20.08.2014 - 00:00 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster dreht mit Bürgermeister eine Runde durch die Gemeinde Barrierefreie Kompromisse

Bürgermeister Thomas Falter wies der Behindertenbeauftragten des Landkreises, Helga Forster, den barrierefreien Zugang zum Rathaus. Bild: rid
von Ingrid Hirsch (RID)Profil

Bürgermeister Thomas Falter zeigte Helga Forster den barrierefreien Zugang zum renovierten Rathaus. Die Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte des Landkreises ist Sprachrohr für Menschen mit körperlichen Defiziten, die trotz ihrer Einschränkungen weitgehend selbstständig am öffentlichen Leben teilhaben wollen. Bei einer Ortsbegehung suchte sie gemeinsam mit dem Bürgermeister sowie dem Seniorenbeauftragten Walter Butler, Bauhofleiter Johann Spandl und Elke Mandl-Kimmer von der Verwaltung nach Schwachstellen.

Der Rundgang begann im Rathaus. "Der Aufzug ist groß genug für Rollstuhlfahrer", stellte Helga Forster mit Blick in den Lift fest. Auch die Notruftaste und die Bedienelemente seien gut erreichbar. Die Behindertentoilette im Erdgeschoss sei beschildert und gut zugänglich. Zudem verfüge das Rathaus über einen ausgewiesenen Behindertenparkplatz direkt vor dem Eingang. Über die Rampe sei die Eingangstür gut erreichbar, lobte Helga Forster die Realisierung .

Ein Dilemma

Die nächste Station war der Friedhof. Hier komme es vor allem auf Gehwegbreite, die Bordsteinabsenkung, das Gefälle und Beschaffenheit der Gehwegoberfläche an, so die Behindertenbeauftragte. In der Friedhofstraße seien die Gehsteigkanten, wie empfohlen, drei Zentimeter hoch. "Für die Rollstuhlfahrer müssten wir die Kante absenken, Sehbehinderte dagegen brauchen sie", beschrieb Bürgermeister Thomas Falter das Dilemma. Behindertenbeauftragte Helga Forster kennt das Problem: "Die drei Zentimeter sind vorgeschrieben. Ich würde sie als guten Kompromiss bezeichnen". Für Rollstuhlfahrer sei diese Kante durchaus zu überwinden, war die einhellige Meinung.

Längerer Handlauf

Bei der Rampe vom Parkplatz hinauf zum Fußgängerüberweg sah Forster jedoch Verbesserungspotenzial. Die Kurve, die der Weg zur Straße hin macht, sei für Rollstuhlfahrer zu eng. Ein Geländer würde zudem mehr Sicherheit geben . "Wenn ein Rollstuhlfahrer mit einem Rad in die Grünfläche gerät, bleibt er dort stecken", befürchtet Helga Forster. Auch der Handlauf bei den Treppenstufen hinunter zum Parkplatz sollte nachgebessert werden. Sehbehinderte könnten über die letzte Stufe fallen. Aber auch für ältere Menschen wäre ein längerer Handlauf eine Erleichterung , so Forster.

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