Barrierefreiheit im Waidhauser Rathaus
Probefahrt mit Treppenlift

Zur Inbetriebnahme des Treppenlifts im Rathaus trafen sich (von links) zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl, CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer, Bürgermeisterin Margit Kirzinger, Seniorenbeauftragte Irmgard Bótha, dritter Bürgermeister Johannes Zeug und UWG/PL-Fraktionssprecher Josef Schmucker. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
03.09.2017
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Bürgermeisterin Margit Kirzinger unterbricht ihren Sommerurlaub für eine besondere Probefahrt. Der neue Treppenlift im Rathaus ist fahrbereit.

Mehr Komfort kann die Marktgemeinde nun endlich im Gemeindezentrum und im Rathaus bieten. Der auf einen Antrag der SPD-Marktratsfraktion gründende Treppenlift zwischen Parterre und Obergeschoss ist fertig. Seit dem Umzug der Marktverwaltung in das ehemalige Schulhaus blieben verschiedene Einrichtungen der Kommune für Gehbehinderte nur umständlich oder gar nicht erreichbar. "Das muss sich unbedingt ändern", schrieb sich die SPD deshalb auf ihre Fahnen.

Die landauf, landab laufende Umsetzung der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden führte zu immensen Liefer- und Ausführungsengpässen bei den Herstellern und Handwerkern. Das damit auch ein kräftiger Preisanstieg einherging, bereitete den Markträten schon erhebliche Bauchschmerzen.

Doch nun überwiegt die Freude, und die Fraktionssprecher verbanden die Besichtigung am Wochenende gleich mit einer Probefahrt. Der Einbau eines Sitzliftes in robuster Qualität, der an der Seite des Treppenaufgangs entlang fährt, schafft eine unkomplizierte Barrierefreiheit. Damit ist ab sofort der Zugang zum Obergeschoss auch für alle Menschen mit Gehbehinderungen möglich. Davon profitieren auch die Besucher der Ausstellungsräume. Die Mitglieder des Heimatkundlichen Arbeitskreises begrüßten das Unterfangen. Bereits vor vielen Jahren beschäftigte sich der Marktrat mit der Thematik und schuf noch in den 1990er Jahren einen behindertengerechten Zugang zum Untergeschoss des Gemeindezentrums. Mit dem Einbau eines Lifts konnte das Bestreben nun abgeschlossen werden.

Auch wenn die Markträte nach dem Eingang der Angebote im Frühjahr große Augen bekamen und es ihnen bei Kosten von 25 480 Euro gehörig die Sprache verschlug. Die Summe bei der extra aufgenommenen Haushaltsstelle reichte auf einmal bei weitem nicht mehr aus. Allein deshalb darauf zu verzichten, kam nach Aussage Kirzingers nicht in Frage: "Uns ist es wichtig, die Barrierefreiheit noch einmal deutlich zu verbessern, da sich nicht nur die Geschäftsleitung und das Bürgermeisterzimmer im ersten Stock befinden, sondern ebenso das Trauzimmer."

Nicht nur wesentliche Teile der Marktverwaltung befänden sich im Obergeschoss. Auch die Bücherei sowie die Ausstellungen des Heimatkundlichen Arbeitskreises sind hier zu finden. Das Modell der Firma Garaventa Lift aus Polling besticht durch seine robuste Ausführung. Allein die Tragkraft von 250 Kilogramm spricht für sich. Der Betrieb läuft über das Stromnetz, anstatt mit Akkus, wodurch die Nutzfläche wesentlich größer ausfällt. Außerdem hat diese Variante einen separaten Sitz und kann komfortabel mit einer Fernbedienung gesteuert werden. "Da freuen sich die Senioren sicher. Das kann ich jetzt schon sagen", bestätigte Seniorenbeauftragte Irmgard Bótha, als sie das Gerät ausprobierte.

Für die Überschreitung des veranschlagten Betrags wusste Geschäftsleiterin Kerstin Wilka-Dierl eine Lösung, da sich der Fehlbetrag durch anderweitige Überschüsse ausgleichen ließ. Einen weiteren Aspekt steuerte die Bürgermeisterin bei. Passé ist nun die Problematik, welche bei Trauungen aufgetreten sei: "Denn es gab immer wieder Omas und Opas der Brautpaare, welche lieber unten blieben, weil sie das Treppensteigen nicht mehr bewältigen können."
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