30.04.2018 - 20:00 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Theologe Leo Feichmeier bei Marterl-Andacht: "Zeichen des Protests"

Der katholische Theologe Leo Feichtmeier gehört in den 1980er Jahren zu den Staatsfeinden. Drei Disziplinarverfahren strengte die Regierung gegen den Religionslehrer am Gymnasium Nittenau an. Bei der Marterl-Andacht am Sonntag im Taxöldener Forst erinnert sich der heute 85-jährige Oberstudienrat im Ruhestand.

Pfarrer Leo Feichtmeier erinnerte sich an den Widerstand gegen die WAA vor 30 Jahren. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

So viel wie für diese Predigt habe er sich noch nie Gedanken gemacht, verriet der Geistliche. Es sei ihm aber gelungen, durch den "Gedankendschungel eine Schneise" zu schlagen. Das Kirchenlied "Sonne der Gerechtigkeit" habe ihn dabei geleitet. "Es ist das Lied, das der damalige Diözesanbischof Manfred Müller überhaupt nicht hören wollte", hat Leo Feichtmeier im Gedächtnis. Denn dort heißt es: "Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit."

Die Amtskirche und CSU wollten beim Bau der WAA Ruhe und keine aufmüpfigen Christen. Das Kreuz, das die Marterl-Gemeinde damals errichtete, habe man entfernt. Das Kreuz sei schließlich ein Zeichen der Regierenden, wie sich in diesen Tagen wieder zeige, so der Geistliche. Das sieht Leo Feichtmeier allerdings anders. Für ihn ist das Kreuz "ein Zeichen des Protestes". Der Theologe war mit dabei, als der damalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß im Sepp-Simon-Stadion die WAA-Gegner als "apokalyptische Narren ihrer eigenen Dummheit" beschimpft habe. Es bedurfte zweier Katastrophen, eine in Tschernobyl und die andere in Fukushima, um die Atomlobbyisten zur Vernunft zu bringen. Franz Waldmann, der Sohn der Widerstandskämpfer Marianne und Ludwig Waldmann, rief zum Protest gegen das geplante Polizeiaufgabengesetz auf. Marterl-Betreuer Wolfgang Nowak lud am 18. Mai zur Einweihung des Solarparks in Fronberg ein.

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