Aufwendiges Verfahren: Rohrleitung und Graben vom Bauhof zum Hirtlohweiher - Energiegutachten
1,9 Millionen für Hochwasserschutz

Um die Hochwassergefahr rund um den Bauhof (rechts neben der Bundesstraße) zu bannen, gibt die Gemeinde 1,9 Millionen Euro aus. Bild: Götz
Lokales
Wackersdorf
18.04.2013
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Der Aufwand ist gigantisch: 1,9 Millionen Euro kostet es, das Gelände rund um den Bauhof und die ehemalige BBI-Verwaltung vor Hochwasser zu schützen. Zuletzt 2009 war hier "Land unter", wohl weil Regenrückhaltebecken und Kanalisation die enormen Mengen nicht mehr bewältigen konnten. Hier liegt der tiefste Punkt des Ortsgebietes, an dem sich die Wassermassen bei Starkregen sammeln.

Nun könnte man auf die Idee kommen, einfach einen Graben zum Knappensee zu legen, und die Sache wäre erledigt. Da stehen aber Regierung und Wasserwirtschaft vor. Durch die Deponie Westfeld darf kein Graben gelegt werden, außerdem soll das "System" Knappensee nicht gestört werden. Offenbar ist der Knappensee auch für die Wasserqualität des Steinberger Sees wichtig.

Letztlich genehmigt wurde eine Planung, die Walter Freller vom Ingenieurbüro Troßmann und Partner am Mittwoch dem Gemeinderat vorstellte. Mit erheblichem Aufwand wird eine 1,50 Meter messende Rohrleitung vom Regenrückhaltebecken rund 720 Meter nach Westen verlegt. Dort mündet sie in einen offenen Graben, der das Wasser schließlich in den Hirtlohweiher ableiten soll.
Die Rohre werden in einem aufwendigen Verfahren in etwa sechs bis sieben Meter Tiefe verpresst. Besonderes Material soll verhindern, dass die Rohre vom aggressiven Grundwasser zerfressen werden. Die anstehende Braunkohle dürfte hier für saures Wasser sorgen. Die Maßnahme wird im Sommer beginnen und soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Thomas Janker vom Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden stellte das Energieentwicklungskonzept für die Gemeinde vor. Die hohe Industriedichte sorgt in Wackersdorf für immens hohen Energieverbrauch. 2010 stammten lediglich acht Prozent davon aus erneuerbaren Energien. Rund 160 000 Megawattstunden Wärme und Energie verbrauchten Industrie, Handel und Gewerbe (ohne Verkehr), nur gut ein Viertel davon die privaten Haushalte. Wegen der vielen Betriebe dürften die Wackersdorfer auch mit die höchste Kohlendioxid-Rate im Landkreis haben: 16,5 Tonnen des klimaschädlichen Gases ergeben sich statistisch pro Einwohner und Jahr in der Gemeinde. Im Landkreis-Schnitt sind es 10,5 Tonnen. Die Gemeinde geht mit gutem Beispiel voran. Ein Nahwärmenetz soll künftig Schwimmbad, Kindergarten und Sportheim versorgen. Die Heizzentrale wird mit Hackschnitzeln befeuert, die Spitzenlastzeiten mit einem Erdgaskessel abgedeckt. Für die Hackschnitzel entschied sich der Gemeinderat, weil Wackersdorf über einiges an Waldflächen verfügt, Mitglied er Waldbesitzervereinigung ist und so die Wertschöpfung in der Region halten will. Die Heizzentrale wird neben dem Schwimmbad-Cafe entstehen. Pro Monat wird etwa ein Lastzug mit Hackschnitzeln anfahren. Die weiteren Ergebnisse des Gutachtens will der Rat sukzessive für Verbesserungen nutzen. Auch Privatleute können Nutzen ziehen: Beispielberechnungen zeigen auf, welche Einsparungen bei der energetischen Sanierung von Häusern möglich sind.
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