Von Stromkreis bis Knobelspiel: In der Grundschule gibt es ab Herbst eine Lernwerkstatt
Für Dichter, Denker und Techniker

Ausführlich informierten die Lehrer den Marktrat und Bürgermeisterin Margit Kirzinger (Dritte von rechts) über die Lernwerkstatt. Bild: fjo
Lokales
Waidhaus
10.08.2014
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Im kommenden Schuljahr gibt es für die Buben und Mädchen in der Grundschule etwas ganz Neues. Künftig können sie kleine Stromkreise bauen, ein Puppenhaus mit Beleuchtung ausstatten oder Bodenschichten auf Wasserdurchlässigkeit prüfen.

Die finanzielle Unterstützung der Lernwerkstatt hatten noch Ex-Bürgermeister Anton Schwarzmeier und der alten Marktrat zugesichert. In zwei Jahren hintereinander hatten sie jeweils 5000 Euro im Haushalt zur Verfügung gestellt. Daher durfte die Schulleitung für Errichtung und Ausstattung in die Vollen greifen.

Moderne Pädagogik

"Das war sehr erfreulich. Dafür danken wir recht herzlich", sagte Rektor Lothar Drachsler. Gemäß einer modernen Pädagogik ermögliche die neue Einrichtung ab Herbst "eine materialreiche Lernumgebung für schulisches und außerschulisches Lernen".

An der Grundschule war der Gedanke etwa vor zwei Jahren gereift. Dazu besuchten die Lehrer unter anderem eine Fortbildung an der Grundschule Vohenstrauß bei Konrektorin Dorit Schmid, Lernwerkstattberaterin für den Landkreis Neustadt/WN. Dabei gab es unter anderem Informationen, welches Mobiliar, welche Verlage und Materialien in Frage kämen.

Dann ging es auf Raumsuche in der Waidhauser Schule. Die Wahl fiel auf das bisherige Aufenthaltszimmer, direkt mit Foyeranschluss. Hinein kamen offene Schränke, die aus dem ehemaligen Physikraum stammten. Sie seien wichtig, damit die Kinder leichten Zugriff auf die Materialien haben. Alles solle übersichtlich sein, so könne sich jedes Kind orientieren und sich das aussuchen, was es anspreche. "Für eine Lernumgebung zum Wohlfühlen braucht es ein entsprechendes Ambiente", informierte Drachsler.

Bei den Vorhängen wurde der Elternbeirat aktiv. Sabine Schüßlbauer besorgte den Stoff, den ihre Tante dann nähte. Dann galt es, weitere Fragen zu klären: Welche Fächer werden bedient? Wird es eine reine Mathe-Lernwerkstatt oder nur für Deutsch oder den Heimat- und Sachkundeunterricht? Die Entscheidung fiel für einen Mix. So bestellten die Pädagogen Experimentierkästen zu den Themen Strom, Wasser und Brückenbau. Damit können die Kinder einzeln, zu zweit oder in Kleingruppen Experimente machen und darüber berichten.

Ganz wichtig waren auch Legosteine. Mit ihnen ließen sich Gegebenheiten oder Phänomene in Natur und Lebenswirklichkeit nachbauen. "Tangram", "Rush Hour," "Tip Over" sowie viele andere Denk- und Knobelspiele sollen in der Knobelecke die kleinen grauen Zellen der Schüler fordern.

Fantasievolle Geschichten

Für Mathematik wurden für jede Jahrgangsstufe verschiedene Holzkästen angeschafft, die Aufgabensammlungen zu Lehrplanthemen beinhalten und mit Selbstkontroll-Möglichkeit für die Kinder ausgestattet sind. Für Deutsch stehen Materialien für eine "Schreibwerkstatt" bereit, damit fantasievolle Geschichten entstehen können. "Der Sprachgestalter" oder die "Schreibideenkiste" seien wertvolle Anschaffungen.

Darüber hinaus könnten die Kinder mit dem "Logico" lernen. Das ist ein Art Tablett, in das Blätter gesteckt werden. "Die Kinder müssen nur noch farbige Knöpfe zuordnen und erfahren sofort, ob ihre Lösung stimmt. Daneben gibt es auch eine kleine Druckerei, um mit den neu erlernten Buchstaben in der ersten Klasse Wörter oder kleine Sätze zu drucken. Das macht Spaß", erklärte Drachsler.
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