29.04.2018 - 16:10 Uhr
WackersdorfOberpfalz

Wirtschaftsgespräch im Wackersdorfer Mehrgenerationenhaus Weg durch Förderdschungel

Die sprudelnden Steuern hat Wackersdorf den Unternehmen zu verdanken. Für Bürgermeister Thomas Falter ist der Kontakt zu den Firmen deshalb Chefsache, etwa beim Wirtschaftsgespräch, das am Donnerstag im Mehrgenerationenhaus den Arbeitsmarkt zu einem Thema macht.

Beim Wirtschaftsgespräch im Wackersdorfer Mehrgenerationenhaus stellte Bürgermeister Thomas Falter (links) die Vorhaben der Gemeinde vor. Zu den rund 60 Gästen zählten auch Landrat Thomas Ebeling und BMW-Standortleiter Michael Bomann (sitzend, von links). Bilder: Hösamer (2)
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Spitzenstandort" schreibt Falter ganz unbescheiden über eine seiner Folien. Die Zahlen geben ihm recht. 5279 Einwohner, 5826 Arbeitsplätze: Von solchen Verhältnissen träumen Bürgermeister. Gegenüber dem Vorjahr ist 2017 die Zahl der Jobs noch einmal um über 300 gewachsen. "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz", sagte Falter vor etwa 60 Gästen aus Politik und Wirtschaft am Donnerstag im Saal des nagelneuen Mehrgenerationenhauses. Das gehört zu den sozialen Angeboten der Gemeinde wie die geplante Veranstaltungshalle. Gerade einen Tag vorher hat der Gemeinderat beschlossen, einen weiteren Kindergarten zu bauen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die Verbesserung der Verkehrserschießung der Industrie- und Gewerbegebiete sei eine Daueraufgabe. Falter wie Landrat Thomas Ebeling hatten ihre Mitarbeiter mitgebracht, als Ansprechpartner für die Firmenchefs. "Wir bemühen uns, Probleme aus dem Weg zu räumen", versprachen beide.

Michael Zankl, Technologie- und Netzwerkmanager des Bezirks Oberpfalz, ist auch Problemlöser: Er weist Unternehmen den Weg durch den Dschungel der Förderprogramme, die Bund und Freistaat anbieten. Die reichen von der "digitalen Dividende" bis hin zu Fördermöglichkeiten für neue, innovative Produkte. "Wer innovativ ist, darf auch scheitern. Die Folgen sollen die Förderprogramme abmildern", sagte Zankl. Dazu ist freilich etwas "Antragslyrik" notwendig, um die Förderfähigkeit des eigenen Projekts zu erreichen. Dabei helfen Zankl und seine Kollegen, sie stellen auch Verbindungen zu Hochschulen her. Anhand von Beispielen zeigte Zankl auf, welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Die niedrigen Arbeitslosenzahlen in der Region sind einerseits der Verdienst der Unternehmer. Andererseits bereitet ihnen der Fachkräftemangel zunehmend Probleme. Der Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf, Bernhard Lang, konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf Fördermöglichkeiten. Etwa das Programm "Wegebau", mit dem Unternehmen bei der Aus- oder Fortbildung geringqualifizierter Mitarbeiter unterstützt werden können. Er warb auch dafür, Mitarbeiter rechtzeitig für die Digitalisierung in der Arbeitswelt fit zu machen. Auch hier unterstützt die Agentur die Unternehmen. Der Ausbildungsmarkt bleibe aus Unternehmersicht angespannt: Im Landkreis Schwandorf sind derzeit 1537 Ausbildungsplätze bei der Agentur gemeldet, die Zahl der Bewerber liegt bei 693.

Wer innovativ ist, darf auch scheitern.Michael Zankl, Technologie- und Netzwerkmanager des Bezirks Oberpfalz.

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