30.04.2018 - 13:36 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Wackersdorf-Treff mit Vortrag über Johann Flierl Verehrt fast wie ein Heiliger

Wegen dieses Oberpfälzers gibt es einen eigenen Feiertag in Papua-Neuguinea: Am 12. Juli 1886 erreichte Johann Flierl die Insel und dieser Julitag wird in dem Land nördlich von Australien noch immer gefeiert. Anni Weber berichtete nun beim Wackersdorf-Treff der evangelischen Kirchengemeinde über diesen Mann, der in Papua-Neuguinea fast verehrt wird wie ein Heiliger und in seiner oberpfälzischen Heimat beinahe in Vergessenheit geraten ist.

Anni Weber sprach beim Wackersdorf-Treff der evangelischen Kirchengemeinde im Saal der Friedenskirche.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Wo liegt eigentlich Papua-Neuguinea? Darüber konnte sich Johann Flierl aus dem Birgland (Landkreis Amberg-Sulzbach) nicht einfach mit einem Mausklick informieren. Trotzdem zog es ihn ans andere Ende der Welt, um den Menschen dort das Evangelium zu bringen. Und er konnte wahrlich kleine Wunder bewirken.

Flierl wurde vor 160 Jahren in Buchhof bei Fürnried, heute Gemeinde Birgland, geboren und starb 1947 in Neuendettelsau. Er war ein deutscher evangelisch-lutherischer Missionar und Gründer der Neuendettelsauer Mission in Neuguinea. Flierl trat 17-jährig in die Neuendettelsauer Missionsanstalt ein und reiste 1878 als Missionar zunächst nach Südaustralien aus. Dort war er sieben Jahre lang unter den Dieri, Ureinwohnern der Inlandswüste, tätig.

Nachdem der nordöstliche Teil der Insel Neuguinea 1885 deutsche Kolonie geworden war (Kaiser-Wilhelms-Land), reiste Flierl 1886 als erster protestantischer Missionar in das neue deutsche Schutzgebiet. Dort gründete er eine Missionsstation in Simbang bei Finschhafen und später die Gesundheitsstation Sattelberg (1892) und die Station Heldsbach (1904). Als Feldleiter der Mission erreichte Flierl, dass die Neuendettelsauer Missionare auch nach dem Ersten Weltkrieg in Neuguinea weiterarbeiten durften. Flierl selbst blieb bis 1930 in Neuguinea. Bis zu diesem Zeitpunkt entstanden 18 Missionsstationen und 25 000 Christen wurden getauft.

Heute ist die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea mit über einer Million Mitgliedern (1.269.361 laut der letzten Volkszählung von 2011) die größte evangelische Kirche im pazifischen Raum. Da immer wieder Menschen aus Papua-Neuguinea nach Fürnried kommen, um Flierls zu gedenken, bauen Anni Weber und andere an einer Gedenkstätte. Mit einem großen Rondell auf dem Dorfplatz wurde vor einigen Tagen ein Anfang gemacht. Ein Museum soll folgen.

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