24.11.2017 - 20:10 Uhr
WaidhausOberpfalz

Bewegung am Autohof in Waidhaus "Mehr Ruhe hineinbringen"

Das Regenrückhaltebecken des Autohofs soll zu einer Bodenfilteranlage umgebaut werden. Das Thema beschäftigt die Waidhauser Markträte in der jüngsten Sitzung, denn es sind noch weitere wichtige Aspekte damit verbunden.

Das einst für den Autohof privat gebaute Regenrückhaltebecken (umzäunte Fläche im Vordergrund) an der Autobahnausfahrt ist viel zu klein. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Das massive Lastwagenaufkommens, das in den letzten Wochen an längst vergangene Zeiten erinnerte, betrachtete Margit Kirzinger als einen "äußerst dringlichen Punkt". Schon am vergangenen Wochenende hätte sich die Situation beinahe erneut wiederholt, doch die Kommunale Verkehrsüberwachung sei vor Ort gewesen und habe zur Entspannung beigetragen. Die Bedeutung des Sanierungsprojekts brachte die Bürgermeisterin in unmittelbaren Zusammenhang mit der Erweiterung der Parkflächen im Autohof an der Autobahn durch die Firma Luxbauer "um wieder mehr Ruhe und Ordnung hineinzubringen".

Bereits zu Herbstbeginn führte das Ingenieurbüro EBB aus Regensburg eine beschränkte Ausschreibung bei sechs Fachfirmen durch. Doch als die Angebote in der Oktobersitzung dem Marktrat präsentiert werden sollten, passte etwas nicht. Statt 140 Kubikmeter hatte das Ingenieurbüro eine Menge von 1400 Kubikmeter eingesetzt. Die Leistungserbringer antworteten schnell auf die erneute Anfrage und arbeiteten die geänderten Werte zügig in ihre Angebote ein. Bereits am Montag lagen den Markträten die aktualisierten Ergebnisse vor.

Dringend Handlungsbedarf

Vera Stahl (SPD) meinte dazu: "Man sieht, wir sind sehr wohl um Lösungen bemüht und die Verwaltung ist laufend am Vermitteln." Wolfgang Bauriedl (Pfrentscher Liste) beurteilte das Geschehen der vergangenen Wochen als "Ausnahmesituation durch das Zusammenkommen vieler unglücklicher Umstände". Trotzdem sah Werner Duschner (Bürgerliste) dringenden Handlungsbedarf: "Die Feuerwehr hat jedenfalls keine Chance, wenn da ein Lastwagen brennt, da alle so eng stehen. Hoffentlich passiert nix."

Den Zuschlag für die Baumaßnahme erhielt aufgrund des günstigsten Angebots über 227 951 Euro die Firma Hoch- und Tiefbau Baumer aus Oberviechtach. Zu der sich daraus ergebenden Überschreitung der Kostenberechnung des Ingenieurbüros um 22 321 Euro merkten Bürgermeisterin Kirzinger und Kerstin Wilka-Dierl gemeinsam an: "Wir müssen diese Maßnahme so oder so machen, auch ohne das Vorhaben von Investor Luxbauer." Die Geschäftsleiterin hoffte, bis Jahresende so weit zu sein, dass die beiden angedachten Fahrspuren befahrbar sind und durch die zusätzliche Befestigung auch weitere Stellplätze entstehen.

"Wir haben überall generell zu wenig Lkw-Parkplätze, nicht nur in Waidhaus", kommentierte die Bürgermeisterin. Eine "richtige Lösung" sah zweiter Bürgermeister Markus Bauriedl (UWG) erst bei einer kompletten Fertigstellung.

