Gemeinderat der Unabhängigen Wählerschaft legt Mandat aus gesundheitlichen Gründen nieder
Max Politzka tritt zurück

Max Politzka (68) will sein Mandat als Gemeinderat nach 35 Jahren niederlegen. Der Gemeinderat hat am 15. Mai darüber zu befinden. Bidl: Hösamer
Lokales
Wackersdorf
18.04.2013
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Für die Kommunalpolitik der Gemeinde ist es ein Paukenschlag: Max Politzka (Unabhängige Wählerschaft, UW) legt sein Gemeinderatsmandat nach 35 Jahren nieder. Bürgermeister Thomas Falter (CSU) informierte das Gremium darüber am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung. Der 68-jährige Politzka fehlte entschuldigt. Am Donnerstag machte Falter in Absprache mit Politzka den Rücktritt öffentlich.

"Mit Schreiben vom 16. April 2013 hat Max Politzka den Gemeinderat ersucht, ihn von den Pflichten des Ehrenamtes als Gemeinderatsmitglied zu entbinden", heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Bürgermeister Thomas Falter bedaure diesen überraschenden Schritt eines "politischen Urgesteins" in Wackersdorf außerordentlich. Für eine persönliche Stellungnahme war Politzka gestern nicht zu erreichen.

"Viel zu verdanken"

Max Politzka habe sich während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Gemeinderat in vielen Dingen mit seiner Meinung eingebracht und hat den positiven Weg von Wackersdorf über die vielen Jahre entscheidend mitbestimmt. In seinem Rücktrittsgesuch habe Max Politzka auf seine lange und kräftezehrende Tätigkeit hingewiesen, die enormen Einsatz erfordert und so viel Kraft gekostet habe, dass er sich nicht mehr imstande fühle, seine Tätigkeit in diesem Maße weiterzuführen.

"Die Gemeinde Wackersdorf hat Max Politzka viel zu verdanken. Er war 35 Jahre im Gemeinderat Wackersdorf und ebenso lange als Fraktionssprecher aktiv", so Falter in der Pressemitteilung. Politzka bekleidete von 1981 bis 1990 das Amt des dritten Bürgermeisters, also gerade während der Zeit der WAA-Auseinandersetzungen. Die UW waren damals als Abspaltung von der SPD entstanden.
Vor allem mit Ex-Bürgermeister Alfred Jäger lieferte sich Max Politzka heftige und leidenschaftliche Debatten. Der pensionierte Lehrer lenkte den Blick vor allem immer wieder auf die langfristigen Kosten von Investitionen. Trotz oder gerade wegen der guten finanziellen Lage der Gemeinde. Zuletzt hatte er in seiner Haushaltsrede die Finanzplanung heftig kritisiert, weil sie keine Folgekostenberechnungen enthalte, die bei Investitionen mit erheblicher Bedeutung vorgeschrieben sind.

Deiminger Nachrückerin

In Politzkas Amtszeit fielen das Ende der Bayerischen Braunkohlenindustrie, die Auseinandersetzungen um die WAA sowie die Schaffung des heutigen Industrie- und Innovationsparkes. "Durch seinen Rücktritt müssen wir nicht nur einen geschätzten Kollegen entbehren, sondern auch einen Menschen, der immer offen, ehrlich und auch konsequent seine Meinung vertreten hat", so Bürgermeister Falter. "Max Politzka war es auch, der mir 2011 als dienstältestes Gemeinderatsmitglied den Amtseid abgenommen hat und mir sehr persönliche Worte mit auf den Weg gegeben hat. Seine persönliche Entscheidung, sein Mandat niederzulegen, bedauere ich sehr", schreibt Falter.

Bei der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung am 15. Mai muss der Antrag zunächst behandelt werden. Sollte ihm stattgegeben werden, wäre Luise Deiminger Nachrückerin im Gemeinderat.
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