08.03.2018 - 20:20 Uhr
Wackersdorf

Gerresheimer erweitert Kompetenzzentrum in Wackersdorf Start in gläserne Zukunft

Bislang konzentriert sich das Technische Competence Center (TCC)b von Gerresheimer in Wackersdorf auf Produkte aus Kunststoff. Jetzt setzt das Unternehmen hier auch auf Glas. Die Grundsteinlegung für eine neue Halle am Donnerstag gibt dafür den Startschuss.

Werkleiter Michael Wiglenda, Geschäftsführer Manfred Baumann, stellvertretender Landrat Joachim Hanisch und Bürgermeister Thomas Falter (von links) legten den symbolischen Grundstein für die Erweiterung des Gerresheimer-Entwicklungszentrums in Wackersdorf. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Gerresheimer AG bietet im Unternehmenszweig "Medical Systems" pharmazeutische und medizintechnische Produkte aus Kunststoff und Glas an. Die Strategie des Unternehmens, seine Kompetenz für beide Materialien unter einem Dach zusammenzuführen, wird nun auch auf den Entwicklungs- und Industrialisierungsbereich ausgeweitet. "Es war nicht einfach, den Konzern davon zu überzeugen, dieses Kompetenzzentrum nach Wackersdorf zu holen", sagte der Geschäftsführer der Gerresheimer Regensburg GmbH, Manfred Baumann beim Festakt. Das Vertrauen in die 400-köpfige Belegschaft und die Zusammenarbeit mit den Hochschulen der Region habe den Ausschlag für die Investition in Wackersdorf gegeben. Er erinnerte an das Motto bei der Übernahme der Wilden AG, zu der das Werk gehörte, durch Gerresheimer: "Unser Slogan ,Glass meets Plastics' wird Realität." Ein zweistelliger Millionenbetrag wird für die neue, rund 3000 Quadratmeter große Halle an der Oskar-von-Miller-Straße fällig. Ende 2019 soll die Halle fertig sein, die das Unternehmen Pichl federführend baut.

Integriert ist ein 500 Quadratmeter Reinraum. Sauberkeit spielt eine entscheidende Rolle bei den Produkten, die hier entwickelt werden. Das Schlagwort heißt "Ready to fill". Das bedeutet, dass die gläsernen Spritzen und Karpulen am Ende der Produktion so gereinigt und verpackt werden, dass sie im Reinraum der Kunden - also der pharmazeutischen Industrie - ohne weitere Reinigung mit gefüllt werden können. Ziel der Entwicklung ist es auch, Kosten zu minimieren, um weiterhin in Deutschland produzieren zu können. Weltweit würden pro Jahr etwa 3,3 Milliarden Glasspritzen gebraucht, erläuterte Baumann, der Markt wachse jährlich um bis zu fünf Prozent. Da will Gerresheimer dabei sein.

Im Wackersdorf sollen dazu Maschinen und Prozesse entwickelt werden, erläuterte Werkleiter Michael Wiglenda. Ein Schwerpunkt der Erweiterung ist der Aufbau einer Kleinserienfertigung für vorfüllbare Spritzen und Karpulen aus Glas für besonders anspruchsvolle, biotechnologisch hergestellte Medikamente, klinische Muster für die Zulassung oder Prototypen für die Prozess- und Technologieentwicklung. Parallel wird auch im Bereich Sondermaschinenbau Glaskompetenz aufgebaut, um innovative Technologien zur Formung und Automatisierung zu entwickeln. Neue Generationen von Glasformlinien für die Spritzenproduktion werden in Kooperation der Standorte Bünde (Nordrhein-Westfalen) und Wackersdorf entstehen.

"Hier ist die Keimzelle für die neuen Produkte", sagte Wiglenda im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Mindestens 25 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Um die entsprechenden Fachkräfte zu gewinnen, arbeitet das Gerresheimer TCC eng mit den Hochschulen der Region zusammen. Entsprechend konnte Baumann unter den Gästen den Präsidenten der OTH Regensburg, Prof. Dr. Wolfgang Baier und den "Vize" der OTH Amberg-Weiden, Prof. Ulrich Müller, begrüßen. Auch die Glasfachschule Zwiesel gehört zu den Partnern.

Bevor Bürgermeister Thomas Falter mit Baumann, Wiglenda und stellvertretendem Landrat Joachim Hanisch zu Kelle und Hammer griff, um den symbolischen Grundstein zu legen, erinnerte er daran, dass die Wilden AG nach dem WAA-Aus zu den ersten Firmen gehörte, die auf dem Gelände ansiedelte. Das Vertrauen freue ihn, die Kommune sei als "Dienstleister der Unternehmen" bemüht, beste Rahmenbedingungen zu schaffen.

Unser Slogan "Glass meets Plastics" wird Realität.Manfred Baumann, Geschäftsführer Gerresheimer Regensburg GmbH

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