Leuchtenberger Grafen beim Italenfeldzug von Kaiser Friedrich Barbarossa
Seuchen raffen Ritter hin

Das älteste Landschaftsgemälde Deutschlands befindet sich in der Simultankirche in Altenstadt bei Vohenstrauß. Es zeigt links oben Leuchtenberg und rechts oben - kaum noch erkennbar - den Fahrenberg. Eine Miniatur von Altenstadt ist in der Mitte zu sehen. Bild: fjo
Kultur
Waidhaus
07.09.2017
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Die Burgen Leuchtenberg, Flossenbürg, Schellenberg, Fahrenberg und Obermurach waren um 1100 als Vorposten des Nordgaus gegen kriegerische Völker aus dem Osten gedacht. Aber nicht dort mussten die Burgherren in meist jungen Jahren ihr Leben lassen.

Leuchtenberg. Sie starben bei den Feldzügen des Kaisers Friedrich Barbarossa in der Mitte des 12. Jahrhunderts in Italien oder auf den Kreuzzügen im Heiligen Land, wie der Vohenstraußer Heimatforscher Karl Ochantel herausgefunden hat. Anlass für den vierten Italienfeldzug war die kirchliche Glaubensspaltung. In Rom regierte Alexander III. als Papst. Beim Hoftag in Würzburg sprachen sich jedoch Kaiser Barbarossa und 40 weitere Fürsten für den Gegenpapst Paschalis aus. Im November 1166 brach der Kaiser nach Italien auf.

In seinem Gefolge waren auch Graf Gebhard II. von Leuchtenberg sowie sein Bruder Marquart von Leuchtenberg und Herr von Waldeck. Graf Berengar von Sulzbach, dessen Vorfahre die Burg Flossenbürg gegründet hatte, war mit 300 Rittern dabei.

Bei großer Sommerhitze erreichte Barbarossa am 20. Juli 1167 Rom. Es gelang, die Papstkirche St. Peter zu stürmen. Dabei wurde die daneben stehende Kirche St. Maria in Turri in Brand gesteckt. Um ein Haar wäre das ganze religiöse Zentrum der Christenheit ein Raub der Flammen geworden. Paschalis III. wurde am 30. Juli in Rom als Papst eingesetzt. Der zunächst in Rom von kaiserlichen Truppen eingeschlossene Papst Alexander konnte fliehen. Das erschöpfte und ausgelaugte kaiserliche Heer lagerte unter unhygienischen Umständen vor Rom.

In der drückenden Hitze brachen im Feldlager Seuchen wie Fleckfieber oder Ruhr aus, die nicht nur die Truppen dezimierten, sondern auch unter den Reichsfürsten unbarmherzig zuschlugen. Neben Graf Berengar von Sulzbach und weiteren Herzögen und Grafen sollen unter heftigsten Fieberkrämpfen an die 2000 Ritter gestorben sein. Graf Berengar von Sulzbach, der einzige Sohn des Grafen von Sulzbach, fiel am 21. August 1167 der Malaria zum Opfer.

Auch Ritter Markwart von Leuchtenberg wurde ein Opfer dieser Seuchen. Der Todestag ist nicht bekannt. Im Dezember 1167 verbündete sich der gegnerische Lombardbund mit dem Veroneser Bund. Die kaiserliche Verwaltung und Macht brach zusammen. Der Italienfeldzug war gescheitert. Barbarossa musste sich überstürzt nach Deutschland zurückziehen. Aus Angst um sein Leben floh er mitten in der Nacht als Pferdeknecht verkleidet aus Susa über den einzigen freien Alpenpass.

Nach den materiellen und menschlichen Verlusten ließ auch das Engagement der Fürsten zunehmend nach. 1190 ertrank Kaiser Barbarossa auf einem Kreuzzug, auf den ihn Gottfried zu Waldaw-Vornberg (Waldau-Fahrenberg) begleitete, im Fluss Saleph in der heutigen Türkei.
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