbarten Burgruine verwendet. Nur für den unteren Teil wurden scharfkantige Quader hergenommen, nach oben hin verbauten unsere Vorfahren immer kleinere, unbehauene Brocken. Im Laufe der Zeit neigte sich die Mauer nach außen, Mörtel fiel aus den Fugen. 1992 wurde die Mauer daher trockengelegt und saniert. Einschließlich eines Betonmonolithen - um eine weitere Außenneigung zu verhindern - und der Imprägnierung des Sandsteines kostete der Abschnitt entlang des Schlossgrabens etwa 100 000 D-Mark. Lang hielt der Mörtel nicht, denn schon 2001 standen kleinere Korrekturen an. Für Verfugungsarbeiten und die Ausbesserungen an der Mauerabdeckung wurden etwa 20 000 D-Mark fällig.

Termin mit Denkmalschutz

Doch das Fugenmaterial fiel wieder auf das landwirtschaftlich genutzte Nachbargrundstück und stellte eine Gefahr für Mensch und Maschine dar. Als die Oberbibracher Kirchenverwalter genug hatten vom Auflesen von Mörtelbrocken, wandten sie sich im Mai 2015 an das Bischöfliche Baureferat. Diözesanarchitekt Marc Hiller stufte die Behebung der Schäden als "Notfallmaßnahme" ein und beraumte unverzüglich einen Ortstermin mit dem Landesamt für Denkmalpflege an.

Diesmal sollte eine nachhaltige Lösung her. Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro ALS aus Amberg beauftragt. Auf Wunsch von Diözesanarchitekt Hiller machte ALS unter Leitung von Ingenieur Anton Landgraf eine Bestandsaufnahme für die komplette Kirchhofmauer rund um das Gotteshaus. Mit den fünf entstandenen statischen Aufmaßplänen war damit auch die Grundlage für die spätere Sanierung der anderen Mauerabschnitte gelegt.

Die errechneten Gesamtkosten von 72 500 Euro teilten sich in 21 500 Euro für die Planung und 51 000 Euro für die Ausführung auf. Bis alle Genehmigungen und die Zusagen für Fördermittel vorlagen, verging einige Zeit. Im August 2016 erteilte die Bischöfliche Finanzkammer die stiftungsaufsichtliche Genehmigung. Sie gewährte einen Zuschuss aus Kirchensteuermitteln über 31 600 Euro. Weitere Gelder flossen vom Bezirk Oberpfalz (3000 Euro) und von der Bayerischen Landesstiftung (5450 Euro). Vom Landesamt für Denkmalpflege erhoffen sich die Oberbibracher noch einen mittleren vierstelligen Betrag.

"Dachrinnen" aus Edelstahl

Auf die Ausschreibung reagierten vier Bauunternehmen. Den Zuschlag erhielt das Angebot von Reim + Kraus aus Schirmitz über 51 484 Euro. Im April rückte die Baufirma an. Schlossgrabenseitig besserte sie die Fugen aus und ergänzte fehlende Steine. Zudem verband sie die Mauer mittels Bohrungen und Trasskalkverpressmörtel mit dem vorhandenen Betonmonolithen zur Vorbeugung vor weiterem Ausbuchten. Hinzu kam unvorhergesehen das Anlegen einer neuen Sickergrube im "feuchten Eck" des Schlossgrabens unterhalb der Lourdesgrotte. Das kostete etwa 1000 Euro.

Innenseitig im Kirchhof wurde eine Drainage zur Entfeuchtung des Bodens entlang des historischen Bauwerks verlegt. Schöne, neue Abdeckplatten aus rotbraunem Sandstein bilden den krönenden Abschluss des Projekts. Eine moderne Lösung gab es für die Räume zwischen den Platten. Unter ihnen liegen "Dachrinnen" aus Edelstahl, verfüllt sind sie mit wasserdurchlässigem Fugenmaterial.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.