03.04.2018 - 20:10 Uhr
WaidhausOberpfalz

Heimatkundlicher Arbeitskreis mit neuen Themen Weiße Flecken auf Roter Liste

Drei Waidhauser Ortsteile stehen bei den Heimatkundlern noch immer auf der Roten Liste. Mit Hochdruck arbeitet der Arbeitskreis (HAK) seit Monaten, um dieses Manko zu beseitigen.

Trotz Streusiedlung war Reinhardsrieth einst eine selbstständige Gemeinde. Ihrer Geschichte widmet sich das nächste Heft des Heimatkundlichen Arbeitskreises Waidhaus, an dem die Mitglieder derzeit fleißig werkeln. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Zum zehnjährigen Bestehen gönnten sich die Aktiven eine Jubiläumsausstellung. Die "Waidhauser Musikgeschichte(n)" im Gemeindezentrum des Rathauses erfreuen sich weiterhin einer großen Nachfrage. Das Heft zur Schau kam als 10. Band zeitgleich auf den Markt und reiht sich nahtlos in die 2007 unter Josef Forster aus Waldthurn begründeten Veröffentlichungen.

Zeit zum Ausruhen oder für Langeweile verspüren die Mitglieder nach dem Wechsel im Vorsitz auf Andreas Ringholz aber keineswegs. Immer wieder keimen neue Ideen auf, Interessantes kommt auf den Tisch oder Wiederentdecktes will genauer untersucht sein. Trotz alledem widmet sich die kleine Gemeinschaft aktuell einer besonderen Herausforderung. Sie gilt den beinahe "weißen Flecken" bei Betrachtung der bisherigen Schriftenreihe: Hagendorf, Reinhardsrieth und Reichenau. Zwar wird Heft 1 oft als Hagendorfer Ausgabe gesehen, doch es beschäftigte sich ausschließlich mit dem Bergbau und den dort gefundenen Mineralien. Zu wenig also, um dem Ruf einer wirklichen Dorfchronik gerecht zu werden.

Vielversprechender Titel

Ein Name für die 11. Broschüre ist schon gefunden und klingt mit "Waidhauser Dorf-Geschichte(n)" recht vielversprechend. Auch steht schon ziemlich fest, wie das Büchlein einmal von außen aussehen wird. Vorsitzender Ringholz hat eine historische Gesamtansicht von Reichenau entdeckt, welche auf Vorder- und Rückseite ausgebreitet, einen detaillierten Einblick in das Aussehen des Dorfs an der Grenze ermöglicht. Berücksichtigung soll neben den drei genannten Orten darüber hinaus die Ansiedlung Grafenau finden.

Autoren arbeiten

Eifrig und mit vollem Elan werkeln die Autoren schon lange für den Inhalt. Anja Puff und Maria Pressl sammeln seit Jahren Material über Reinhardsrieth, das einst eine selbstständige Gemeinde war. Karl Ochantel aus Vohenstrauß befasst sich mit einem Schwur in Reichenau und einer Vereidigung in Reinhardsrieth.

Der versierte Heimatforscher hat darüber hinaus tragische Unfälle in den so genannten "goldenen 20er Jahren" zusammengetragen. Ein Mordversuch ereignete sich 1864 in Hagendorf. Ochantel widmet sich darüber hinaus den Ereignissen, mit denen an der Grenze der 90. Geburtstag von Prinzregent Luitpold am 12. März 1911 gefeiert wurde und weiteren Begebenheiten. Darunter Schicksale, die Einheimische im Ersten und Zweiten Weltkrieg ereilten.

Was ein Kontrollbesuch des Bezirksamts Vohenstrauß in Reichenau vor über 100 Jahren ergab, wird zu lesen sein, ebenso, wie es den Kindern damals erging, die nach Böhmen zur Schule gehen mussten. Der Eingliederung von Reichenau nach Waidhaus 1935 wird in einem separaten Beitrag nachgegangen. Manche Anekdoten und manches in Vergessen geratene Ereignis haben die Mitglieder im Waidhauser Marktarchiv oder in alten Zeitungen gefunden und daraus einen Artikel gefertigt.

Etwas Neues möchte der HAK vor der Veröffentlichung der nächsten Publikation noch wagen. Ein Treffen mit Reichenauer Zeitzeugen in absehbarer Zeit. Zwar gibt es noch keinen konkreten Termin, aber wer sich im Besitz von alten Urkunden, Feldpostbriefen oder Sterbebildern von Gefallenen wähnt, darf diese bereits zusammensuchen und parat halten.

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