Ludwig Utner verabschiedet sich in Ruhestand
Ein Mann der wenigen Worte

Nach 36 Jahren zieht sich Ludwig Utner (links) in den Ruhestand zurück. Bürgermeister Werner Roder dankte ihm. Bild: edo
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Vorbach
03.12.2016
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Ludwig Utner prägte lange Zeit die Gemeinde. Nach 36 Jahren verabschiedete sich der Oberbibracher nun in den Ruhestand. Bürgermeister Werner Roder hätte den Bauhof-Chef zwar noch gerne länger behalten. Aber er musste den Entschluss des 63-Jährigen natürlich respektieren.

/ Oberbibrach. Egal ob auf dem Unimog, im Gemeindebus oder auf seinem BMW-Gespann, das noch älter ist als er selbst: Ludwig Utner war in seiner orangefarbenen Arbeitskleidung zu allen Tages- und Nachtzeiten präsent im Gemeindegebiet. "Ludwig Utner ist und war ein Vorbild, um den uns viele anderen Kommunen beneidet haben", würdigte der Bürgermeister den Verdienst des gelernten Landwirtschaftsmechanikers, der über eine in der heutigen Zeit seltene Einstellung und das dazu notwendige Talent verfügt: "Reparieren statt Wegwerfen", lautete immer seine Devise und so wurden die Fahrzeuge der kommunalen Flotte stets solange genutzt, bis der Rost an den Karosserien das Ende besiegelte.

Mit Arbeit identifiziert

Die handwerkliche Geschicklichkeit Utners sei laut Roder in der Gemeinde legendär und habe auch schon oft die Autos, Traktoren oder Motorräder seiner Söhnen, Neffen und Nachbarn vor dem vorzeitigen Ende auf dem Schrottplatz bewahrt.

Utner kam im Alter von 27 zur Gemeinde, nachdem er beim Landmaschinen-Händler Hader in Vorbach seine Ausbildung absolviert hatte und dort länger arbeitete. Er erlebte noch viele Jahre den langjährigen Bürgermeister Hans Hübner und war auch unter dessen Nachfolger, Anton Schecklmann, der Chef am Bauhof.

Werner Roder, seit zwei Jahrzehnten im Amt, dankte ihm vor allem für das "Mitdenken bei der Arbeit" sowie die "zahlreichen Anregungen", die so nur von einem Experten kommen könnten. "Du hast dich immer mit deiner Gemeinde identifiziert - weit mehr als man das erwarten kann", sagte Roder und überreichte ihm eine Urkunde inklusive Titel "Gemeinde-Arbeiter honoris causa".

Roder verriet den Anwesenden, dass Utner der öffentlichen Verabschiedung nur unter einer Bedingung zugesagt habe: Sagen will er nichts. Daran hielt sich der Geehrte dann auch. Diese kleine Randnotiz spiegelt zugleich treffend sein Naturell wider: Er ist eben ein Mann der Tat und weniger der Worte.
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