24.04.2018 - 20:00 Uhr
WaidhausOberpfalz

Wohl kein Ersatz für Schulleiter Anfang vom Ende?

Josef Forster unterbreitet den überraschten Räten ein attraktives Angebot, eine Überdachung für die Seefest-Bühne soll es zwar geben, Gelder sind dafür aber nicht eingeplant und auf einen neuen Schulleiter muss Waidhaus vielleicht vergeblich warten. Der Marktrat hat viel zu besprechen.

Die Heimatchronik der Marktgemeinde hat längst Seltenheitswert und wird für fast 50 Euro gehandelt. Bald soll es ein neues Standardwerk geben. Bild: fjo
von Josef ForsterProfil

Die immer noch aktuelle - da einzige - Ortschronik des renommierten Heimatforschers Siegfried Poblotzki aus Pleystein stammt aus dem Jahr 1979. Doch weder die Marktgemeinde, noch der Buchhandel können noch Chroniken in größerer Anzahl auftreiben. Ohne Farbfotos und überwiegend auf die Geschichte der Gemeinde ausgerichtet, entspricht das Werk darüber hinaus kaum dem Zeitgeist. Bürgermeisterin Margit Kirzinger sagte: "Unsere Chronik ist längst vergriffen und es ich auch kein Nachkauf möglich." Etwas Neues soll her.

Der langjährige Geschäftsleiter des Marktes, Josef Forster aus Waldthurn, unterstützt seit Jahren die Publikationen verschiedener Heimatvereine im Grenzgebiet. Unter seinem Vorsitz wurden die "Waidhauser Geschichte(n)" ins Leben gerufen und mehrere Festschriften tragen seine Handschrift. Forster bot an, mindestens 400 Seiten in einer völlig neu und reich bebilderten Ortschronik zu verfassen und bat um eine Mindestabnahme von 1000 Stück. Bereits Mitte 2019 solle Waidhaus laut Forster im Besitz des neuen Schmökers sein. "Es ist unheimlich viel Material da, die Seiten lassen sich leicht füllen", zitierte Kirzinger aus dem Angebot Forsters. Der Marktrat stimmte einstimmig dafür.

Mehr Beleuchtung

Leer gehen die Burgfestspiele Leuchtenberg auch vonseiten der Kommune Waidhaus aus. Der entsprechende Antrag der Stadtbühne Vohenstrauß für die neue Überdachung fand keine Unterstützung im Gremium.

In ihren Mitteilungen informierte die Bürgermeisterin über den an die Verwaltung gemeldeten Baubeginn des Regen-Rückhalte-Beckens für den Autohof an der Autobahnausfahrt am Dienstag, 24. April. Für Mittwoch, 2. Mai, falle der Startschuss für die Bauarbeiten am "Lernort Biene" und Ende Mai beginne laut Bauunternehmen die Straßensanierung im Ortsteil Reichenau. "Da geht es jetzt dann ganz schön rund", kommentierte Kirzinger.

Die neue Chlordosieranlage in der Freizeitanlage sei eingebaut, antwortete die Bürgermeisterin auf die Anfrage von Markträtin Vera Stahl (SPD). Ergänzend sprach sie über die ersten Mängel an den neuen Spielgeräten: Auf einem Dach der Kletteranlage sei die gesamte Farbe ab, eine Pumpe roste bereits.

SPD-Fraktionssprecher Johannes Zeug bat um zusätzliche Straßenlaternen "In der Trath" und bei der Spedition Gerlach. Darüber hinaus war ihm die in drei Monaten geplante Neuauflage des Seefestes ein Anliegen: "Wir brauchen bis dahin eine Überdachung für die Bühne." Gemeindebediensteter Anton Schwarzmeier beschäftige sich bereits mit dem Thema, sagte die Bürgermeisterin. Ein Termin mit Architekt Hans Sax aus Pleystein stehe fest. Bestätigen musste Kirzinger jedoch auf Anfrage von Markträtin Gabi Wolf (CSU), dass im Haushalt keine Mittel eingeplant seien.

Markträtin Monika Zeitler-Kals (SPD) vermisste in der neuen Anlage beim Floriansbrunnen das Bodengrün. Antwort wusste Geschäftsleiterin Wilka-Dierl: "Zu viele Herrchen, die mit ihrem Hunden dort Gassi gehen, sind der Grund." Storchenschnabel und Frauenmantel hätten da keine Chance. "Das ärgert uns auch", ergänzte die Bürgermeisterin.

Brief an Kultusminister

Nach dem Weggang von Schulleiter Lothar Drachsler nach Rötz werde Waidhaus voraussichtlich durch den Schulleiter von Pleystein verwaltet. Das sei bisher die Auskunft der Regierung der Oberpfalz gewesen. Landtagsabgeordnete Annette Karl habe sich schriftlich an den Kultusminister gewandt. "Sie hat gut begründet, dass in Waidhaus eine eigene Schulleitung gebraucht werde, da die Delle bei der Kinderzahl nur über zwei Jahre gehe und dann wieder drei Klassen zustande kämen. Der Minister werde deshalb um die Ausschreibung einer Schulleiter-Stelle gebeten", sagte Kirzinger: "Hier geht es knallhart um die Zahlen." Der Nachsatz von Marktrat Werner Duschner ließ noch weniger Hoffnung zu: "Ich glaube eher, das ist der Anfang vom Ende."

Da geht es jetzt dann ganz schön rundBürgermeisterin Margit Kirzinger (SPD)

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