29.10.2017 - 20:00 Uhr
WaidhausOberpfalz

Marktrat Waidhaus Mahnmal im Mittelpunkt

Von der Autobahnkirche bis zu den beiden Banken und vom neuen Waschpark bis zum Maibaum ist die Waidhauser Ortsdurchfahrt nach modernen städtebaulichen Gesichtspunkten gestaltet. Nur mit dem Lückenschluss der Ortskernsanierung will es auf dem nördlichen Marktplatz einfach nicht klappen.

Aus Regensburg und München kommt nun die eindeutige Aufforderung, das Kriegermahnmal an zentraler Stelle des Marktplatzes zu verankern. Jetzt muss in Waidhaus kräftig umgekrempelt werden. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Immer wieder kam irgendetwas dazwischen. In der Marktratssitzung berichtete Bürgermeisterin Margit Kirzinger über Stadtbesichtigungen in Tirschenreuth und Auerbach sowie ein Gespräch bei der Regierung der Oberpfalz. Leitender Baudirektor Dr. Schmid habe dabei "erfreulich zur Kenntnis genommen, dass die eine oder andere Änderung der richtige Schritt wäre". Inzwischen habe die Kommune nämlich ein kleines Gebäude am Marktplatz gekauft. Dort sollten nun in Abänderung der bisherigen Planung öffentliche Toiletten, eine Küche und ein Lagerplatz entstehen. In Regensburg sei diese neue Lösung "hoch gewertet" worden.

Zu Wort gemeldet hätte sich auch das Landesamt für Denkmalpflege, das als besten Platz für das Kriegermahnmal den jetzigen Standort sieht. Weil aber die bisherigen Planungen auf eine andere Nutzung des Marktplatzes abzielten, könne ein anderer Standort in Frage kommen. Das Landesamt fand, dass sich das Mahnmal "ins Zentrum des Marktplatzes gehöre". Es sei also weiter in die Mitte zu rücken, etwa zwischen die beiden zu erhaltenden großen Bäume. Als zweite Alternative sei nur die Sichtachse von Leonhard-Gollwitzer- und Hauptstraße als Standort genannt worden.

Platzprobleme beschäftigten seitdem die Bürgermeisterin, nachdem es nicht nur um den Obelisken gehe, sondern auch um die großflächigen Gedenkplatten. "Wir können jetzt nur gemeinsam mit unserem Stadtplaner Urban Meiller nach einer Lösung suchen, denn einzig mit einer positiven Stellungnahme des Denkmalamts wird es eine Förderung geben." Eine zeitnahe Lösung sei zwar wünschenswert, doch der Stadtplaner schaffe die geforderte Umplanung "heuer schon allein aus zeitlichen Gründen nicht mehr".

Da es ihrer Meinung nach "nur noch an einer Kleinigkeit" hänge, riet Kirzinger dazu, die Zeit für ein Gespräch des Marktrats mit Meiller zu nutzen. "Ich bin gespannt, wie wir das sehr dominante Kriegermahnmal mitsamt seinem Umfeld überhaupt integrieren können?" Fraktionssprecher Josef Schmucker (UWG/PL) regte an, beide Standortvorschläge von Meiller zunächst einmal planerisch umsetzen zu lassen. Ihm und seiner Fraktion sei aber der Beibehalt der Größe des neu zu errichtenden Funktionsgebäudes "sehr wichtig". Sollte das Mahnmal wirklich seinen neuen Platz am Sichtachsenpunkt erhalten, sei dies wohl "wieder mit einer großen Belästigung durch den Verkehr, beispielsweise bei den Feierlichkeiten zum Volkstrauertag, verbunden". Ewald Zetzl (CSU) bat darum, unbedingt einen ausreichend großen Platz für Feste und Veranstaltungen zu planen. Einen künftigen Standort des Kriegermahnmals zwischen den beiden Bäumen könne er deshalb nicht befürworten.

Mit dieser Aussage lief er jedoch ins offene Messer. Denn Geschäftsführerin Kerstin Wilka-Dierl und Bürgermeisterin Kirzinger widersprachen umgehend mit den in Regensburg vernommenen Aussagen: "Schämen Sie sich etwa für dieses Denkmal? Damit soll Ihr tägliches Leben verbunden sein." Während CSU-Fraktionssprecher Stefan Harrer lediglich um Einbindung des Krieger- und Soldatenvereins bei der weiterer Planung bat, sagte seine Fraktionskollegin Gabi Wolf: "Zur Geltung käme das Mahnmal dort am Besten, wo wir es geplant hatten, aber wenn sie es nicht so haben wollen." Wolfgang Bauriedl (Pfrentscher Liste) wollte sich mit Kirzingers Wortwahl einer "Kleinigkeit" keinesfalls anfreunden, sondern sprach "angesichts der empfohlenen Fahrten" und der Ladung nach Regensburg von "Riesenwogen, die nun aufkommen". Da er mit beiden Standorten wenig anfangen könne, setze er seinen Hoffnungen auf den Architekten. "Vielleicht hat der noch eine Idee." Dafür gab es von seinem Fraktionssprecher postwendend einen Rüffel: "Wissen müssen schon wir, was wir wollen, denn wir müssen damit leben und wir müssen es auch vertreten gegenüber der Regierung - und nicht der Architekt." Einstimmig beugte sich das Gremium schließlich Regierung sowie Landesamt und beauftragte den Stadtplaner zwei Vorschläge "unter Vorgabe der beiden Standorte" zu erarbeiten und vorzulegen.

Bisherige Planung

Die bisherige Planung sieht ein Versetzen des Kriegermahnmals in Richtung "Marktplatzstüberl" vor. Zur Hauptstraße hin ist der Neubau eines eingeschossigen Gebäudes vorgesehen, um den Platz vom Straßenlärm abzuschirmen, sowie für die Unterbringung der Bushaltestelle (und bislang auch von öffentlichen Toiletten, Küche und Lager). Alle Busse sollen künftig zentral auf dem Marktplatz halten, wodurch eine separate Busspur erforderlich wird. Der restliche, allgemeine Verkehr wird zwar nicht ausgesperrt, doch würde die Hauptachse künftig über die Straße "Am Schreinerbergl" laufen. (fjo)

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