17.10.2007 - 00:00 Uhr
WaidhausOberpfalz

Künstler Leonhard Gollwitzer gebürtiger Waidhauser - Heuer 325. Geburtstag - Hauptwerk im ... Bedeutender Meister des fränkischen Barocks

von Josef ForsterProfil

Einzig die Leonhard-Gollwitzer-Straße trägt in der Gemeinde den Namen eines bedeutenden Waidhauser Künstlers. Als Teilstück der Ortsdurchfahrt hebt sie den Wert Gollwitzers für den Markt deutlich heraus. In der Barockzeit kam der Sohn des Grenzorts vor allem in der Bamberger Gegend zu großem Ruhm. Heuer wäre er 325 Jahre alt geworden.

Die große Kreuzigungsgruppe auf der Oberen Brücke direkt beim Alten Rathaus in Bamberg gilt als das Hauptwerk Gollwitzers. Der gebürtige Waidhauser war das jüngste von sieben Kindern von Paul und Anna Margaretha Gollwitzer. Taufpate war Leonhard Pflug, recherchierte Heimatforscher Rudolf Gollwitzer. Dessen Abhandlung "Die Gollwitzer von Waidhaus" hütet die Marktgemeinde in ihrem Archiv.

Lehre als Schreiner

Danach war Leonhard Gollwitzer in erster Ehe mit Juliane Johanna Margaretha verheiratet. Mit ihr hatte er vier Söhne und sieben Töchter. Der zweiten Ehe mit Anna Margaretha Gunzelmann entstammte zudem noch Sohn Johann Eberhard. Der berufliche Werdegang des Barockkünstlers begann mit einer Lehre als Schreiner, wahrscheinlich in Waidhaus oder in der näheren Umgebung.
Auf der Wanderschaft, der Walz, kam er dann nach Bamberg, wo er wegen seinem Geschick, Fleiß und seiner künstlerischen Begabung sehr geschätzt war. Er selbst bezeichnete sich 1710 noch als Schreiner, benannte sich nach den vorhandenen Quellen aber bereits vier Jahre später als Bildhauer.

Kunstsachverständige glauben aus seinem Stil zu erkennen, dass seine Lehrmeister die bekannten Künstler Johann Georg Götz, Christian Degler und Johann Heinrich Mutschele waren. Bereits mit 33 Jahren schuf der gebürtige Waidhauser sein bedeutendstes Werk: die große Kreuzigungsgruppe auf der Oberen Brücke zu Bamberg, die seinen Namen endgültig bekannt machte.

Viele Plastiken erhalten

Weitere Werke Gollwitzers in Bamberg sind die Fassadenplastiken der Michaelskirche und der Karmeliterkirche sowie die Pfeileraltäre der Michaelskirche. Daneben gibt es noch eine Reihe von Kunstwerken in der Stadt, die ihm zugeschrieben werden. Von seinen großen Plastiken sind noch über 100 vorhanden, vor allem in der Bamberger Region.
Das Buch "Die Kunst des Bamberger Umlandes" von Dr. Heinrich Mayer verzeichnet unter anderem Arbeiten in Bischberg, Ebensfeld, Eggolsheim, Forchheim, Geisfeld, Hallstadt, Hirschaid, Hollfeld, Memmelsdorf, Staffelstein, Veitsberg oder Zupfendorf. Gollwitzer wird wegen dieser Vielfalt zu den bedeutenden Meistern des fränkischen Barocks gezählt.

Er starb am 29. September 1746 im 64. Lebensjahr. Sein Talent erbten zwei seiner Söhne, Stephan und Johann Georg Michael, sowie sein Enkel Jakob. Sie arbeiteten ähnlich geschickt mit Holz, Marmor, Alabaster, Sandstein, Ton und sogar Elfenbein. Das Geschlecht der Gollwitzer erlosch in Waidhaus allerdings am 17. August 1832 mit Magdalena Gollwitzer, die einem Lungenleiden erlag.

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