28.09.2017 - 20:00 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Brasilienreise wirft Fragen auf

Wie kann man den Indigenen in Brasilien helfen, ohne sie zu bevormunden? Die evangelische Kirche hat einen Weg gefunden, der auch von Schwandorf aus unterstützt wird. Eine Delegation aus der Oberpfalz flog deswegen nach Übersee, um sich vor Ort umzusehen.

Brigitte Lang und Alfredo Malikoski (von links) berichteten im Wackersdorf-Treff über ihre Reise nach Brasilien. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Grundlage für die Reise ist die Partnerschaft des evangelischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg mit der Organisation Comin. Hinter der Abkürzung steht der Indianermissionsrat der brasilianischen Lutheraner.

Er soll helfen, Schuld abzubauen, nachdem im Laufe der Geschichte auch deutsche Siedler daran beteiligt waren, die Eingeborenen von ihrem Land zu vertreiben. "Das ist ein Versöhnungsdienst", sagte Brigitte Lang aus Schwandorf, die beim "Wackersdorf-Treff" im Saal der Friedenskirche von ihren Eindrücken in Brasilien berichtete. Ziel der kleinen Gruppe aus der Oberpfalz, zu der auch der Schwandorfer Pfarrer Alfredo Malikoski gehörte, war unter anderem Guarita, das größte Indigenengebiet im Süden Brasiliens. Dort kümmert sich eine Krankenschwester im Auftrag von Comin um die Gesundheit der Indigenen und berät in Fragen der Ernährung, dem Anbau von Gemüse und Kräutern, aber auch in Sachen gesunde Schulküche.

"Im Laufe der Reise tauchten bei uns sehr viele Fragen auf", versicherte Brigitte Lang. Besonders bewegt habe sie der Eindruck, dass sich an der Situation der Indigenen kaum etwas verbessert habe: "Mit der derzeitigen brasilianischen Regierung unter Präsident Michel Temer ist es eher so, dass sich die Bedingungen für die Indigenen wieder verschlechtern."

So sei es wichtig, die Arbeit von Comin in Guarita weiter zu unterstützen. "Denn nur, wenn die Indigenen die Möglichkeit zur Bildung haben, werden sie in der Lage sein, etwas zu bewegen", schloss sie. Für die Besucher des Abends gab es vor dem Vortrag stilecht brasilianische Feijoada zu essen - ein Eintopf aus Bohnen, Schweine- oder Rindfleisch und weiteren Zutaten.

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