Besonderes Konzert mit Organist Norbert Hintermeier bereichert Programm im Heimatfestjahr
Gespräche rund um die Orgel

Lokales
Waidhaus
18.04.2013
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Die 1584 Pfeifen der Kirchenorgel rückten in den Mittelpunkt des Heimatfestjahrs. Ein besonderes Orgelkonzert bereicherte das Festprogramm. Die Besucher waren eingeladen, sich bei freiem Eintritt direkt auf der Empore rund um den Spieltisch zum Lauschen und Diskutieren zu versammeln.

Die Vorstellung des Organisten übernahm Pfarrer Georg Hartl. Die Verbindung zu Dekanatskirchenmusiker Norbert Hintermeier aus Teublitz erkläre sich in der ehemaligen Pfarrei des Waidhauser Ortsseelsorgers.

Aus dem Jahr 1982

Der Solist begann das Konzert mit einer Vorstellung der Waidhauser Orgel. Es handle sich um ein solides Instrument, bei dem das Spiel mechanisch und das Register elektrisch ablaufe. Die Waidhauser Kirchenorgel stamme aus dem Jahr 1982, gebaut von der Firma Weise in Plattling und verfüge über zwei Manuale und 20 Register.

Für das als "Gesprächskonzert" titulierte Abendprogramm hatte der Organist eine Auswahl oberpfälzisch-bayerischer und böhmischer Musik vorbereitet. Leider seien viele der bayerischen und böhmischen Kirchenmusik-Komponisten dieser Zeit unbekannt geblieben. Dies könne seit geraumer Zeit neu beleuchtet werden, da es kaum eine Epoche gegeben habe, in der Musikwerke und Komponisten so wissenschaftlich untersucht sowie neu gedruckt und herausgegeben würden wie heute.
Da gerade Ostbayern gegenüber Sachsen oder Norddeutschland relativ schlecht abschneide, verdiene es diese Region erst recht aus musikalischer Sicht neu entdeckt zu werden. Ähnliches gelte eben auch für die altböhmischen Meister. Erst mit Max Reger sei die Oberpfalz auch in der Orgelmusik angekommen.

Aus diesem Grund habe Hintermeier für den musikalischen Abend in der Pfarrkirche die Programmauswahl "auch entsprechend eingegrenzt auf die Orgelmusik vom späten 17. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert". Zu hören gab es trotzdem allerhand, denn es kamen alle gebräuchlichen Formen dieser Musik, von der freien Form einer Toccata über die Fuge und Fantasie bis hin zur choralgebundenen Form, zur Aufführung. Sämtliche Titel waren vorgestellt und fachmännisch erläutert .

Dazu zählten die "Fantasie d-moll" von Jan Krtitl Kuchar, die drei Sätze des "Concerto G-Dur" von Frater Marianus Königsperger oder aus dem "Oberpfälzer Orgelbuch" des 18. Jahrhunderts die "Suite sexti toni". Reger war mit der "Romanze a-moll" und "Jesus, meine Zuversicht" vertreten. Neben den Komponisten und Formen ging der Gast aus Teublitz ebenso auch auf verschiedene Klangfarben (Registrierungen) entsprechend den Möglichkeiten des Instruments ein.

Anhaltender Applaus

Die Zuhörer - darunter die Festleiter Josef Kleber und Wolfgang Voit - freuten sich über jede Menge musikgeschichtliche Hintergrundinformationen. Ein feierliches "Te Deum" markierte den Abschluss, bei dem alle Gäste mit einstimmten und den Orgelmusiker mit anhaltendem Applaus belohnten. Pfarrer Hartl überreichte seinem ehemaligen Kirchenmusiker ein Geschenk.
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