20.08.2017 - 17:25 Uhr
WaidhausOberpfalz

12 junge Eritreaer lernen Waidhaus intensiv kennen Global denken - lokal handeln

Zwölf junge Männer aus dem afrikanischen Eritrea erfahren in den vergangenen Wochen viel Wichtiges über Land und Leute ihrer neuen Heimat. Das Projekt soll helfen, dass sie sich hier besser zurechtfinden.

Erika Grötsch (Mitte) erntet viel Lob für ihre Idee, den jungen Eritreern Land und Leute in Waidhaus näher zu bringen. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Nicht nur Michele, Berhe und Mussie waren mit großem Eifer dabei. Der ganzen Schar gefiel das außergewöhnliche Projekt derart, dass Freizeit, Smartphones und selbst das Mittagessen immer wieder in den Hintergrund rückten. "Wie sonst hätten diese Jugendlichen von unserer Gesellschaft und manchen Regeln sonst erfahren sollen?" Voll des Lobes äußerte sich Bürgermeisterin Margit Kirzinger über den Erfolg, welchen das Projekt für die im Grenzmarkt lebenden Neubürger mit sich brachte.

Alle Fäden liefen bei VHS-Geschäftsführerin Erika Grötsch zusammen, die selbst Teile der Lerneinheiten übernahm. "Sie hat es super gemacht", urteilte nicht nur Gertraud Nickl aus Eslarn. Das Projekt trägt die Bezeichnung "TalenCAMPus18+" und ist gefördert durch das Programm "Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung.

Keine vergeudete Zeit

Unter Federführung der Volkshochschule Vohenstrauß gelang die Durchführung in Kooperation mit verschiedenen Institutionen, zu denen auch die "Bildungs-UG", "Finofamilia" und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gehörten. Durch das Gespür der VHS-Geschäftsführerin konnte eine leere und wohl vergeudete Zeit für die jungen Afrikaner überbrückt werden. Vier Stunden Unterricht täglich bildeten die Basis, um das damit verfolgte Ziel "Ankommen in der neuen Heimat" zu erreichen. Bildung vor allem im Bereich Umwelt unter dem Motto "Global denken - lokal handeln" wurde als wesentliche gesellschaftliche Aufgabe vermittelt.

Gemeinsame Exkursion

Viel Spaß bereitete den wissbegierigen Jugendlichen der gesamte Lernstoff, den neben Grötsch und Nickl auch Valentina Lange, Ute Stich und Andreas Seebauer vermittelten. Zunächst stand die sprachliche Vorbereitung im Mittelpunkt, bevor eine Vertiefung in der Praxis folgte. Eine Waldbegehungen beispielsweise diente dem Kennenlernen der Flora und Fauna in der näheren Umgebung von Waidhaus, wobei die Exkursion bis hinauf auf den Pleysteiner Sulzberg führte.

Ohne viel Aufhebens stellte sich auch die staatliche Lehr- und Versuchsanstalt in Pfrentsch in den Dienst der guten Sache. Dort erfuhren die Teilnehmer von den Unterschieden in der ländlichen Struktur zwischen Deutschland und Eritrea. Dass jedoch die jungen Männer hier am liebsten selbst zu den einfachen landwirtschaftlichen Geräten greifen wollten, um mitzuhelfen, verdutzte die Verantwortlichen doch etwas.

Sogar den regionalen Feiertag "Mariä Himmelfahrt" nutzten Lehrer und Schüler zu einer Mitfeier des Gottesdienstes in der Waidhauser Emmeramskirche, im Hinblick auf Traditionen und Kultur in Bayern.

An anderen Tagen gehörte ein Besuch des Rathauses und der Ausstellung "Waidhauser Musikgeschichte(n) zu den Programmpunkten, oder das Thema Mülltrennung und -vermeidung. Der Pausenhof der Grundschule eignete sich bestens für das Kennenlernen der Straßenverkehrsordnung und so mancher Regelungen für Fußgänger, Radfahrer oder Fahrzeuglenker. Große Freude bereitete allen Beteiligten auch das gemeinsame Kochen, bei dem neben regionalen Produkten ein Hauch Eritrea in Form von Gewürzen nicht fehlen durfte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.