Wahl am 12. März: Gespräch mit Bürgermeister Thomas Falter
Terminplan regelt Familienleben

Bürgermeister Thomas Falter erzählt im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien über sich und seine Ziele. Bild: Hirsch
Vermischtes
Wackersdorf
03.03.2017
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Über 100 Bürger kamen zum Wahlkampfauftakt und bis zu 40 zu den Ortsteiltreffen. Und dabei ist Thomas Falter (CSU) einziger Kandidat für das Amt des Bürgermeisters. Wie erklärt sich der amtierende Rathaus-Chef diese Resonanz?

"Die Leute sind neugierig". Thomas Falter spürt das Interesse der Bevölkerung an der Entwicklung der Gemeinde und erfährt, wo der Bürger Nachholbedarf sieht. Etwa in der Nahversorgung. "Wir werden wieder einen Lebensmittelmarkt bekommen", verspricht der Bürgermeister den Leuten. Ein weiteres Problem ist der Durchgangsverkehr. Mit "Smileys" mahnt die Gemeinde die Autofahrer zur Drosselung der Geschwindigkeit.

Struktur ergänzen

Eine optische Aufwertung braucht das Ensemble "Rathaus, Marktplatz, Schule, Sporthalle". Der Bürgermeister hat dazu eine "Vision": Abriss des 1968er Schulgebäudes und an dieser Stelle Bau eines Gesundheitshauses mit Praxen und Gastronomie. Mit drei Allgemeinärzten, zwei Zahnärzten und einer Apotheke sei die medizinische Versorgung zwar gut, so Thomas Falter. Ein Gesundheitshaus könne aber die bestehenden Strukturen ergänzen.

Beste Verbindungen

Was macht Wackersdorf als Wohngemeinde so attraktiv? Da fallen dem Bürgermeister zahlreiche Punkte ein: Gute Verkehrsanbindung, Nähe zum Seengebiet, gute Infrastruktur mit Freibad, Schule, Betreuungseinrichtungen, Breitbandversorgung und Verzicht auf eine Anliegerbeteiligung beim Straßenausbau. Und natürlich die vielen Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe.

Wie sieht Thomas Falter die Gemeinde sportlich aufgestellt? Der Bürgermeister gehörte selbst zwölf Jahre dem Vorstand des TV Wackersdorf an und kennt die Qualität der Nachwuchsarbeit in den sieben Sparten. Ein Segen sei die Jugendfördergemeinschaft im Fußball mit Steinberg und Fischbach. Der Aufbau einer Werksfeuerwehr sei ins Stocken geraten, "weil sich nicht alle Firmen so beteiligen, wie wir uns das vorgestellt haben". Der Bürgermeister ist aber sicher: "Wir werden heuer zu einem Ergebnis kommen".

Bevor Thomas Falter Bürgermeister wurde, war er Kommunalberater bei einem Energiekonzern. Auf dieses Netzwerk kann er heute zurückgreifen, wenn er Kontakt mit den Chefetagen der Firmen aufnimmt. Er könne zwar nicht Einfluss nehmen auf die Firmenpolitik, sagt Thomas Falter, aber bei Bedarf Hilfestellung leisten. Beim Tourismus sieht der Rathauschef den Sättigungsgrad erreicht. Was fehle, seien genügend Übernachtungsmöglichkeiten.

Maschek kommt

Die Ansiedlung des Autohauses Widmann hat in Wackersdorf für eine Aufwertung und in der Kreisstadt Schwandorf für Unmut gesorgt. Jetzt erwartet der Bürgermeister einen Bauantrag des Autohauses Maschek. Bei der Gemeinderatssitzung am 15. März steht er auf der Tagesordnung.

Wie bekommt der Bürgermeister Familie, Beruf und Hobbys auf die Reihe? "Die Familie richtet sich nach dem Terminplan des Bürgermeisters", sagt Thomas Falter mit einem Dankeschön an seine Frau. Er nimmt sich aber regelmäßig Auszeiten, um mit Frau und Kindern etwas zu unternehmen. Von den wenigen Hobbys, die ihm geblieben sind, ist ihm eines "heilig": Der Besuch der Heimspiele des SSV Jahn Regensburg.

Die Wahlbeteiligung

Wie sieht der einzige Kandidat dem Wahlausgang am 12. März entgegen? 2011 gingen bei drei Kandidaten 65 Prozent der Berechtigten zur Wahl. Ein solche Beteiligung ist für Thomas Falter utopisch. Der Amtsinhaber wäre schon zufrieden, wenn am kommenden Sonntag ein Drittel der Wähler an die Urne gehen würde.
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