Waidhauser Autohof
Nachrüstung wird teuer

Immer mehr Lastwagen parken auf dem Gelände des Autohofs. Für eine Erweiterung muss die Marktgemeinde nun tief in die Tasche greifen. Bild: fjo
Politik
Waidhaus
10.12.2016
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Ein Autohof zum Nulltarif, das war einmal. Nun zeigt sich die Kehrseite der Übertragung auf die Marktgemeinde Waidhaus.

(fjo) Noch unter Zeiten von Bürgermeister Gustl Reichenberger schuf Investor Walter Müller die Voraussetzungen für einen Autohof an der Autobahnausfahrt. Als alles fertig war, entschied sich der damalige Gemeinderat für eine Übernahme der Verkehrsflächen des Areals in die Zuständigkeit der Kommune.

Gemeinde zuständig

Gleiches galt jedoch ebenso für die Versorgungsleitungen und die Kanalisation. Gerade hier tut sich nun wesentlich früher als erwartet eine kostspielige Nachrüstung auf. In der jüngsten Marktratssitzung sollte ein Ingenieurbüro mit der Vorbereitung eines Antragsverfahrens betraut werden. "Das kam durch die Prüfung des Bauantrags der Spedition Verrag zutage", erklärte Bürgermeisterin Margit Kirzinger. "Für die Genehmigung ist eine wasserrechtliche Erlaubnis notwendig." Einen Ortstermin mit Vertretern des Weidener Wasserwirtschaftsamts habe es bereits gegeben. Die Zuständigkeit liege jedoch "ganz klar" bei der Marktgemeinde, da auch die Abwasseranlage nach dem Bau durch den Investor auf die Gemeinde übertragen wurde. "Wir haben nun dafür zu sorgen, dass die Umwelt nicht belastet wird."

Damals hatte das Ingenieurbüro EBB aus Regensburg die Planungen für das Gelände übernommen. Daher habe die Verwaltung auch dort ein Angebot eingeholt. Mit dem Antragsverfahren werde die Umweltverträglichkeit der Nutzung einer Kanalleitung des Wasser- und Bodenverbands Pfrentsch zur Einleitung der überlaufenden Abwässer in die Pfreimd geprüft. Der Autohof verfüge über ein Trennkanalisation mit einem Regenrückhaltebecken.

"Es eilt", gab Kirzinger außerdem zu bedenken, da sich nur mit der beantragten Erweiterung eine Entspannung der Parkplatzsituation durch Lastwagen rund um das Binnenzollamt erhoffen lasse. Das Ingenieurbüro habe ein Angebot in Höhe von 3975 Euro abgegeben, informierte Kerstin Wilka-Dierl. Ermittelt würden dadurch vor allem die Zahlen des Einleitungsaufkommens.

Wenig Hoffnung machte die Geschäftsleiterin jedoch für die weiteren Maßnahmen. Bei einer Sichtung vor Ort habe sich gezeigt, dass es sich dort noch um ein Regenrückhaltebecken "älteren Baujahrs" ohne Aufbereitungsvorrichtungen handle. "Wir haben eine Sedimentationsanlage nachzurüsten", wobei mit Kosten von 40 000 bis 50 000 Euro zu rechnen wäre.

"Der Umwelt schuldig"

"Das Becken ist jetzt vielleicht 20 Jahre alt und veraltet?" fragte Uli Grötsch. "Ja, das ist Stand der Technik", erhielt er von Wilka-Dierl zur Antwort. "Ohne Bauplan hätten wir darüber nicht diskutieren müssen, aber das sind wir der Umwelt und dem Wasser andererseits schuldig", ergänzte Kirzinger. Außerdem ließ sie die Markträte wissen, dass die Beschwerden über direkt auf der Straße parkende Brummis zunähmen. "Wir werden versuchen, dass wir die Baugenehmigung noch vor der Wasserrechtserlaubnis erhalten", sagte Wilka-Dierl abschließend.
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