"Trommeln gegen Atomkraft": Über 150 Demonstranten setzen sich in Waidhaus zur Wehr
"Ihr Fracker haut ab"

Am Ostermontag bekräftigten über 150 Teilnehmer auf dem alten Grenzübergang ihren Unmut gegen Atomenergie und Fracking. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
22.04.2014
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Ganz in der Tradition der Ostermärsche sahen die Veranstalter ihre Demonstration "Trommeln gegen Atomkraft" am Ostermontag am alten Grenzübergang. Zwischen 150 und 200 Teilnehmer brachten ihren Unmut gegen das Vorgehen von Politik und Energiekonzernen "auf Kosten von Bevölkerung und Heimat" lautstark zum Ausdruck.

Es handelte sich um eine parteiübergreifende Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen, Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen und Plattform gegen Temelin. "Die Gefahr lauert nicht nur vor unserer Haustür, sondern neuerdings auch unter unseren Häusern." Moderator Stefan Schneider aus Pfrentschweiher bei Waidhaus wies, untermalt von Trommelschlägen und Pfiffen der Demonstrierenden, energisch auf das beabsichtigte Erkunden des Weidener Beckens hin: "Da sagen wir 'Nein'. Das wollen wir nicht."

Firma in der Kritik

Die Firma Rose-Petroleum, die sich als Fracking-Spezialist sehe, solle sich "hier in der Oberpfalz warm anziehen". Denn die Oberpfalz sei WAA-Gebiet. "Die Leute hier wissen, wie sie sich zur Wehr setzen können - ob das eine Wiederaufbereitungsanlage war oder ob das Fracking sein wird. Wir werden dagegen sein. Und deswegen sagen wir: Ihr Fracker haut ab." Die neue Bürgermeisterin aus Waidhaus, Margit Kirzinger, erinnerte an die Ostermärsche für den Frieden: "Und deshalb finde ich es ganz toll, dass hier eine neue Tradition entstanden ist." Sie war begeistert von dieser Aktion: "Wir müssen aufpassen, dass nicht das passiert, was wir alle nicht wollen."

Der "gewonnene Kampf" gegen die beiden "gebuchten Reaktoren" im Nachbarland Tschechien war es den Veranstaltern im Anschluss an die Worte von Kreisrätin Brigitte Hartmann Wert, die Sektkorken knallen zu lassen. Schneider lud alle ein zum gemeinsamen Anstoßen: "Ein herzliches Wohlsein auf die Abschaltung." Der Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Temelin biete genügend Anlass, um den Protest keinesfalls zurückzuschrauben.

Suche nach Endlager

Hartmann griff risikoreiche Atomkraftwerke in Frankreich und die geplanten Stromtrassen von Nordost nach Südwest auf. Sie sah auch die Gefahr, dass beim Fracking stillschweigend nach einem atomaren Endlager gesucht werden könnte. Auch Sprecherin Hilde Lindner-Hausner von der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen Weiden-Neustadt knüpfte an die Demonstrationen gegen die WAA an: "Zuletzt wurde dieses Bauvorhaben aufgegeben." Mit bohrenden Fragen stellte sie die weitere Zukunft des Weidener Umlandes auf den Prüfstand und resümierte: "Es geht beim Fracking nicht um die Frage, ob mir Windräder oder Strommasten gefallen - die außerdem rückbaubar sind - sondern es geht darum: Wollen wir unseren Boden und unser Wasser dauerhaft vergiften lassen?"

Die Veranstaltung endete mit einer kleinen Satire: Die "Bundeskanzlerin" berichtete von ihrer "Atomkur" in Bad Kötzting.
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