20.05.2004 - 00:00 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Historisch bedeutsamer Beschluss im Gemeinderat - Gestern Abend mit Mehrheit gefasst Wackersdorf übernimmt die Seen

Die historisch bedeutsame Entscheidung für Wackersdorf fiel nach nur einer Viertelstunde Sitzungsdauer: Per Mehrheitsbeschluss hat der Gemeinderat gestern Abend einer Schenkung der Tagebaugewässer Murnersee, Brückelsee, Blättersee und Edelmannsee samt deren Liegenschaftsumgriffen durch den Energieerzeuger "E.ON Bayern" zugestimmt.

von Autor HOUProfil

Der Schenkungsvertrag, so sagte am späteren Abend Bürgermeister Alfred Jäger, sei "im Vorfeld auf Herz und Nieren geprüft worden". Durch den Prüfungsverband, durch die Rechtsaufsicht, zum Teil auch durch die Bezirksregierung. Diese Prüfung habe ergeben, dass, so Jäger, "die Belastungen abwägbar sind". Als solche Belastungen bezeichnete Jäger diverse Grabenreinigungen und die Waldpflege.

In der Schenkung, die schon in den nächsten Tagen notariell beglaubigt werden kann, befinden sich laut Alfred Jäger auch Flächen aus dem Gemeindegebiet Schwarzenfeld. Sie gehen nun zwar in Wackersdorfer Besitz, nicht aber in das Wackersdorfer Gemeindegebiet über. Zur Schenkung gehören ferner Flächen entlang der Industriestraße. In diesem Bereich, so ließ der Bürgermeister anklingen, befänden sich allerdings auch Areale, die dem Schwandorfer Stadtbereich zuzuordnen sind. Er sei zuversichtlich, so Jäger, dass man die gesamte Fläche gemeinsam mit Schwandorf touristisch nutzen könne.

Immobilien nicht dabei

In der Schenkung durch "E.ON Bayern" sind die noch stehenden ehemaligen Immobilien der Bayerischen Braunkohle Industrie (BBI) südlich des Ortes nicht enthalten. Sie wären der Gemeinde Wackersdorf zwar zum Kauf angeboten, jedoch werden sie nach Angaben des Bürgermeisters derzeit nicht erworben. Hierzu sei noch eine eingehende Prüfung nötig, unterstrich Jäger und sagte: "Ich möchte, dass dort ein Bebauungsplan erstellt wird". Nur dann gebe es für Wackersdorf Rechtssicherheit.

Ein Optionsvertrag

Für diese Immobilien werde es einen Optionsvertrag mit "E.ON" geben, informierte der Wackersdorfer Bürgermeister. Dieser Kontrakt soll dann auch eine Preissicherung mit beinhalten. Nicht weit von den ehemaligen BBI-Immobilien entfernt befindet sich das so genannte "Westfeld". Auch dort müsse es Prüfungen geben, fuhr Jäger fort und ergänzte, das "Westfeld" sei ebenfalls Optionsfläche.

Geredet werden muss laut Alfred Jäger "auch über den Knappensee". Hier seien Fragen hinsichtlich der Altlasten zu klären. Für den Knappensee gebe es allerdings genauso eine Option samt Preisbindung für Wackersdorf.

Wichtiger Schritt

Für Wackersdorf sei nun nach langen Verhandlungen ein wichtiger Schritt getan, freute sich der Bürgermeister über den Mehrheitsbeschluss, den der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung fällte. Über den genauen Ausgang der Abstimmung wollte Alfred Jäger keine Angaben machen. Er sagte nur, dass Vertreter des Prüfungsverbandes und der Rechtsaufsicht mit im Sitzungssaal anwesend waren. "Sie mussten allerdings nicht zu Rate gezogen werden".

Die Schenkung der Seen und ihrer Umgriffe kann nun unmittelbar in die Tat umgesetzt werden. "Was beschlossen wurde, ist der Inhalt des notariellen Vertrages", hob Bürgermeister Jäger hervor. Freuen darüber dürfen sich, wie er anfügte, ganz sicher auch die Wackersdorfer Angelfreunde. Sie gehen am Blättersee und am Edelmannsee ihrem Hobby nach.

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