Vor einem Beschluss des Jahresantrags 2018 für Mittel aus der Städtebauförderung informierte Wilka-Dierl über den neuen Maßnahmenplan. Die Gelder für den Ausbau der Ortsdurchfahrt wären von einer Million Euro auf die Hälfte zurückgefahren, da der Beginn der Maßnahme wieder in Frage stehe. Weiter sei die Überarbeitung "der etwas in die Jahre gekommenen" Gestaltungsfibel mitsamt einer zeitgemäßen Anpassung mit 15 000 Euro geplant. 30 000 Euro plant die Kommune für Sanierungshonorare ein und für eine Renovierung des Anwesens Hauptstraße 17 weitere 150 000 Euro.

Sanierungsmaßnahmen

Nach dem Kauf des Anwesens Bienenweg 2 für eine öffentliche Nutzung wird für die Planung mit Kosten von 50 000 Euro gerechnet. In den Jahren 2020 und 2021 sind die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes und der Brache des ehemaligen Rathausplatzes eingeplant. Für alle Maßnahmen rechne Waidhaus bei der zu erwarteten Förderung mit Zuschüssen in Höhe von 60 Prozent.

Frist läuft noch

Nach der Sanierung des Dachs beim Anwesen Kirchplatz 1 fragte CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer. Wilka-Dierl begründete den Verzicht mit der 25-jährigen Bindefrist der bereits erfolgten Förderung, die noch nicht abgelaufen wäre. Thomas Glaser (SPD) bat darum, trotzdem nachzuhaken, da der Zeitraum bald ablaufe. Wilka-Dierl erklärte, bereits bei der Regierung der Oberpfalz vorgefühlt zu haben.

Josef Schmucker (UWG) vermisste in der Städtebauförderung den Platz des ehemaligen Bauhofs an der Ecke der Marienstraße und bat darum, dieses Areal nicht zu vergessen. "Bis ins Jahr 2021 hinein ist hierfür noch nichts vorgesehen", antwortete jedoch die Geschäftsleiterin. Sämtliche Beschlüsse wurden am Montagabend im öffentlichen Teil einstimmig gefasst.

Kritische Punkte in der Jahresrechnung

Die Jahresrechnung 2016 stand nach dem Durchlaufen im Rechnungsprüfungsausschuss und den Stellungnahmen der Verwaltung zur abschließenden Feststellung an. Ausschussvorsitzender Stefan Harrer (CSU) beurteilte das Mammutwerk: "Keine Fehler, keine Beanstandungen und es ist auch nichts falsch gemacht worden."

Einzig auf mögliche Einsparungen ging der Fraktionssprecher näher ein. Aufgefallen wären den Ausschussmitgliedern der Umgang mit nicht angemeldeten Hunden und bei der Ortskapelle Hagendorf falle der Stromverbrauch höher aus, als der Durchschnitt. Weiter kam der Anstieg von Überstunden bei den Mitarbeitern des Bauhofs im Jahr 2016 zur Sprache sowie die gehäuften Rohrbrüche im Ortsteil Frankenreuth. Der prüfende Ausschuss riet zudem zu einer Überprüfung der Stückzahlen und des Verteilungswegs bei den Tourismusprospekten. Kirzinger nahm dazu Stellung. So sei die Hundesatzung bereits angepasst, und die erhöhten Stromkosten für die Ortskapelle gründeten im Zähler, an dem auch das Feuerwehrhaus hänge. Die Überstunden der Gemeindearbeiter begründete die Bürgermeisterin mit den zu erledigenden Aufgaben als Hausmeisterersatz in der Grundschule. Auch alle Rohrbrüche riefen meist nach einer schnellen Lösung, wo mögliche Überstunden nicht im Vordergrund stehen dürften. Aufgefallen sei aber auch ihr, dass die meisten Leckstellen jüngst im Ortsteil Frankenreuth entlang der baufreien Ortsstraße aufgetreten wären.

Den Hinweis zur Prospektverteilung werde die Verwaltung aufgreifen, da die Kommune ihre Werbungen vermehrt auf andere Medien verlagern werde. Die Jahresrechnung wurde abschließend mit Summen von 4 938 518 Euro im Verwaltungs- und 993 483 Euro im Vermögenshaushalt festgestellt. (fjo)

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